Nachwuchsforscherinnen im Visier

Peter Bremer von der Westfälischen Hochschule erklärte (v.l.) den Schülerinnen Sarah Schellen, Felicitas Wieschenkämper, Özge Kabalakli und Noran Arsalan, wie eine Schlüsselloch-Operation funktioniert.
Peter Bremer von der Westfälischen Hochschule erklärte (v.l.) den Schülerinnen Sarah Schellen, Felicitas Wieschenkämper, Özge Kabalakli und Noran Arsalan, wie eine Schlüsselloch-Operation funktioniert.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen lud Schülerinnen ein, einen Tag lang Ingenieurin zu werden. Das Angebot stieß auf große Resonanz

Gelsenkirchen.. Weibliche Ingenieure und männliche Erzieher: Das Berufsleben wandelt sich stetig, „typische“ Berufe für Männer und Frauen, die das andere Geschlecht kategorisch ausschließen, gibt es 2016 so gut wie gar nicht mehr. Und doch sind Frauen in technisch oder mathematisch orientierten Studiengängen auch heute noch oft eine Seltenheit.

„Ich studiere Physikalische Technik und bin in vielen Vorlesungen die einzige Frau weit und breit. Mir macht das nichts aus, aber man muss das mögen“, sagt Jennifer Lagerwey, die an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen studiert, lachend.

Das Studium mache ihr Spaß, keine Frage, sagt sie. Aber natürlich wäre es schön, ein paar Kommilitoninnen an ihrer Seite zu haben – und Kolleginnen im späteren Berufsleben. Genau deshalb engagierte sich Lagerwey auch beim Infotag „Engineer for a day“, der mit Workshops „nur für Schülerinnen“ ganz gezielt weibliche Besucher des Hochschulinformationstages an der Westfälischen Hochschule umwerben sollte.

Nach dem regulären Hochschulinformationstag in den Vormittagsstunden, bei dem sich Schüler, Eltern und Lehrer über Studienfächer und Lernorte an der WH informieren konnten, war der Nachmittag explizit für Schülerinnen reserviert. Interessierte Nachwuchsforscherinnen konnten hier dreieinhalb Stunden lang eigene Operationen durchs Schlüsselloch ausprobieren, Robotern Tanzschritte beibringen, ihre erste eigene Homepage erstellen, mit Kaffee, Cola und anderen Schmierstoffen experimentieren und einen virtuellen Hamster hüten.

Natürlich stand dabei, wie im richtigen Studierendenleben, auch trockene Theorie auf dem Lehrplan, denn niemand sollte unter falschen Voraussetzungen an die Hochschule gelockt werden. „Das Interesse an diesem Infotag war schon im Vorfeld erstaunlich groß, die Workshops sind fast ausgebucht“, freute sich Nadine Spahn, die im Gleichstellungsbüro der Westfälischen Hochschule arbeitet.

Jennifer Lagerwey und Laura Berkenbusch (21), die an der WH Medizintechnik studiert (übrigens ein Studiengang mit deutlich höherem Frauenanteil, der etwa bei 50 Prozent liegt), führten die Besucher etwa in den Laborraum der Medizintechniker.

Gleichstellungsbeauftragte beantwortet Fragen

Hier erklärte Peter Bremer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fachbereiches, gerade vier Schülerinnen, wie eine Schlüsselloch-Operation funktioniert. Anschließend durfte das Quartett selber mit Endoskop und Gummibändern üben – und merkte schnell, wie kniffelig diese Aufgabe war. Noran Arsalan, Schülerin am Ricarda-Huch-Gymnasium, zeigte sich begeistert: „Ich finde es richtig spannend hier – und könnte mir durchaus vorstellen, mir diesen Studiengang näher anzuschauen.“

Für Felicitas Wieschenkämper war der Ausflug in die Welt der Technik hingegen eher eine einmalige Sache: „Für mich ist das hier eher nichts. Ich möchte lieber im sozialen Bereich arbeiten“, erklärte die Schülerin der Gladbecker Waldorfschule. Immerhin weiß sie jetzt, was sie nicht will. . .

Natürlich ist die Westfälische Hochschule nicht nur bei Informationsveranstaltungen für potenzielle Studentinnen erreichbar: Die Gleichstellungsbeauftragte Professorin Dr. Marion Gebhard beantwortet mit ihrem Team auch sonst gerne Fragen unter Tel. 0209/9596-378.

Informationen zu allen Studiengängen gibt es auf der Internetseite auf w-hs.de