Nichtsänger erheben im Projektchor die Stimme

Jens Martin Ludwig, Kantor und Organist der evangelischen Emmaus-Gemeinde Gelsenkirchen, gründet einen neuen Projektchor.
Jens Martin Ludwig, Kantor und Organist der evangelischen Emmaus-Gemeinde Gelsenkirchen, gründet einen neuen Projektchor.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Der „Ich kann nicht singen"-Chor startet am Donnerstag im Evangelischen Gemeindehaus und soll einfach Freude machen. Hier muss keine den richtigen Ton treffen.

Gelsenkirchen.. „Ich kann nicht singen“, behaupten viele Menschen von sich. Weil sie davon überzeugt sind, keinen Ton zu treffen oder weil sie einfach mundfaul sind. All diese Nichtsänger lädt nun Kantor Jens-Martin Ludwig ein, im neuen „Ich kann nicht singen“-Chor ihre Stimme zu erheben.

Wer glaubt, keine zu haben, ist hier genau richtig. Der neue Chor lädt als Kursprojekt der Elisabeth-Käsemann-Stiftung ab Donnerstag, 29. Januar, ins Gemeindehaus an der Robert-Koch-Str. 3a ein. Eingeladen sind Nichtsänger, die dennoch gerne einmal in der Gemeinschaft ihre Stimme ausprobieren möchten.

Heidi Wiesner, Leiterin der Familienbildungsstätte, weiß aus eigener Erfahrung: „Ich habe mich lange nicht getraut, in einem Chor zu singen, obwohl ich immer davon geträumt habe.“ Einmal testete sie sich in einem Kurs und war überrascht: „Das war eine unglaubliche Erfahrung, ich hatte nicht geahnt, dass ich das kann.“ Und sie weiß seitdem: „Lachen ist gesund, macht gute Laune, stärkt das Selbstbewusstsein.“

Das Instrument Stimme besitzt jeder

Was der Kantor nur bestätigen kann: „Das Instrument Stimme besitzt jeder und es muss in diesem Chor nicht perfekt klingen.“ Wichtig sei das Gemeinschafts- und das Erfolgserlebnis. Vorsingen muss in diesem Chor niemand, auch Notenkenntnisse sind nicht gefragt, steif ums Klavier stehen auch nicht. Der „Ich kann nicht singen"-Chor will Menschen die Angst vorm Scheitern nehmen: „Der Vergleich mit anderen hemmt viele.“ Gefragt ist nicht nur der Kehlkopf, sondern ganzer Körpereinsatz. Ludwig verspricht einen Chor in Bewegung.

Inspiriert ist das Projekt durch eine Sangesgemeinschaft in Berlin, die 2011 ins Leben gerufen wurde und inzwischen über 100 Mitglieder zählt. Wer die wohltuende Wirkung des Gesangs ausprobieren möchte, bekommt weitere Informationen in der Evangelischen Familienbildungsstätte unter 1798-120 oder 1798-122. Anmelden kann man sich auch per Mail unter fbs@kk-ekvw.de

Der Kurs findet an sechs Abenden jeweils einmal im Monat donnerstags von 18.30 bis 20 Uhr statt. Die Kursgebühr beträgt 20 Euro.