Neue Philharmonie Westfalen reist durch Phantásien
19.02.2010 | 11:15 Uhr 2010-02-19T11:15:00+0100
Gelsenkirchen. Die Neue Philharmonie Westfalen legt eine (bereits 2008 eingespielte) CD vor, die Klassik und Jazz verbindet. Das Album „Cool Rhythm“ entstand in Zusammenarbeit mit dem gefragten Berliner Clair-Obscur-Saxophonquartett, das schon in der New Yorker Carnegie Hall gastierte.
Klassik trifft Jazz auf dem neuen Album „Cool Rhythm“ der Neuen Philharmonie Westfalen. Die CD entstand in Zusammenarbeit mit dem gefragten Berliner Clair-Obscur-Saxophonquartett, wurde 2008 eingespielt und nun veröffentlicht.
„Phantastische Zauberträume“ von Siegfried Matthus, ein „saxophonistisches Märchen für Saxophonquartett und Orchester“, entführt junge (und ältere) Zuhörer auf eine musikalische Fantasiereise. Die Überschriften der einzelnen Teile suggerieren Inhalte: Man begegnet Zauberern, Raufbolden oder unternimmt eine Reise durch das magische Land Phantásien (aus Michael Endes „Unendlicher Geschichte“). Matthus‘ Klangsprache bewegt sich im gemäßigt modernen Bereich, setzt Jazzelemente und filmmusikalische Techniken ein und sorgt für ein fesselndes Wechselspiel aus vorwärts treibenden und ruhigeren Passagen. Besonders das „Schlaf- und Traumliedchen“ mit seiner berückenden Melodik weiß zu gefallen.
Rhythm of Americas
Ebenfalls auf dem gut einstündigen Album vertreten ist Bob Mintzers „Rhythm of the Americas“. Der weltbekannte Jazzsaxophonist, Bandleader und Arrangeur thematisiert darin die verschiedenen Ursprünge des amerikanischen Jazz von der impressionistisch beeinflussten Melodik der französischen Einwanderer bis zu den starken Einflüssen, die die Sklaven aus Afrika mitbrachten.
Das Ergebnis ist eine perfekte Fusion aus Jazz und Konzertpodium, bei der nicht nur die Schlagzeuggruppe gefordert wird. Saxophonquartett und Orchester verbinden sich hier zu einer schlagkräftigen Big Band.
Die vier Musiker von Clair-Obscur loten das Ausdrucksspektrum ihrer Instrumente gekonnt aus. Die Neue Philharmonie Westfalen ist mehr als nur Begleiter und empfiehlt sich unter Generalmusikdirektor Heiko Mathias Försters Dirigat für weitere „Crossover“-Projekte.
10:54
Nachdem in Unna die Beteiligung der Stadt an der Neuen Philharmonie Westfalen auf dem Prüfstand steht, wollen wir hoffen, dass in der derzeitigen Krise nicht auch andere Standbeine wie die Beteiligung Gelsenkirchens oder Recklinghausens ins Wanken geraten. Ansonsten wird das Orchester bald nur noch nach Phantasien reisen können, statt auf die Bühnen des Reviers.