Nachwuchs-Ingenieure messen sich

An der Lern- und Erfahrungsstation zum Thema Barrierefreiheit konnten die Teilnehmer von „Euer Ding.“ selbst im Rollstuhl Rampen testen.
An der Lern- und Erfahrungsstation zum Thema Barrierefreiheit konnten die Teilnehmer von „Euer Ding.“ selbst im Rollstuhl Rampen testen.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Bei dem Wettbewerb „Euer Ding.“ planen Jugendliche aus NRW ein Trendsport-Areal im Revierpark Nienhausen. Das Projekt ist Teil der Ruhr Games.

Gelsenkirchen.. Mit abstrakter Theorie ist es schwer, Jugendliche zu begeistern. Darum dürfen Schüler bei dem Wettbewerb „Euer Ding.“ als „Ingenieure auf Zeit“ selbst planen und entwerfen. Und zwar ein Trendsport-Areal im Revierpark Nienhausen.

Rund 100 Jugendliche aus NRW treten in 13 Teams aus zehn Schulen mit ihren Lehrern an. Beim Auftakt-Workshop im Revierpark war die Motivation der Teilnehmer überall zu spüren. „Ich wohne hier in der Nähe und fände es total cool, wenn ich irgendwann auf einer von mir mitentwickelten Anlage Sport machen könnte. Außerdem möchte ich gerne Architektin werden. Das passt super. Ich freue mich total“, erzählt die Gelsenkirchenerin Jana Kranenberg (16).

Projekt bleibt vielleicht Theorie

Ob das Projekt in die Tat umgesetzt wird, steht allerdings nicht fest. Zunächst ginge es darum, den Schülern den Ingenieurberuf in der Praxis näher zu bringen. „Sie können hier auf allen Feldern, die Ingenieurarbeit ausmachen, etwas lernen. Das heißt zum Beispiel die planerische Umsetzung von Ideen, den Umgang mit technischen Vorgaben oder das Aushandeln fachgerechter Kompromisse“, erläutert Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW.

Der Ingenieurmangel sei überall erkennbar und guter Nachwuchs werde gebraucht, daher sei es notwendig, Jugendlichen bewusst zu machen, wie spannend der Beruf ist und bei wie vielen Projekten Ingenieure eine tragende Rolle spielen. „Viele Gebäude wären ohne die Arbeit von Ingenieuren gar nicht realisierbar.“

Spannende Experimentierstationen

Nach einer Einführung und einigen Vorträgen der anwesenden Ingenieure konnten die Jugendlichen ihr Planungsgelände selbst erkunden. Ausgerüstet mit Stift und Block nahmen sie wie die Profis den Revierpark unter die Lupe. „Ich finde es total interessant hier mitwirken zu können und so etwas mal selbst auszuprobieren“, sagt Lem Ngwecalar (16) und zieht mit ihren Unterlagen los.

Besonders spannend waren auch die Experimentierstationen. Zum ersten Mal ein Nivelliergerät bedienen, selbst in einem Rollstuhl eine Rampe befahren und erste Überlegungen auf einem Plan im Maßstab 1:100 testen. „Das macht echt Spaß“, sind sich alle einig.

Nun haben sie knapp zwei Monate Zeit, um ihre Ideen in konkrete Planung umzusetzen. Im April und Mai folgen weitere Workshops bei dennen sie ihre Entwürfe mit Ingenieuren diskutieren können, bevor dann am 5. Juni auf der Bühne der Ruhr Games eine Jury und das Publikum die Gewinner ermitteln. Die Platzierten werden mit Prämien in einer Gesamthöhe von 2400 Euro belohnt.

Das ist „Euer Ding.“

Es ist ein Wettbewerb für Jugendliche, der in Kooperation der Ingenieurkammer- Bau NRW und dem Regionalverband Ruhr entstanden ist und im Rahmen der Ruhr Games stattfindet.

13 Schüler-Teams in den Altersgruppen zwölf bis 14 und 15 bis 20 planen die Entwicklung eines Trendsport-Areals (Sandplatzfelder, BMX-Strecke, eine Halfpipe – alles ist möglich).

Die Gewinner werden am 5. Juni auf der Bühne der Ruhr Games (3. Juni bis 6. Juni) an der Gesamtschule Berger Feld. Mehr unter www.ruhrgames.de und www.kein-ding-ohne-ing.de