Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 17°C
Ausschreitungen

Nach Derby-Krawallen - Schalke-Sicherheitsbeauftragter fordert „repressive Maßnahmen“

21.10.2012 | 14:19 Uhr
Nach Derby-Krawallen - Schalke-Sicherheitsbeauftragter fordert „repressive Maßnahmen“
Nur einzeln wurden die Schalke-Fans nach einer Körperkontrolle zum Bahnsteig vor der Anreise zum Derby nach Dortmund vorgelassen.Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Auf Gelsenkirchener Stadtgebiet vermeldete die Polizei „keine besonderen Vorkommnisse“. Aber in Dortmund selbst war das Derby alles andere als normal: Ultras des FC Schalke 04 und von Borussia Dortmund griffen am Rande des Derbys sogar friedliche Zuschauer an. Volker Fürderer, Sicherheitsbeauftragter des S04, sieht den Zeitpunkt gekommen, an dem Reden nichts mehr nutzt.

Die sportliche Seite des 141. Revierderbys hätte für den FC Schalke 04 mit dem 2:1-Sieg besser gar nicht laufen können. Der Sieg in Dortmund festigt den Platz in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga. Doch es gab auch Gewalt, und zwar in einer höchst kriminellen Form.

Die Bilanz der Polizei fiel erschreckend aus. Ultras aus beiden Lagern trafen vor dem Spiel in der Stadtmitte und am Signal-Iduna-Park aufeinander. Eine Kneipe wurde von den Schalkern zerlegt, ein BVB-Banner geklaut, um es im Stadion zu zeigen; auch das Verbot, Pyrotechnik zu entzünden, wurde missachtet.

Friedliche Fans wurden angegriffen

Die Schalker Ultras hätten sich in der Nähe der Arena gesammelt und dann auf dem Stadion-Vorplatz gegnerische Fans angegriffen, so die Polizei. Dortmunder Gruppierungen seien mit Flaschen und Farbbeuteln auf die Gegenseite losgegangen. Die Täter seien zum Teil vermummt gewesen, sogar unbeteiligte und friedliche Zuschauer seien angegriffen worden. Die Polizei musste massiv gegen die Gewalttäter vorgehen: Nur durch den Einsatz eines Wasserwerfers und von Pfefferspray sei ein weiteres Eskalieren der Situation verhindert worden, erklärte die Polizei. Die ernüchternde Bilanz: acht verletzte Beamte, 163 vorübergehende Festnahmen auf Schalker Seite und große Sachschäden.

Kommentar
Gewalttätige Ultras sind keine Schalker!

Nach den schweren Ausschreitungen rund um das Revierderby in Dortmund müssen die Knappen dringend handeln. Alles andere wäre eine Verhöhnung all der Fans, die an den Bundesliga-Spieltagen ihre Vereine mit Leidenschaft und Hingabe, aber ohne jede Gewalt unterstützen. Ein Kommentar.

Bei „normalen Revier-Derbys“ sind in der Regel etwa 250 Polizisten im Einsatz. Am Samstag in Dortmund waren es über tausend. So eine stattliche Zahl wird nicht von ungefähr aufgeboten. Polizei und Vereine hatten im Vorfeld Kenntnis von einer drohenden Eskalation.

Für Volker Fürderer, den Sicherheitsbeauftragten des FC Schalke 04, war es ein bestätigendes Alarmsignal, dass die Ultra-Gruppierungen beider Vereine nicht zu Gesprächen mit den Clubs und der Polizei bereit gewesen seien. So sollten Emotionen abgekühlt und die Auflagen, wie das Verbot von Pyrotechnik, durchgesetzt werden.

„Zwei Gruppen Schalker Ultras“, so Fürderer, „sind am Samstag extra nach Dortmund angereist.“ Die Polizei gibt ihre Zahl mit 600 Personen an. Ein Teil hat sich nach einer sternförmigen Anreise an der S-Bahn-Station Universität getroffen, ein anderer, 100 Personen, in der Stadtmitte an einer U-Bahnstation, um so den Kontrollen der Polizei zu entgehen und um zu randalieren.

Für Fürderer ist nun der Zeitpunkt gekommen, an dem Gespräche nichts mehr nutzen, sondern die bestehenden Sicherheitskonzepte des DFB und der DFL zur Anwendung kommen müssen: „Dazu gehören auch repressive Maßnahmen.“ Zum Beispiel Bereichsbetretungsverbote und Stadionverbote.

Bundespolizei hatte mit dem Derby viel Arbeit

20 000 Fußballfans nutzten für die Anreise zum Revier-Derby am Samstag zwischen dem BVB und S04 den öffentlichen Nahverkehr. 300 Beamte der Bundespolizei sicherten Zugfahrten und Bahnhöfe rund um den Bereich des Revierderbys.

