Musik mit allen Mitteln

Alles geht, alles klingt in diesem Mammutorchester. Wenn am Freitag, 8. Februar, um 20 Uhr im Foyer des Musiktheaters im Revier Mauricio Kagels „Zwei-Mann-Orchester“ Premiere feiert, dann wird auf Glasharfen und Töpfen, mit Zahnbürsten und Kochlöffeln Musik gemacht. Zu Gehör kommen aber auch ganz klassische Instrumente wie Geigen, Gitarren, Kinderklavier oder Trommel. Eine nur selten in den Konzerthäusern zu erlebende Musiktheater-Performance.

Mit dabei ein Mann, der bereits bei der Uraufführung der Komposition im Jahre 1973 in Donau-Eschingen mit von der Partie war. Der Kölner Gitarrist Wilhelm Bruck baute das Musikmonster mit seinen rund 200 Instrumenten noch unter der Anleitung des Notensetzers höchstpersönlich zusammen. Was im oberen Foyer des Großen Hauses auf den ersten Blick noch wie eine Ansammlung von Sperrmüll aussieht, ist in Wirklichkeit ein minuziös ausgeklügeltes Instrumentarium. Und die beiden Musiker Wilhelm Bruck und Matthias Würsch versichern, dass trotz des improvisierten Anscheins weder Musik noch Optik dem Zufall überlassen sind: „Alle Klänge sind durchkomponiert und kalkuliert.“

Ein Spiel für Zwei: Wilhelm Bruck und Matthias Würsch (Basel) haben 2011 im Auftrag der Paul Sacher-Stiftung Basel das inzwischen dritte „Zwei-Mann-Orchester“ gebaut. Bruck arbeitete seit 1966 regelmäßig mit Kagel zusammen, unter anderem im Kölner Ensemble für Neue Musik, ist inzwischen Professor für Gitarre in Karlsruhe. Matthias Würsch studierte Schlagzeug in Basel und Paris und gilt als gefragter Spezialist für außergewöhnliche Instrumente wie die Glasharmonika. Er hat eine Professur für Schlagzeug an der Hochschule in Basel.

Neben den Abendvorstellungen bietet das Musiktheater auch Schul- und Familienvorstellungen um 10 Uhr an. Karten kosten zwischen 7,50 bis 15 Euro. Infos: 0209 4097200.