Moderne Schatzsuche zwischen Emscher und Kanal

Koordinaten eingeben –  und dann geht es los. WAZ-Redakteurin Anne Bolsmann am Anfang ihrer Schatzsuche entlang des Kulturkanals.
Koordinaten eingeben – und dann geht es los. WAZ-Redakteurin Anne Bolsmann am Anfang ihrer Schatzsuche entlang des Kulturkanals.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Foto-Caching heißt die Aktion, zu der der Regionalverband Ruhr noch bis Ende Mai kulturinteressierte Schatzsucher rund um Gelsenkirchen einlädt.

Gelsenkirchen.. Schnitzeljagd am Rhein-Herne-Kanal: Der Regionalverband Ruhr (RVR) lädt noch bis Mitte Mai zum „Fotocaching+“ ein. Aber was genau ist damit gemeint? Und wie funktioniert das? Obwohl ich kein Geocaching-Fan bin, hat mich der Aufruf auf www.kulturkanal.ruhr/foto-caching neugierig gemacht. Das musste ich unbedingt einmal selber ausprobieren.

Die Internetseite verrät mir: In Gelsenkirchen sind zwei „Cachés“ versteckt, das sind die kleinen Schatzkästchen, die es zu suchen gilt – dort lassen sich auch die Koordinaten zum ersten Suchort finden: N51°31.86288 E7°3.30852 – und der Hinweis: „Auf der Schleuse kann man Schiffen winken, manche steigen und andere sinken./In der Nähe kannst du Kunst besuchen, leider gibt’s weder Kaffee noch Kuchen./Der künstliche Berg ist kein echter Stein, aber nah der Schleuse liegt einer, der könnte es sein.“

Damit kann ja eigentlich nur das „Monument for a Forgotten Future“ auf der Wilden Insel gemeint sein! Ich mache mich also auf in die Richtung der Gelsenkirchener Schleuse (der zweite Caché ist übrigens wenige Meter davon entfernt im Nordsternpark versteckt) und lade mir unterwegs noch schnell eine GPS-App auf mein Smartphone.

Zur Sicherheit zusätzlich mit analoger Karte unterwegs

Hier muss man jetzt nur noch die Koordinaten eingeben und schon hilft das Gerät bei der „Schatzsuche“. Zur Sicherheit habe ich mir vorher allerdings noch die Detailkarte aus dem Internet ausgedruckt. Man weiß ja nie, ob man sich auf die Technik verlassen kann. Das RVR-Geocaching funktioniert übrigens auch ganz ohne Smartphone, Navigationssystem oder GPS-Peilsender: Man kann sich alle Suchorte aus dem Internet ausdrucken.

Ein Stein weist letztlich den Weg

Mit Karte und Handy bewaffnet finde ich auch auf Anhieb das Ziel. Dort angekommen, gestaltet sich die Suche allerdings ganz schön schwierig. Ich weiche ein wenig vom Weg ab und schaue in einem kleinen Waldstück in jedes herumliegende Rohr, öffne auch eine halb vergrabene Thermoskanne. Leider Fehlanzeige: Alles nur Müll.

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Darin lassen sich ein winziger Deko-Osterhase, Aufkleber, ein Bleistift samt Anspitzer und ein Logbuch finden. Hier muss man Datum und Namen eintragen – und welche Figur man gefunden hat. Dann wird die Dose mit neuem Inhalt wieder am gleichen Ort versteckt – und wartet auf den nächsten Finder. . .