Neun Wochen sind inakzeptabel – Von Sibylle Raudies

Es ist kein Seveso-Gift, das in der Feldmark auf dem Parkplatz liegt. Es gibt keinen Grund zur Panik. Aber es ist auch keine harmlose Seifenlauge, die auf dem Parkplatz in der Feldmark ausgelaufen ist und seit fast zwei Monaten so gut wie offen lagert. Hätten dort Kinder gespielt, sie hätten sich verätzen können. Und ob die Substanz wirklich nicht ins Grundwasser absinken kann, ist ebenfalls nicht nachgewiesen. Dass Menschen solchen Sondermüll einfach ungeschützt in die Landschaft kippen, ist unverantwortlich. Wird der Verursacher ermittelt – was leider selten geschieht – drohen saftigste Bußgelder. Dass die Umweltbehörde und Gelsendienste mindestens neun Wochen brauchen, um die Fässer zu entsorgen, ist allerdings ein Skandal. Sturm Ela hat gerade Gelsendienste tatsächlich arg gebeutelt, viele Kräfte gebunden. Aber das entschuldigt das fahrlässige Handeln in der Feldmark nur sehr bedingt.