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Arbeitslosigkeit

Eltern sehen Einsatz von Arbeitslosen in Kitas kritisch

17.10.2014 | 07:22 Uhr
Eltern sehen Einsatz von Arbeitslosen in Kitas kritisch
Arbeitslose sollen in Kitas aushelfen. Gelsenkirchener Eltern wehren sich dagegen.Foto: Archiv: dpa

Gelsenkirchen.   Die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) in NRW möchte Hartz-IV-Empfänger in Kitas und Altenheime schicken. Vor allem Langzeitarbeitslose sollen so wieder in Lohn und Brot gebracht werden. Eltern in Gelsenkirchen sehen den Einsatz von „Aushilfen“ allerdings sehr kritisch.

Geht es nach dem Willen der nordrhein-westfälischen Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK), dann sollen langjährige Hartz-IV-Empfänger, die kaum Aussicht auf Rückkehr auf einen regulären Arbeitsplatz haben, als Assistenten in Schulen, Kitas sowie Alt- und Pflegeheimen eingesetzt werden. Im Gegenzug werden ihre Sozialleistungen aufgestockt und künftig als Gehalt gezahlt. Oberbürgermeister Frank Baranowski steht an der Spitze des Vordenker-Gremiums. Doch wie denkt man hier über die Pläne?

Geteilte Resonanz - „Wir brauchen qualifizierte Kräfte"

Dirk Sußmann, stellvertretender Leiter des Integrationscenters für Arbeit (IAG) bewertet die Idee als „Schritt in die richtige Richtung, Langzeitarbeitslosen in eine sinnstiftende Arbeit zu bringen“. Diese Idee gehe noch über die des Projekts „Aktivjobber“ hinaus, die weiter Hartz IV bezögen und pro Stunde Arbeit mit 1,50 Euro bezahlt würden – das aber befristet für maximal ein Jahr. Die neue Idee sieht vor, dass „Betroffene kein Hartz IV mehr beziehen und per Arbeitsvertrag in eine längerfristige Beschäftigung wechseln“. Bei einer Quote von 70 Prozent Langzeitarbeitslosen in Gelsenkirchen“, sagt Sußmann, „ein guter Ansatz.“

Allerdings auch einer, „der Zweifel nährt“, wie bei Stadtrat Dr. Manfred Beck (Grüne): „Wir brauchen qualifizierte Kräfte, klar, aber die Arbeit in Heimen und Kitas erfordert hohe Qualifikationen. Offen ist, wer diese Anforderungen meistern kann und für den Job überhaupt geeignet ist.“ Ansonsten bliebe es für jene nur bei einfachen Helfertätigkeiten – das sei zu wenig.

Langzeitarbeitslose blühen später auf

Aus städtischen Kindertageseinrichtungen hört man, dass man vor Ort mit „Aktivjobbern“ oder auch Teilnehmern an der Aktion „Bürgerarbeitsplatz“ durchaus gute Erfahrungen gemacht hat – weil diese Aufgaben übernehmen, für die Erzieherinnen und Stammpersonal keine Zeit haben, wie etwa Gartenarbeiten, Fahrdienste oder Besorgungen. „Wir nennen sie die ‘Kita-Kümmerer’“, verrät eine Kita-Leiterin der WAZ. Die Aufgaben von Erziehern würden diese zusätzlichen Kräfte aber nicht übernehmen: „Wir haben aber schon oft erlebt, dass die Langzeitarbeitslosen aufblühen, wenn sie hier einen geregelten Arbeitstag haben und in die Pflicht genommen werden.“

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Kommentare
19.10.2014
00:32
Eltern sehen Einsatz von Arbeitslosen in Kitas kritisch
von michell-deutscher | #32

Lol, da hat der Herr Baranowski aber in den letzten 24 Stunden das Abstimmungsergebnis gewaltig in seine Richtung verändern lassen (auf welche weise...
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http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/neue-jobs-fuer-langzeitarbeitslose-in-gelsenkirchen-id9940700.html
2014-10-17 07:22
Gelsenkirchen, Ein-Euro-Job, Hartz-IV, SGK, ESF, GeKita, Langzeitarbeitslose,
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