Pfefferpotthast- Der Pott fürs Heimspiel

Los geht’s: Sabine Lorenz (55) in ihrer Küche mit den Zutaten für den Pfefferpotthast.
Los geht’s: Sabine Lorenz (55) in ihrer Küche mit den Zutaten für den Pfefferpotthast.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Sabine Lorenz ist ambitionierte Hobby-Köchin. Anregungen holt sie sich gern im Internet. Doch ihr Pfefferpotthast-Rezept hat ihr Mann mit in die Ehe gebracht.

Gelsenkirchen.. Sabine Lorenz hat die Zutaten für ihr Gericht für den Fotografen drapiert. Kartoffeln, Schmalz, Gurken, süß-sauer eingelegten Kürbis, die Gewürze. Im Mittelpunkt des Arrangements: ein Prachtstück Rindfleisch, schön marmoriert. „Ich nehme Rinderkamm, also ein Nackenstück. Das bestelle ich immer extra an der Fleischtheke. Rinderkamm ist leicht durchzogen. Fett ergibt eben einen guten Geschmacksträger.“ Damit ist die Basis bereitet – für Pfefferpotthast.

Sabine Lorenz’ Mann Friedrich hat das Rezept mit in die Ehe gebracht. Aus Dortmund, seiner Geburtsstadt. Dort reklamiert man die „Erfindung“ des Pfefferpotthast für sich. Nun, er schmeckt als Klassiker westfälischer Küche mittlerweile auch in Gelsenkirchen. Bei Familie Lorenz in Heßler ist es das traditionelle Gericht, das Heiligabend aufgetischt wird. Wenn die vier Kinder mit Partnern und Enkeln kommen „sind wir zwölf Personen“. Pfefferpotthast, findet die 55-Jährige, könne man da wunderbar und halbwegs stressfrei vorbereiten. Auch in größeren Mengen.

Sabine Lorenz kocht gerne und durchaus ambitioniert, verfeinert durch diverse Kochkurse. Bei Björn Freitag hat sie sich schon Anregungen geholt, bei TV-Kochduellen hat sie bereits ihr Können gezeigt. Chichi oder Schaum an irgendwas sind dennoch nicht ihr Ding. Sie bevorzugt „Hausmannskost“, kocht gerne „frische, deutsche Küche“, bereitet aber auch mit Vorliebe Süßspeisen „und Kuchen aller Art. Wenn wir essen gehen, dann aber querbeet, da reizt mich die Küche von Italien bis Asien.“ Gegen drohendes Hüftgold und wenig Bewegung im Bürojob geht Sabine Lorenz dabei buchstäblich an: als Walkerin. Beim Vivavest-Marathon ist sie jüngst noch über die Halbdistanz gegangen.

Die Zubereitung ist Routine

Der „Pott“ köchelt der Vollendung entgegen. X-mal zubereitet, ist das Rezept Routine. Will sie neues entdecken, studiert Lorenz gerne Kochseiten im Internet. „Da hole ich mir Anregungen. Ich lese Rezepte wie andere Leute Bücher. Beim Lesen weiß ich in der Regel schon, ob das was werden könnte.“

Der Esstisch ist stilvoll eingedeckt. Kunst ziert die Wände im Essbereich, darunter bildlich beste Aussichten auf die Kehrseite von Herkules, dem Skulpturenriesen auf dem Nordsternturm. Lorenz findet das Kunstwerk hoch über Horst klasse. Es liegt sozusagen in Verdauungsspaziergang-Entfernung. Auch nach einem leckeren Pfefferpotthast.

Und so geht’s: Rezept und Zutaten

1 kg Rinderkamm, 500 g Zwiebeln, 70 g Schmalz, 1 Tl Salz, 10 Pfefferkörner, 1 gr. Lorbeerblatt, 2 Nelken, 1 l Fleischbrühe,1 El Kapern, Saft und geriebene Schale einer Zitrone, Mehl zum Andicken

Das Fett in einer Kasserolle erhitzen. Das in grobe Würfel geschnittene Fleisch wird unter häufigem Wenden nur kurz (und nicht so kräftig wie Gulasch) angebraten. Man gibt die Zwiebeln zum Gelbrösten dazu, löscht mit Brühe ab und würzt den Pott. Die Pfefferkörner zerstößt Sabine Lorenz im Mörser. Die entsprechende Menge Pfeffer aus der Mühle tut es natürlich auch. Das Fleisch muss rund anderthalb Stunden schmoren, bis es weich ist. Die Soße wird mit dem angerührtem Mehl abgebunden und würzig mit Zitronenschale bzw. Zitronensaft und Kapern abgeschmeckt. Eine Prise Zucker macht den Potthast lieblicher. Dazu schmecken Gewürzgurken, rote Beete, eingelegter Kürbis und Kartoffeln.