Paul Sahner sagt: „Merci, Udo!“

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„Tod ist der Mensch nur dann, wenn sich keiner mehr an ihn erinnert“, sagte der österreichische Sänger und Komponist Udo Jürgens in einem Gespräch zu Journalist und Autor Paul Sahner. Der 70-jährige ehemalige Chefredakteur der Illustrierten Bunte kannte Udo Jürgens seit 45 Jahren. Seine Erinnerungen aus Gesprächen und Interviews mit dem verstorbenen Chanson-Sänger hat der Journalist in der Biografie „Merci, Udo!“ festgehalten.

Den Mensch Jürgens zeigen

Im Saal des Bildungszentrums der Stadtbibliothek gab Paul Sahner am Freitagabend eine Lesung aus seinem Buch zum Besten. „Wir wollten mit dieser Biografie zeigen, wer der Mensch hinter dem Künstler Udo Jürgens war“, erklärte Sahner den rund 40 Zuhörern. Zu seinen persönlichen Erfahrungen mit dem bekannten Sänger fügte der Autor Interviews und Beiträge von Angehörigen, Freunden und prominenten Weggefährten hinzu. So kommen neben Udos Ex-Frau Corinna Jürgens auch Franz Beckenbauer oder Mario Adorf zu Wort.

In den vorgelesenen Kapiteln ging es um den plötzlichen Tod des Sängers, die Trauer der Angehörigen, um Jürgens Weltansichten und seine Frauengeschichten.

Sahner erzählte die Momente mit dem Star bildhaft und detailliert, so dass der Tote für eine kurze Zeit an diesem Abend wieder lebendig wurde. Sehr zur Freude der Zuhörer und Fans. Auf die Frage, wer Udo Jürgens schon einmal auf der Bühne gesehen hat, hoben bis auf wenige Ausnahmen alle Zuhörer die Hand. Die Gäste lauschen zudem gespannt den Anekdoten und Geschichten.

„Ich bin einiges gewohnt“

Zwischen den Kapiteln nahm sich Paul Sahner immer wieder Zeit für Fragen aus dem Publikum und hatte jeweils eine Antwort parat. Er zeigte sich auch offen für kritische Fragen: „Ich bin einiges gewohnt.“ Denn der Autor stand mit seiner Biografie auch in der Kritik: Zu früh sei sie nach dem Tod von Udo Jürgens veröffentlicht worden, unkten Kritiker.

Den Text des Buches hatte Sahner innerhalb von 13 Tagen geschrieben und „Merci, Udo!“ am 22. Januar dieses Jahres veröffentlicht. Die Fans im Bildungszentrum störte dies aber nicht. Sie konnten in ungezwungener Atmosphäre mit Sahner über ihre Lieblingslieder und Songtexte von Jürgens sprechen. Dabei teilten sie ihre persönlichen Momente: Eine Besucherin erzählte, dass sie seit dem Tod ihres Mannes täglich Jürgens Lieder hört, um über den Verlust hinweg zukommen. Für sie und die anderen Zuhörer war Udo Jürgens wieder ganz nah bei ihnen.

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