Poetry-Slam will zum Nachdenken über Flüchtlinge anregen

Slammerin Rahel ging als dritte der sieben Wettstreiter an den Start. Gewinner der Veranstaltung sind auf jeden Fall die Flüchtlinge in der Stadt.
Slammerin Rahel ging als dritte der sieben Wettstreiter an den Start. Gewinner der Veranstaltung sind auf jeden Fall die Flüchtlinge in der Stadt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
„Auf der Flucht“ heißt das Projekt von Philipp Johannknecht, das am Freitag mit einem Poetry-Slam zu gunsten der Flüchtlinge in der Stadt startete.

Gelsenkirchen.. Nicht jeder Gelsenkirchener mag die Flüchtlinge in der Stadt mit offenen Armen aufnehmen. Philipp Johannknecht (21) und Sebastian Kolkau(35) möchten das ändern, mit Vorurteilen aufräumen und haben dafür zum Flüchtlings-Benefiz-Slam ins Spunk nach Ückendorf eingeladen. Die Einnahmen gehen als Spende an die Flüchtlingshilfe.

Sieben Slammer sind gekommen, um ihre selbstgeschriebenen Texte zum Thema „Auf der Flucht“ auf der Bühne zu präsentieren. Das Publikum entscheidet nach jedem Vortrag durch Handzeichen, wer ihnen am besten gefällt und am Ende den Slam gewinnt. „Wir freuen uns, dass wir so viele Menschen für ein so schwieriges Thema begeistern konnten. Alle Plätze sind belegt“, freut sich Sebastian Kolkau.

Großeltern feuern jungen Slammer an und sind von der Idee begeistert

Zwischen den zum größten Teil jugendlichen Zuschauern fallen zwei Leute besonders auf. Gisela Boie (69) und ihr Mann wollen ihren Enkel Jan Bühlbecker (19) anfeuern: „Wir haben ihn vorher noch nie auf der Bühne gesehen und meine Tochter hat mir gesagt, das dürfen wir nicht verpassen. Es ist toll, dass die jungen Leute sich mit solchen Themen beschäftigen.“ Jan hat den Slam dann sogar gewonnen und seine Großeltern mächtig stolz gemacht.

„Genau das ist es, was wir mit dem Projekt erreichen wollen: Menschen mit einem guten Gefühl in entspannter Atmosphäre das Thema näher bringen, sie zum Nachdenken anregen und dabei auch selbst noch etwas lernen. Denn so aktuell die Sache auch ist, so schwierig ist es auch, sich einen neutralen Blick zu verschaffen“, sagt Philipp Johannknecht.

Menschen sensibilisieren und gleichzeitig noch unterhalten

Auf die Idee kamen die Veranstalter über die Plattform „Think Big“ der deutschen Kinder- und Jugendstiftung, die junge Leute dabei unterstützt, ihre Ideen und Projekte umzusetzen. „Das Spunk ist ein Partner dieser Plattform und darum konnten wir unser Projekt hier optimal realisieren. Die Ausdrucksweise des Slam ist sehr speziell und tiefgründig, aber trotzdem locker. Damit können wir Menschen aufmerksam machen und sensibilisieren und gleichzeitig noch unterhalten“, so Kolkau.

Related content Auch den Slammern des Abends liegt die Thematik sehr am Herzen. „Die Bewegung Pegida beschäftigt mich und viele andere momentan ständig. Darum finde ich es gut, dass das Thema aufgegriffen wird. Ich kann mich in die geflüchteten Menschen hineinversetzen und ich möchte, dass die Leute gehört werden“, sagt Aylin Celik (18), die den zweiten Platz erreichte. Dritter wurde Stadtmeister No Limits.