Revierderby
Schalke- und BVB-Fans randalieren: acht verletzte Polizisten

Mehrere Hundert Anhänger des FC Schalke 04 und des BVB haben am Samstag vor dem Revierderby in Dortmund randaliert. Auf dem Fußweg zum Stadion waren unter anderem Bengalo-Fackeln entzündet, Prügeleien angezettelt, eine Kneipe zerlegt und Polizisten mit Flaschen und Pflastersteinen beworfen worden.

Bereits mittags um 12 Uhr hatten sich rund tausend Schalker Fans vor dem Gelsenkirchener Hauptbahnhof versammelt. Erfreulich aus Sicht der Bundespolizei: Das unkontrollierte Abbrennen von Pyrotechnik, das es im letzten Jahr anlässlich der Begegnung vor dem Hauptbahnhof noch gegeben hatte, blieb diesmal aus. Lediglich an den Kontrollstellen ließen einige Fans verbotene Pyrotechnik unbemerkt zurück. Das angekündigte Glasflaschenverbot, für die Benutzung der Züge in Richtung Dortmund, wurde klaglos akzeptiert.

Die Abfahrt der mit 1300 Fans besetzten Sonderzügen und die individuelle Anreise mit Regelzügen vom Bahnhöfen aus Gelsenkirchen, Essen, Bochum, Hagen und Münster, die von weiteren 700 Schalker Anhängern genutzt wurden, verlief nach Angaben der Bundespolizei weitgehend störungsfrei.

Nach dem Derby verließen die Sonderzüge in Richtung Gelsenkirchen zwischen 18.50 und 19.15 Uhr den Dortmunder Hauptbahnhof. Im Verlauf der Rückreisephase kam es laut Bundespolizei an mehreren Stellen im Bahnhofs- und U-Bahnbereich mehrfach zu Schlägereien, die durch Einsatzkräfte schnell beendet wurden. Durch die Erteilung von zahlreichen Platzverweisen konnten weitere Auseinandersetzungen rivalisierender Fangruppen verhindert werden.

Friedhelm Pothoff


Kommentare
22.10.2012
17:47
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #30

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.10.2012
16:22
Nach Derby-Krawallen - Schalke-Sicherheitsbeauftragter fordert „repressive Maßnahmen“
von holeve | #29

Ich bin begeisterter Fußballfan. Aber das, was sich am Rande eines Fußballspiel abspielt, entbehrt jeglichem Fangeist. Diese "Ultras" und "Hooligans" sind keine Fans, Sie wollen nur Ärger und Krawall. Otto-Normalverbraucher bekommt sofort Ärger mit dem Gesetz, wenn er mal was - rechtlich gesehen - falsch macht. Leben diese krinimellen Banden in einem rechtsfreien Raum?

21.10.2012
19:48
Zur Information über die Gasstätte Flora
von B26532 | #28

Aktualisierung 14:03 Uhr:

Polizei-Informationen über die zerstörte Gaststätte des Tennisclubs Flora haben sich als falsch erwiesen. Nach Informationen der Ruhr Nachrichten ist dort lediglich ein Plastikstuhl zu Bruch gegangen. Die Polizei hatte gemeldet, gewalttätige BVB-Fans hätten die Gaststätte demoliert, Mobiliar zerstört und als Wurfgeschosse eingesetzt.

21.10.2012
19:26
jeder arme Facebook-Party-Einlader haftet für den Polizeieinsatz und Schaden!!
von Klug99 | #27

Auch die millionenschweren Vereine sollen entweder zahlen oder auf die Veranstaltung verzichten.

21.10.2012
19:21
Nach Derby-Krawallen - Schalke-Sicherheitsbeauftragter fordert „repressive Maßnahmen“
von CADIZ_CF | #26

auch ein kevin großkreutz hat hier schuld! wer sorgt da mal dafür das "einer wie er" hilft wogen zu glätten, statt sich immer wieder als als brandstifter zu betätigen??

3 Antworten
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #26-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Nach Derby-Krawallen - Schalke-Sicherheitsbeauftragter fordert „repressive Maßnahmen“
von Pruefer5 | #26-2

Sorry, aber solange ein Herr Tönnies im Schalke Block steht, während Bengalos gezündet und gestohlene Fanutensilien zerstört werden, sollten wir uns nicht über die Schuld von Kevin Großkreutz unterhalten.

Nach Derby-Krawallen - Schalke-Sicherheitsbeauftragter fordert „repressive Maßnahmen“
von EMFAN | #26-3

Was bitte schön soll ein Kevin Großkreutz machen wenn Ultras die nicht gesprächsbereit sind auf Polizei und unbeteiligte Fans zugehen?

