Nicht nur, sondern auch
14.09.2007 | 09:40 Uhr 2007-09-14T09:40:53+0200Laut einer Studie denken 71 Prozent der Deutschen bei der Erwähnung von Gelsenkirchen automatisch an Schalke. Die Verantwortlichen wollen das nutzen - und verweisen auf andere Pfunde der Stadt
LESER-FRAGE SIND WIR HIER EIGENTLICH NUR SCHALKE?"Sind wir hier eigentlich nur Schalke?" Das fragt WAZ-Leser Werner Broska. Die Antwort, die Offizielle nicht müde werden zu betonen, lautet sinngemäß so: Nicht nur, aber gerade auch.
Nehmen wir Rainer von Courbière, den Chef der städtischen Tochter Gesellschaft für Energie und Wirtschaft (GEW), Betreiber unter anderem von Sport-Paradies, Emschertainment und Zoom Erlebniswelt. Als Letzterer den einmillionsten Besucher begrüßte, stellte er fest: "Gelsenkirchen ist nicht mehr nur blau-weiß, sondern auch orange." Orange deshalb, weil der Zoo sein neues Logo in diese Farbe getaucht hat.
Auch. Gelsenkirchen ist auch Musiktheater, Schloß Berge, Trabrennbahn, Revier- und Nordsternpark. Wie gesagt: auch.
Aber klar ist, dass Schalke in Gelsenkirchen eine große Rolle spielt. Das sieht auch S 04-Geschäftsführer Peter Peters so: "Schalke 04 hat national und international eine enorme Bedeutung für Gelsenkirchen." Der Verein sei der größte Werbeträger der Stadt und trage deren Name in die Welt hinaus: "Das ist sicherlich unbezahlbar", so Peters.
Manche sagen sogar, dass Kinder den Virus S 04 schon mit der Muttermilch aufsaugen. Schalke und die Fußballbegeisterung der Bürger, sagt Wolfgang Lalakakis, Chef der Stadtmarketinggesellschaft, "erzeugen eine positive Verschworenheit und fördern die Identifikation mit der Stadt." Aber nicht nur das: Schalke stellt andere Werte der Stadt gar in den Schatten, meint Lalakakis. Für das Stadtmarketing bedeute dies, "das Imagekapital Schalke positiv zu nutzen" und die anderen Ausstrahlungspotenziale der Stadt zu verstärken.
Auch die Stadt nutzt Schalke, etwa für die Wirtschaftsförderung. "Schalke ist die bekannteste Marke der Stadt", begründet Wirtschaftsförderungsdezernent Joachim Hampe. Das bestätigt auch eine infas-Studie: Demnach denken 71 Prozent der Deutschen bei der Erwähnung von Gelsenkirchen automatisch an Schalke 04. Also auch Investoren, die sich für eine Ansiedlung vor Ort interessierten. Das will die Verwaltung nutzen, wirbt mit dem Arena Park für freie Flächen im Berger Feld. Das Marriott-Hotel und Medicos sollen erst der Anfang sein.
Nicht zuletzt ist Schalke ein wichtiger Arbeitgeber in der Stadt. Rund 270 Festangestellte und 1200 Aushilfen stünden zurzeit bei S 04 in Lohn und Brot, so Peter Peters. Und: Zur blau-weißen Unternehmensgruppe zählen im Kern fünf Tochterfirmen - S 04-Catering, TS Ticket und Secure, Schalke-Museum, Arena-Betriebsgesellschaft und Arena-Besitzgesellschaft. Konkrete Pläne für weitere Geschäftsfelder in Gelsenkirchen habe der Klub zurzeit nicht. "Und wenn, dann müssten diese ohnehin nahe am Fußball sein.""Schalke ist die bekannteste Marke der Stadt"
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