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Nachhaltige Bildung: Leichter gesagt als getan

02.01.2016 | 10:00 Uhr
Nachhaltige Bildung:  Leichter gesagt als getan
Bücher schaden garantiert nicht: Nachhaltige Bildung muss so früh wie möglich ansetzen. Für Leni (6) offenbar kein Problem. Aber die Rahmenbedingungen sind derzeit im ganzen Land nicht wirklich einfach.Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen.   Die gute Nachricht ist, dass alle das Beste aus der Not zu machen versuchen. Die schlechte, dass gute Bildung eigentlich mehr Mittel und Menschen bräuchte.

Auch in 2015 wurde Bildung in Gelsenkirchen besonders groß geschrieben. Nachhaltige Bildung ebenso wie frühestmöglich einsetzende. Doch es wird immer schwerer, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Inklusion, individuelle Förderung, Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen, das alles bei sehr begrenztem Budget und mittlerweile auch weitgehend leer gefegtem Lehrermarkt, vor allem im Bereich Sonderpädagogik. Vergnügungssteuerpflichtig ist der tägliche Balanceakt nicht, den alle Verantwortlichen täglich zu leisten haben.

Grundschullehrer warnt davor, eine ganze Generation zu benachteiligen

Immerhin ziehen die demokratischen Lokalpolitiker an einem Strang. Ja, es könnten mehr Lehrer sein, das bestreitet niemand. Und mehr Sozialarbeiter und vor allem Räume wären auch nicht schlecht. In den Internationalen Förderklassen (IFÖ) wird es in diesem Jahr wohl Schichtunterricht geben müssen. Aber alle mühen sich, das Beste aus dem zu machen, was da ist. Was die Lehrer vor allem in IFÖ-Klassen derzeit leisten, ist unglaublich. Es ist aber auch unglaublich, wie schnell viele dieser Kinder lernen. Wie sehr man einander hilft, bei allem.

Das Sprachcamp für Grundschulkinder war ein voller Erfolg. Aber um solche Angebote machen zu können, bedarf es manchen Balanceaktes. Foto: Joachim Kleine-Büning

Und die langfristige Planung der Bildungspolitik? Sie wird immer schwieriger. Es fehlt an allem. Räume und Lehrer sind Mangelware, auch an Grundschulen, bei denen man eigentlich gedacht hatte, dass der Bedarf sinken würde. Im Personalrat verabschieden die Grundschullehrer im Mai eine Resolution, in der sie die zu hohe Belastung beklagen. Die Klassen seien zu groß, die Ausstattung zu schlecht. Unter diesen Bedingungen sei es nicht möglich, den Bedürfnissen der Schüler gerecht zu werden. Wenn es keine deutlichen Verbesserungen gebe, drohe eine ganze Generation benachteiligt zu werden. Zudem sind die Lehrer eher alt. 46 Prozent sind älter als 49 Jahre.

Gertrud-Bäumer-Realschule will Gesamtschule werden

Soll ab 2017 für die Eingangsklassen schon Gesamtschule sein: die Gertrud Bäumer Realschule. Foto: Thomas Schmidtke

Hauptschulen sind lange schon totgesagt, werden aber mehr denn je gebraucht. Jedenfalls, solange es nicht genügend Gesamtschulen gibt. Und dies ist immer noch nicht der Fall. 345 Kinder, die sich an städtischen Gesamtschulen angemeldet haben, wurden für das Schuljahr 2015/2016 abgewiesen. Nach Neugründung der Gesamtschule Erle soll nun auch die Gertrud-Bäumer-Realschule auf eigenen Wunsch Gesamtschule werden. Die Einstiegsklassen schon ab 2017. Die übrigen Jahrgänge laufen als Realschule aus.

Konzentration bei Berufskollegs beschlossen

Für die Berufsschulen beschließt die Politik eine Konzentration, das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung geht im Berufskolleg Königstraße auf.

Die Stadtschulpflegschaft wünschte sich einen Informationsabend zum Thema Inklusion. Im Spetember erfüllten die Verantwortlichen den Wunsch und stellten sich in der Königstraße erstmals allen Fragen. Foto: Thomas Schmidtke

Das Thema Inklusion verunsichert Eltern noch immer, sie beklagen mangelhafte Information. Auf Wunsch der Stadtschulpflegschaft gibt es im September den ersten Informationsabend mit dem Schulamtsdirektor und dem Dezernenten. Dabei lernen seit August bereits 427 Kinder mit Sonderförderbedarf an Regelschulen. Im Hans-Sachs-Haus wird eine Inklusionswerkstatt eröffnet. Hier sitzen Ansprechpartner für Lehrer, aber auch für Eltern, sie vermitteln Fortbildungen und Unterrichtsmaterialien, unterstützen und helfen, voneinander zu lernen.

Preis von der Uni, an der Schule eine 6

Und dann war da noch Niklas Beckmann (17), der an der Universität Münster den zweiten Preis für seine Facharbeit in Mathe bekommen hat. Am Max-Planck-Gymnasium in Buer hat er für die gleiche Arbeit eine Sechs bekommen – wegen Formfehlern. . .

Apropos nachhaltige Bildung in GE: Bildungsdezernent Dr. Manfred Beck ist jetzt Vorsitzender des Fachforums Kommunen beim Bundesaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung. Wohl kaum ein Zufall.

Kommentare
02.01.2016
13:37
Nachhaltige Bildung: Leichter gesagt als getan
von informiert | #1

Ja, von der Bildung wird seit Jahren viel erzählt - vor allem aus Politikermunde! Doch sie soll möglichst kostenlos sein. Freiberufliche Lehrkräfte...
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Nachhaltige Bildung: Leichter gesagt als getan
Nachhaltige Bildung: Leichter gesagt als getan
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2016-01-02 10:00
Gelsenkirchen