Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 14°C
Jusos

Parteitag setzt Signal, weil er Betriebe bedroht sieht

27.06.2012 | 12:00 Uhr
Diskothekenbesitzer fürchten massive Einschnitte, wenn die Gema-Gebührenreform 2013 greift. Foto: dapd

Gelsenkirchen. Und plötzlich war die geplante Gebührenänderung der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte – besser bekannt als Gema – ab Januar 2013 fast das Salz in der Suppe beim SPD-Parteitag am Samstag.

Die Antragskommission hatte bereits die Annahme des Juso -Antrags an den Landesparteitag empfohlen, die SPD möge die Pläne zu einer umfassenden Reform der Gema-Tarif-struktur, die für betroffene Nutzer zu massiven Kostensteigerung führen werde – da meldete sich Sebastian Kolkau zu Wort. Er habe ein Problem mit dem Antrag, weil die Begründung falsch sei. „Die Reform bedeutet nicht nur eine massive Kostensteigerung, sondern im Einzelnen auch eine Kostenentlastung.“ Kolkau, verantwortlicher Mitarbeiter im Ückendorfer Jugendtreff „Spunk “, rechnete vor, wie viel Gebühren die Einrichtung künftig bei Live-Konzerten sparen könne.

Antrag erst beim nächsten Parteitag

Video
Die ab Januar 2013 geplanten neuen Tarife der Gema werden höhere Abgaben für Event- und Discothekenbetreiber nach sich ziehen. Aus diesen Grund gab es jetzt in Gelsenkirchen ein Krisentreffen.

Während Juso-Vize Taner Ünalgan als überzeugter Befürworter des Antrags sichtlich ungehalten schien, sprang Sebastian Watermeier ein. Die Einsparung möge ja auf kleine Veranstaltungsorte zutreffen, aber die Auswirkung der Reform auf größere Betriebe sei doch beträchtlich.

Da es offensichtliche Wissenslücken über die tatsächlichen Tarifreformpläne gab, suchte Parteichefin Heike Gebhard die goldene Mitte, die da lautete: Den Antrag zurück an den Unterbezirksvorstand, die von den Jusos angekündigte Infoveranstaltung zum Thema durchziehen und sich richtig schlau machen – und dann einen neuen Antrag zum nächsten Parteitag stellen.

GEMA-Regelung als Bedrohung für Gastronomie-Betriebe

Es war dann Klaus Haertel, der auf eine Entscheidung drängte und an seine Genossen appellierte: „Wir müssen hier ein Signal setzen, weil Gastronomiebetriebe bedroht sind.“ Und da gehe es schließlich auch um Arbeitsplätze. Haertel setzte sich durch – die Jusos atmeten auf.

Später konnte der Parteinachwuchs eine drohende Veranstaltungspleite verhindern: Der Info-Abend sollte ursprünglich am 28. Juni stattfinden, am Halbfinal-Spieltag der deutschen Elf... Rasch wurde ein Ausweichtermin gefunden: Montag, 9. Juli, ab 19 Uhr im August-Bebel-Haus, Gabelsbergerstraße 15. Diskutieren werden u. a. Vertreter von SPD, Jusos, Gema, Diskotheken und Freizeitstätten.

Inge Ansahl



Kommentare
Aus dem Ressort
Gelsenkirchener Berufskollegs für die Zukunft aufstellen
Bildung
Spätestens im Schuljahr 2013/24 werden die Schülerzahlen der Gelsenkirchener Berufskollegs die Talsohle erreicht haben. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens der Projektgruppe Bildung und Region. Deren Empfehlung: Die heute vier Berufskollegs mit ihren sieben Standorten auf drei Zentren...
Wandel in Gelsenkirchen – vom Reformhaus zum Bio-Körbchen
Handel
Isabel Evers und David Bone vermarkten bislang auf dem Altstadt-Markt in Gelsenkirchen und in ihrem Bio-Laden in Moers Produkte aus eigenem Anbau. Nun übernehmen sie das Ladenlokal des Wörishofener Kräuterhauses und wollen dort spätesten nächsten März ihr „Bio-Körbchen“ eröffnen.
S04-Mitarbeiterin soll mit Knappenkarten betrogen haben
Arbeitsgericht
Auf Schalke zahlen die Fans mit ihrer Knappenkarte. Mit einer solchen soll eine Arbeitnehmerin ihren Arbeitgeber Schalke 04 um Geld betrogen haben und wurde deshalb im Sommer gekündigt. Die Schalker stehen damit juristisch aber auf dünnem Eis, die Mitarbeiterin könnte vor Gericht siegen.
Autorin besucht die Proben im Consol Theater
Theater
Die prominente Dramatikerin Sibylle Berg schrieb für das Consol Theater das Jugendtheaterstück „Mein seltsamer Freund Walter“. Vor der Uraufführung kam sie zu einem Probenbesuch nach Gelsenkirchen.
Wie viel Steuergeld darf ein Theaterbesuch in Gelsenkirchen kosten?
Kulturförderung
Auch wer als Gelsenkirchener nie ins Theater geht, finanziert jeden Besuch des Musiktheaters im Revier mit. Im Jahr 2012 wurden im Schnitt 120 Euro pro Besuch aus dem Stadtsäckel bezogen. Zu viel Geld, moniert der Bund der Steuerzahler in NRW: Gelsenkirchen landet in der Negativstatistik im oberen...
Umfrage

Geht es nach dem Willen der nordrhein-westfälischen Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK), dann sollen langjährige Empfänger von Hartz IV, die kaum noch Aussicht auf Rückkehr auf einen regulären Arbeitsplatz haben, als „Assistenten“ in Schulen, Kitas sowie Alt- und Pflegeheimen eingesetzt werden. Im Gegenzug werden ihre Sozialleistungen aufgestockt und künftig als „Gehalt“ gezahlt. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Schalke-Choreos
Bildgalerie
Schalke-Fans
Bierpreise in Bundesliga und Region
Bildgalerie
Bierpreise
Erster Heimsieg für Di Matteo
Bildgalerie
Schalke 04