Nach einer halben Stunde war die Bombe in Schalke unschädlich gemacht

Die Polizei sicherte die Zufahrten im Raddius von 250 Metern um die Fundstelle der Fünf-Zentner-US-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.
Die Polizei sicherte die Zufahrten im Raddius von 250 Metern um die Fundstelle der Fünf-Zentner-US-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Es war die 152. Bombe, die Uwe Pawlowski am Mittwoch problemlos entschärft hat. Im Stadtteil Schalke wurden dafür aufwändige Sicherheitsmaßnahmen getroffen.

Gelsenkirchen.. Als die Hauswirtin bei Kneppers nachfragte, ob diese über die bevorstehende Evakuierung informiert seien und den Handzettel gelesen hätten, da war Gisela Knepper zunächst irritiert. Die 76-Jährige und ihren Mann hatte die Botschaft von der Bombenentschärfung am Mittwoch in Schalke noch nicht erreicht. Am späten Vormittag machen sich die Kneppers dann auf den Weg zum Schalker Gymnasium. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt sie.

Wolfgang und Ingeborg Warda von der Unkelstraße auch nicht. Der 84-jährige Ur-Schalker konstatiert: „Vor 70 waren wir schon mal eingesperrt – im Bunker.“ Ganz Schalke habe nach den Bombenangriffen gebrannt, sein „Dorf“, in dem er aufgewachsen ist. Nun, eingesperrt sind die an die 30 Menschen – unter ihnen Nesthäkchen Kelly (1,5) – keineswegs.

KOD informierte die Anwohner

Sechs Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) betreuen die Menschen in einem Klassenraum des Gymnasiums, während sich Uwe Pawlowski (52) vom Kampfmittelräumdienst aus Münster auf seine 152. Entschärfung vorbereitet. Die fünf Zentner schwere US-Bombe mit Heckaufschlagzünder war am Montag auf dem Hof der Grundschule Leipziger Straße gefunden worden.

Acht Beschäftigte des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) der Stadt waren daraufhin am Dienstag in den Häusern und Straßen des Wohnquartiers unterwegs, das gestern im Radius von 250 Metern um die Grundschule evakuiert werden musste. Rund 2500 Leute waren betroffen – auch Mitarbeiter von Unternehmen. Die Schalker Eisenhütte etwa hat in Folge der Ankündigung die Schicht am Mittwoch zwei Stunden eher beendet.

Nur 15 Minuten Verspätung

Bis Mittwochmorgen lagen der Feuerwehr zwölf Krankentransportmeldungen vor; Stunden vor der Entschärfung gingen weitere Meldungen ein. Feuerwehr und DRK waren ab 9.30 Uhr pausenlos im Einsatz und brachten bettlägerige Bewohner zur Grenzstraße ins Awo-Altenzentrum. „Ein Pflegedienstkataster wäre für solche Einsätze gut“, meint Dirk Heinze vom KOD, der den Einsatz vor Ort leitet. An der Magdeburger Straße/Ecke Grillostraße steht der Einsatzleitungscontainer, den die Feuerwehr zur Verfügung gestellt hat. Hier laufen alle Informationen zusammen. Auch die, dass erst um kurz nach Zwölf – da sollte die Entschärfung eigentlich beginnen – vier Bewohner in einem Haus an der Münchener Straße ihren Widerstand aufgegeben und in Begleitung von Ordnungskräften die Gefahrenzone verlassen haben.

Mit nur 15-minütiger Verspätung gibt Heinze das „Go“ an den Experten des Kampfmittelräumdienstes. Udo Pawlowski geht an die Arbeit – und eine halbe Stunde später ist der Spuk vorbei. Problemlos. Das unschädlich gemachte Fundstück liegt gut gesichert im Transporter.

Die Straßensperren werden aufgehoben. Die Nachbarn machen sich auf den Heimweg.

Einsatzkräfte sorgen für sicheren Ablauf

Mehr als 20 Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes der Stadt, 15 Helfer vom DRK sowie Polizei „in angemessener Personalstärke“ waren für den sicheren Ablauf der gestrigen Aktion im Einsatz.

Die Grundschüler von der Leipziger Straße hatten am Mittwoch schulfrei. Die Kinder dürften sich gefreut haben.