21.10.2012
19:18
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #25

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

1 Antwort
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #25-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.10.2012
19:08
Nach Derby-Krawallen - Schalke-Sicherheitsbeauftragter fordert „repressive Maßnahmen“
von Meiderich02 | #24

ULTRAS ≠ HOOLIGANS

Wann begreift ihr das endlich?

2 Antworten
Nach Derby-Krawallen - Schalke-Sicherheitsbeauftragter fordert „repressive Maßnahmen“
von Geologe | #24-1

Es wird Zeit, dass die gemäßigten und gewaltfreien Ultras, die in der Überzahl sind, die ganzen schwarzen Schafe ausmisten. Da fehlt momentan noch bei den meisten das Skrotum.

Nach Derby-Krawallen - Schalke-Sicherheitsbeauftragter fordert „repressive Maßnahmen“
von CADIZ_CF | #24-2

..in dortmund: ultras = nationalsozialisten + gewaltverbrecher !

21.10.2012
19:06
Nach Derby-Krawallen - Schalke-Sicherheitsbeauftragter fordert „repressive Maßnahmen“
von doris13 | #23

Ich glaube,das die Gewalt,von Leuten gesteuert wurde,denen das Derby aber sowas von egal war und danneine gewollte Kettenreaktion stattfand.Das sich ein paar Derbyfans geprügelt haben,das hatten wir schon immer,aber nicht diese hohe Gewaltbereitschaft.

21.10.2012
19:03
Nach Derby-Krawallen - Schalke-Sicherheitsbeauftragter fordert „repressive Maßnahmen“
von a_ha | #22

Von 6 Titelthemen sind 4 dem Fußballspiel gewidmet.
Gut, dass es nichts Wichtigeres gibt.....

21.10.2012
19:01
Nach Derby-Krawallen
von Geologe | #21

Da war wohl eine Menge Frust im Spiel. Schalke investiert, Schalke versucht, Schalke holt einen Magath und nichts hilft. Am Ende gibt es doch nur den BVB, der in der Lage ist, Meisterschaften in den Pott zu holen.

Bei Gewaltverbrechern muss man langsam mal so Maßnahmen wie Führerscheinentzug in betracht ziehen. So könnte man die Hemmschwelle bei diesen Analphabeten erhöhen. Hat auch schon mal ein cleverer Politiker vorgeschlagen.

Aus dem Ressort
Prof. Haase leitet jetzt die Neurologie an den Ev. Kliniken
Evangelische Kliniken
Es ist die einzige stationäre Neurologie in Gelsenkirchen, die Prof. Claus Haase jetzt an den Evangelischen Kliniken übernommen hat. Der 47-jährige will die Stroke Unit samt Früh-Reha weiter stärken. Und auch sonst hat er noch viel vor an der Munckelstraße.
Tage voller Klassik, Jazz und Kino
Kultur
Während der Sommer gerade so richtig aufdreht, wird auf Burg Lüttinghof kräftig am Kultur-Sommer gearbeitet. Ab 15. August dreht sich im Stadtnorden alles um Klassik und Jazz, um Blues und Leinwandhelden.
Gelsenkirchener Sky-Wirt beklagt Abo-Preiserhöhung
Bezahlfernsehen
Der Gastwirt Udo Figorski („Die Kanne“, Ückendorf) beklagt, dass er für das Bezahlfernsehen statt 451 Euro ab September 653 Euro monatlich investieren muss. Das Unternehmen begründet das mit gestiegenen Kosten für Übertragungsrechte.
Die neuen WM-Sieger kommen aus Mexiko in GE-Ückendorf
Feriencamp
250 Kinder feierten gestern im Consol-Park das Finale der dreiwöchigen Ferienaktion aller städtischer Jugendtreffs und Bauspielplätze
Nach Hetzparolen ist die jüdische Gemeinde verunsichert
Konflikt
Die Diskussion um die nächtlichen pro palästinensischen „Versammlungen“ geht weiter. Das Progressive Plenum GE meint, der Facebook-Aufruf bietet Antisemiten eine Plattform. Die jüdische Gemeinde zeigt sich bestürzt und verunsichert - die Synagoge müsse nun von der Polizei verschärft bewacht werden.
Umfrage

"1000 Freunde, unzählige Kumpel" - Schalke 04 startet eine neue Kommunikationskampagne für die Saison 2014/2015. Dafür sind die Knappen mit einigen Profis in Bottrop eingefahren, um sie unter Tage zu fotografieren. Ist das noch zeitgemäß?

 
Fotos und Videos
Wakeboard-Spaß
Bildgalerie
Ferienprogramm
Theater der Träume
Bildgalerie
Proegrssive Metal
Kunst aus der Katastrophe
Bildgalerie
Erster Weltkrieg
Zu Gast bei der Polizei
Bildgalerie
WAZ öffnet Pforten