Neues Album von Gelsenkirchener Rapper Weekend erscheint im April

Weekend alias Christoph Wiegand: 27, Rapper – und gerne Gelsenkirchener.
Weekend alias Christoph Wiegand: 27, Rapper – und gerne Gelsenkirchener.
Foto: Martin Möller/Archiv/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Für die neue CD des Rappers Weekend aus Gelsenkirchen entstand das erste Musikvideo wieder mit der bewährten Kumpel-Crew. Ein Trip durch die Szene.

Gelsenkirchen.. Es läuft bei Weekend: Neues Musikvideo, neues Album, neue Tourpläne, bislang gut 215.000 Likes auf Facebook und exakt 5.134.846 Aufrufe (zumindest bis Mittwoch, 15.25 Uhr) für „Schatz, du Arschloch“, den Überraschungserfolg von 2013.

Der Gelsenkirchener Rapper war in den letzten Monaten viel unterwegs zwischen Stuttgart, Berlin, Hamburg und seiner Heimatstadt, kreuzte zwischen Studio und seinem Label „Chimperator Productions“. Am Dienstag „hab ich tatsächlich das Master abgegeben. Das neue Album ist eigentlich schon fertig“, sagt der 27-Jährige und fühlt sich in etwa „so wie in der Schule nach der Abgabe der Mathearbeit. Man kann nichts mehr ändern. Ich kann dann aber auch super loslassen.“

Am 24. April kommt „Für immer Wochenende“ auf den Markt, nach „Am Wochenende Rapper“ von 2013 der zweite große Weekend-Wurf. Der Titel damals war durchaus programmatisch – denn Weekend arbeitete noch ganz bürgerlich als Christoph Wiegand bei der Stadtverwaltung, Abteilung Allgemeine Soziale Dienste. Die Auszeit vom erlernten Beruf verordnete er sich 2014 für die neue Produktion, für Video-Drehs. Für Weekend waren sie wieder ein Heimspiel mit Freunden. „Ich habe ziemlich viele Berührungspunkte mit Dingen, die hier passieren“, so der Rapper. Das wollte ich auch zeigen.“

Der Titel ist mehr als der optische und akustische Türöffner

Christoph Wiegand ist jetzt wieder zurück an seiner Homebase Gelsenkirchen. Die Stadt ist für ihn Rückzugsort und Ruhezone. „Und im Gegensatz zu vielen Leuten, die Musik machen“, soll sich daran nichts ändern. „Hier bin ich privat unterwegs. Und hier habe ich viele Leute, die ich gerne mag“, sagt Wiegand, der als Weekend dieses gute Gefühl in Musik gekleidet hat – „Willkommen Zuhaus“.

Der Titel ist mehr als der optische und akustische Türöffner für die neue Weekend-CD „Für immer Wochenende“. Es ist auch eine kleine, feine Hommage ans Vertrautsein, an Freundestreffen. Auf den üblichen Portalen läuft das Video seit gut anderthalb Wochen. „Es wird sicher nicht so klickstark“, glaubt der 27-jährige Rapper. „Dazu brauchst du eher sowas wie einen Partykracher. Oder ein Stück wie ,Schatz, du Arschloch’. Das macht einfach Spaß. Und ich spiel es gern. Aber ,Willkommen Zuhaus’ hat eine andere Tiefe. Das Stück ist mir persönlich ans Herz gewachsen.“

Insider-Trip durch die Gelsenkirchener Szene

Wie das Stück, so die Protagonisten. Für den Video-Dreh hat der Rapper zusammen mit Carlo Feick die bewährte Kumpel-Crew in Szene gesetzt. Und so werden die knapp viereinhalb Minuten zum kleinen Insider-Trip durch die Gelsenkirchener Szene. Im Bild: die Balletttänzerin, die Mode-Designer aus Ückendorf, Sprayer Beni Veltum oder der versierte Autoschrauber Erik Puzig, der bevorzugt Ford Mustangs pimpt. „Die meisten Leute aus dem Video kenn’ ich, seit ich 15, 16 bin“, sagt Weekend. „Auch hier haben wir wieder zusammen gedreht.“ Trotz Freundeskreis ganz professionell, versteht sich. „Es ist nicht so, dass man die bändigen muss oder dass es mal anstrengend geworden wäre.“

Eine besondere Rolle spielt das Umfeld. Als Location für den Dreh diente das „Bang Bang Burgers & Beer“ an der Weberstraße – „weil wir“ (natürlich) „die Jungs von Bang Bang Gelsen kennen. Die haben eine Marktlücke erkannt. Ich freu’ mich wirklich sehr, dass es so gut für die läuft.“

Ein Vertrag über drei Alben

Weekend sitzt an dem langen Holztisch, der im Video Tafel für den Freundeskreis ist, an dem lustvoll in Fritten und Fleischklopse gebissen wird, an dem das GE-Bräu kreist. Es ist kurz nach 17 Uhr und das Lokal füllt sich langsam, Weekend nippt an seinem Kaffee und erzählt von den Wochen, in denen er mit seinen „talentierten Beat-Bauern“ und dem Produzenten massiv an der neuen CD gearbeitet hat. Beim Stuttgarter Label Chimperator hat Weekend einen Vertrag über drei Alben.

Bei „Am Wochenende Rapper“, der ersten Produktion, „konnte ich mich nicht so einbringen, da hatte ich einfach weniger Zeit“, sagt er. Der Ausstieg aus der Verwaltungslaufbahn hat ihm künstlerische Freiräume verschafft. „Ich glaube, ich bin perfektionistischer geworden, möchte noch besser sein, unabhängig davon, was mit der ersten Platte war“, sagt er. Sich ganz auf die Musikkarriere einlassen zu können, sei „eine schöne Phase. „Es ist eine Zeit, die ich nutze. Und ich weiß, dass ich bis zum Jahresende den Kühlschrank voll kriege und die Miete zahlen kann. Wir bewegen uns ja in einer Subkultur. Und das darf gerne noch was so bleiben.“

"Direkt, auch bissig, nicht zu bildhaft“

Singen, so Weekend, sei übrigens nicht seine Stärke. „Bei mir läuft viel über die Texte, die schreibe ich relativ direkt, auch bissig, nicht zu bildhaft“.Zu hören sein wird das Ergebnis ab Ende April. Festivals und Konzerte wird Weekend 2015 auch spielen. Termine nennt er allerdings noch nicht. Zunächst steht die Platten-Promo an, dann geht es wieder raus auf die Bühnen.

Vor 40 bis 100 Leuten hat Weekend in den Anfangs-Jahren nach der ersten Mini EP 2005 irgendwo zwischen Gelsenkirchen Heßler und Ostfriesland gespielt, ab 2013 wurden die Auftritte größer. „Am Anfang war ich wirklich keine Rampensau“, sagt er, doch mittlerweile genießt er den großen Live-Auftritt. Wie letztes Jahr war beim Juicy Beats. „Da guckst du durch den Vorhang und dann stehen da 15000 Leute. Da denkst du erst mal 'Oh Gott'....“ Doch dann geht’s raus. Willkommen Zuhaus.