Offene Wohngruppe in Horst feiert 20-jähriges Bestehen

Einblicke: Domi (11, links) und Leiterin Elisabeth Gieseler (rechts) zeigen das Zimmer einer Mitbewohnerin.
Einblicke: Domi (11, links) und Leiterin Elisabeth Gieseler (rechts) zeigen das Zimmer einer Mitbewohnerin.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Seit 20 Jahren besteht die offene Wohngruppe an der Horst-Gladbecker-Straße schon. Eine schöne Gelegenheit, um sie mit einem Tag der offenen Tür vorzustellen.

Gelsenkirchen.. Am Anfang stand die Idee, Kinder in einem familienähnlichen Rahmen mit festen Bezugspersonen leben zu lassen. Erzählt Elisabeth Gieseler. „Als Wohngruppe gibt es uns eigentlich schon länger“, sagt sie. Denn bereits 1987 zog die Einrichtungsleiterin mit ihrer Familie und sechs Heimkindern in das Haus in der Horst-Gladbecker-Straße 7, damals als Außenstelle des Probst-Wenker-Kinderheims.

In den Lebensläufen vieler Ehemaliger zeige sich, wie positiv diese Form der Unterbringung für die Entwicklung sei. Als das Kinderheim geschlossen und die Kinder auf andere Einrichtungen verteilt werden sollten, wurde ein Verein gegründet. So konnte die Wohngruppe nahtlos mit neuem Träger weitergeführt werden.

Dieser Verein feiert nun sein 20-jähriges Bestehen. Grund genug, die Türen zu öffnen und Einblicke in den Wohnalltag der Gruppe zu ermöglichen. „Wir veranstalten regelmäßig solche Tage, um Nachbarn, Bekannte und Ehemalige einzuladen, hier mal wieder vorbeizukommen“, erklärt Gieseler. „Mit ganz vielen, die hier mal gewohnt haben, besteht immer noch Kontakt“, ergänzt Erzieherin Jana Stier. „Die meisten sind über Jahre hier, da baut sich schon eine Bindung zu den Betreuern auf.“

Angestellte leisten intensive Elternarbeit

Seit einigen Jahren würden vorrangig jüngere Kinder mit einer langfristigen Wohndauer aufgenommen. Deshalb leisteten die Angestellten auch eine Form intensiver Elternarbeit. „Wir möchten die Beziehung stabilisieren, verbessern oder zumindest erhalten, je nachdem was vorgefallen ist“, beschreibt Gieseler und berichtet: Rund um die Uhr sei ein Erzieher im Haus. Für die Nachtstunden stehe ein Bett im Betreuerbüro. Außerdem gebe es einen festen Tagesablauf: morgens Schule, um 14 Uhr Hausaufgaben und nachmittags Vereine.

„Jedes Kind ist in einem Verein, damit es soziale Kontakte pflegen lernt“, führt Jana Stier aus. Darüber hinaus würden alle Kinder schwimmen lernen, hätten ein eigenes Fahrrad und Zimmer, das sie in Absprache selbst gestalten dürfen. „Häufig sind die Kinder wegen ihrer schlechten Erfahrungen unruhig, dass soll sich nicht in ständigem Herumräumen wiederfinden.“

Neben regelmäßigen Fortbildungen seien alle Erzieher in AGs aktiv. Jana Stier, beispielsweise, bei Blickwinkel, das sich mit sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen beschäftigt. „Es geht uns darum Netzwerke zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und auch Ansprechpartner zu haben.“