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Navigator hilft Schülern in Gelsenkirchen bei Berufswahl

02.04.2014 | 09:00 Uhr
Navigator hilft Schülern in Gelsenkirchen bei Berufswahl
Mit dem Berufsnavigator können Schüler herausfinden, welcher Job am besten zu ihren Kernkompetenzen passt. Der Berufsnavigator ist ein Sreening-Instrument für Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 1, mit dem sie sich selbst und gegenseitig nach ihren Stärken und Schwächen beurteilen können.Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Eine Orientierung im Dschungel der Möglichkeiten stellt der Berufsnavigator dar, den rund 2200 Jugendliche seit zwei Jahren an 15 Gelsenkirchener Schulen als zusätzliches „Navi“ nutzen. Die gute Nachricht: Das Projekt wird fortgeführt.

Den passenden Berufsweg geradewegs einzuschlagen, ist eine Herausforderung. Immerhin gibt es heute über 300 Ausbildungsberufe und eine entsprechende Vielzahl an Studienangeboten. Eine Orientierung im Dschungel der Möglichkeiten stellt der Berufsnavigator (BN) dar, den rund 2200 Jugendliche seit zwei Jahren an 15 Gelsenkirchener Schulen als zusätzliches „Navi“ nutzen. Die gute Nachricht: Das Projekt wird fortgeführt, dank des Engagement der Sparkasse Gelsenkirchen, der Rotary Clubs Gelsenkirchen und Buer und der Agentur für Arbeit, die die Kosten tragen.

Was ist der Berufsnavigator?

Kern des Screening-Verfahrens für die Jahrgangsstufen acht bis elf ist neben der Selbsteinschätzung des Schülers/der Schülerin das Urteil der Schul-(Freunde) über die Stärken und Schwächen der Probanden. Sie beurteilen sich selbst und gegenseitig hinsichtlich rund 50 verschiedener Persönlichkeitsmerkmale. Die Kompetenzen und Potenziale werden anschließend von Experten analysiert und mit passenden Berufsprofilen abgeglichen. Am Ende des Prozesses stehen konkrete Berufs- beziehungsweise Berufsbereichsempfehlungen.

Wie kommt der Navigator an?

Die Resonanz ist gut bestätigt Andreas Lisson, Leiter der Gerhart-Hauptmann-Realschule: „Wenn die besten Freunde einem bescheinigen, dass man in Sachen Zuverlässigkeit oder Motivation viel Luft nach oben hat, dann hat das eine andere Aussagekraft, als wenn ich dies als Lehrer feststelle.“ Heißt: Man erzielt so mehr Glaubwürdigkeit, trifft auf offene Ohren und initiiert im besten Fall zusätzliche Motivation, um aus einem Berufswunsch Realität werden zu lassen. Besonders vorteilhaft für teilnehmende Schulen sei, dass sie keine weiteren Ressourcen als lediglich Räume zur Verfügung stellen müsse für die Analyse.

Karl Tymister, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, gewinnt dem Navigator viel ab: „Mit dem Instrument erhöhen wir die Sicherheit bei den Jugendlichen, eine Entscheidung für ihren Werdegang zu treffen, die ihren Kompetenzen entspricht.“ Gewollter Nebeneffekt seien sinkende Abbrecherquoten, denn noch immer würden mehr Lehren abgebrochen als beendet. In Coesfeld etwa, sei die Quote durch den Einsatz des BN auf unter 4 % gesunken.

Wie sieht die Resonanz aus?

Der Berufsnavigator hat hohen Einfluss.Von den 1161 Teilnehmern in Gelsenkirchen im Jahr 2013 haben 38 Prozent bei einer anonymen Befragung hinterher gesagt, dass der Navigator sie bei der Berufswahl weiter gebracht habe. 39 Prozent bezeichneten die Orientierungshilfe als interessantes Instrument, das sie bei der Auswahl letztendlich bestätigt habe und nur 7 Prozent waren der Meinung, die Maßnahme habe nichts gebracht. Vergebene Durchschnittsnote der Schüler für den Berufsnavigator: 1,9.

Bessere Orientierung

Die Sparkasse Gelsenkirchen übernimmt auch 2014 die Hälfte der Kosten für den Berufsnavigator an den teilnehmenden Schulen. Die andere Hälfte steuern die Agentur für Arbeit sowie die Rotary Clubs Gelsenkirchen und Buer bei. Die Kosten der Analyse und Empfehlung betragen rund 60 Euro pro Teilnehmer.

Der Berufsnavigator geht auf den Psychologen Prof. Dr. Georg Weise (Helmut Schmidt Universität) zurück, er hat das Instrument wissenschaftlich entwickelt und hinsichtlich der Gütekriterien Gültigkeit, Verbindlichkeit, Zuverlässigkeit, Distanz und Neutralität überprüft.

Teilnehmer 2014 sind aktuell die Gesamtschule Buer-Mitte, die Evangelische Gesamtschule, die Gesamtschule Horst, das Ricarda-Huch-Gymnasium, das Schalker Gymnasium, das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium, das Grillo-Gymnasium, die Hauptschule Emmastraße, die Hauptschule Grillostraße, die Gertrud-Bäumer-Realschule und die Gerhart-Hauptmann-Realschule.

Bundesweit haben bereits 165.000 Schüler das Instrument genutzt, in einer der letzten Analysen von vier Landkreisen sagten 88% der Schüler, dass sie durch den Berufsnavigator angefangen haben, sich mit dem Werdegang auseinanderzusetzen, 65% brachte der BN auf neue Ideen hinsichtlich ihrer Wahl, und 59 % gaben an, dass die durch den BN echte Zielklarheit bekommen haben.

Nikos Kimerlis

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2014-04-02 09:00
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