Mordkommission "Halde" sucht mit Tauchern nach Beweisstücken

Im Hafenbecken Graf Bismarck am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen suchten am Dienstag Taucher der Polizei Bochum und der Feuerwehr Gelsenkirchen nach Beweisstücken im sogenannten Halden-Mordfall in Herne.
Im Hafenbecken Graf Bismarck am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen suchten am Dienstag Taucher der Polizei Bochum und der Feuerwehr Gelsenkirchen nach Beweisstücken im sogenannten Halden-Mordfall in Herne.
Foto: Martin Möller
Was wir bereits wissen
  • Zwei Taucherteams suchten nach Gegenständen der getöteten Sandra Raasch (33)
  • Der Täter könnte laut Polizei ein 35-jähriger Gelsenkirchener sein, er hat gestanden
  • Die Suchaktion im Hafenbecken Graf Bismarck blieb am Ende aber erfolglos

Gelsenkirchen.. Wo sonst Spaziergänger Entspannung und Beschaulichkeit suchen, wurde die Idylle am Dienstagmorgen durch Taucher der Bochumer Polizei und der Gelsenkirchener Feuerwehr getrübt. Im Auftrag der Mordkommission Halde suchten die Männer im Hafenbecken Graf Bismarck am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen nach Beweisstücken zum Mord an der 33-jährigen Sandra Raasch aus Düsseldorf, die am 15. Juli auf der Halde Pluto in Wanne aufgefunden worden war.

Häufiger am Hafenbecken gesehen

Im Gespräch mit dieser Zeitung vor Ort machte der Bochumer Kriminalhauptkommissar Michael Weirich, Leiter der Mordkommission Halde, deutlich, dass die Polizei immer noch davon ausgeht, dass sie bei den beiden innerhalb von wenigen Tagen in Herne entdeckten Frauenleichen davon ausgeht, dass es sich um ein und denselben Mörder handeln könnte. Ein 35-jähriger Gelsenkirchener hat bereits gestanden, die Frau, deren Leiche im Stadtpark in Wanne gefunden wurde, vergewaltigt und erdrosselt zu haben.

Das Opfer stammt aus Herne-Wanne. Ihr Ehemann hatte seine 36-jährige Frau am 9. Juli als vermisst gemeldet.

„Wir schließen immer noch nicht aus, dass es einen Zusammenhang zwischen beiden Taten gibt“, sagte Weirich. Der geständige Mann habe sich laut Zeugen häufiger am Hafenbecken in Gelsenkirchen aufgehalten. Dort wurde gestern mit Tauchern nach Gegenständen gesucht, die der auf der Halde Pluto gefundenen Sandra Raasch gehörten.

Leichenfund „Vielleicht hat der Täter die Sachen ja hier ins Wasser geworfen. Das Becken ist aber groß, außerdem befindet sich direkt nebenan der Rhein-Herne-Kanal. Da müssen wir schon großes Glück haben, um etwas zu finden.“ In der Tat, denn am Ende blieb die gut zweistündige Suchaktion der Taucherteams erfolglos.

Im Juli waren innerhalb von vier Tagen zwei getötete Frauen in Herne gefunden worden. Eine auf der Halde Pluto, die andere im Stadtgarten. Letztere war gefunden worden, weil der 36-jährige Gelsenkirchener die Polizei zum Tatort geführt hatte. Diese war zunächst davon ausgegangen, dass der Mann sie zum Fundort der Toten auf der Halde führen würde und hatte es überraschender Weise mit einer zweiten Frauenleiche zu tun.

„Die Suche geht weiter“, kommentierte der Bochumer Polizeisprecher Volker Schütte den erfolglosen Taucheinsatz im Gelsenkirchener Hafenbecken.

Die Polizei bittet um die Hinweise von Zeugen

Die 33-jährige Sandra Raasch stammte aus Düsseldorf und war dort laut Polizeiangaben dem Obdachlosenmilieu zuzurechnen gewesen. Letztmalig wurde sie am 2. Juli im Bereich der Erzbahntrasse gesehen. Sandra Raasch war circa 1,70 Meter groß und von normaler Statur. Sandra Raasch hatte nackenlange, dunkelblonde Haare, die zu einem Pagenschnitt frisiert waren. Hinweise an die Polizei unter: 0234 909 4110.