Mit Feuerwerks-Rucksäcken durch die Nacht

Zum 15. Mal lockte die Extraschicht am Samstag Besucher nach Gelsenkirchen. Im Amphitheater gab es traditionell das große imposante Feuerwerk samt Live-Shows.
Zum 15. Mal lockte die Extraschicht am Samstag Besucher nach Gelsenkirchen. Im Amphitheater gab es traditionell das große imposante Feuerwerk samt Live-Shows.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Musik und Dampfmaschinen auf dem Consol-Gelände , Stoppok und Feuerwerk am Amphitheater – am Samstag wurde die Nacht zum Tage

Gelsenkirchen.. Juliette, Melanie und Anita stehen am Samstag an den Bushaltestellen der Bismarckstraße, pünktlich ab 18 Uhr weisen die freundlichen Mädels mit den „Extraschicht“-T-Shirts den Besuchern den Weg auf das Gelände der Zeche Consolidation.

Schon von Weitem schallt das Steiger-Lied mit Blechbläsern und Dudelsackuntermalung der „Marching Klänge 06 e. V.“ - keine Frage, zur „Nacht der Industriekultur“ gehört der direkte Bezug zur Bergarbeitervergangenheit. Im südlichen Maschinenhaus dampft es, angenehm warm ist die Luft in der Halle. „Jetzt gehen wir mal Zeche gucken“, diesen Satz hört Paul Ulatowski vom Initiativkreis heute oft.

Fünf Mal die neue „Symphonie der Arbeit“ im Theater auf Consol

„Wir wollten mal sehen, wo die alten Schalke04-Knappen früher gearbeitet haben“, erklärt Volker Tüshaus seine Wahl „Gelsenkirchen“ aus dem reichhaltigen Extraschicht-Angebot. Jetzt steht der Dorstener Unternehmer mit Frau und Söhnen vor den Erinnerungen an Fritz Unkel & Co. Auf dem weißen Platz spielen immer zur vollen Stunde die Künstler des Musikprobenzentrums C4 in ihrem „musikalischen Wohnzimmer“. Derweil gibt es im Theatergebäude auf Consol gleich fünf Mal die neue, 25-minütige „Symphonie der Arbeit“ zu erleben, die Komponist Michael Gees mit Bürgern aus dem Revier komponiert hat und die hier am Abend zuvor ihre Uraufführung erlebte.

Doch zurück zur Extraschicht 2015: Während Musiker ihre Arbeit verrichten, fährt ein weißer VIP-Bus auf das Gelände, rund dreißig Gäste mit bunten Plastikkarten um den Hals schwärmen aus. „Mit dem Bus fährt man drei Attraktionen der Extraschicht an, um 2 Uhr nachts sind wir wieder zurück in Duisburg“, sagt Bernhard Knittel aus Oberhausen. Der Extraschicht-Fan ist früher mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. „Aber da steht man sich manchmal die Beine in den Bauch und die Busse sind recht überfüllt“.

Von Consol aus ist das heute Abend kein Problem, mit dem ES12-Shuttle geht es direkt zum Nordsternpark, das nehmen viele Extraschichtler in Anspruch. Kleine Standorte wie Consol haben in der zweiten Hälfte des Extraschicht-Abends immer gegen den Besucherabfluss in Richtung Großveranstaltungen zu kämpfen.

Über 5000 Menschen im Bereich des Nordstern-Amphitheaters

Gegen 22 Uhr sind schon über 5000 Menschen im Bereich des Nordstern-Amphitheaters. Im Eingangsbereich direkt ein gemütlicher Biergarten mit kleiner Bühne. Vor der Foto-Kulisse der Bochumer Straße aus Ückendorf bietet die Show Collage „Insane Urban Cowboys“ ein kreatives Programm von Musikern und Poetry-Slammern.

Flirrende Lichter des Feuerwerks starten die Show auf der Amphitheater-Bühne. Neben Musik von Stoppok gibt es auf dem großen Bildschirm immer wieder Einspielungen des WDR von den anderen Extra-Schicht Standorten.

Die Unruhe im Publikum zeigt aber, dass man lieber Live-Events betrachten möchte. Mit der Wasserskishow ist die Stimmung wieder auf dem Höhepunkt, die verrückten Pyrotechniker mit ihren brennenden Metallrucksäcken bieten eine spektakuläre Lichtshow. „Wir sind mit dem Verlauf des Abends sehr zufrieden“, sagt Veranstalter Frank Lamfried aus dem Stadtplanungsreferat. „Überall gute Laune. Die geschätzt 20 000 Zuschauer auf unserem Areal über den ganzen Abend hinweg, sind knapp ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Das liegt aber garantiert nur am kalten Wetter.“