Mit einer Holding neue Strukturen schaffen

Es kommentiert: Friedhelm Pothoff.
Es kommentiert: Friedhelm Pothoff.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Die Stadtwerke haben das Wirtschaftsjahr 2014 mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Das ist keine gute Nachricht.

Gelsenkirchen..  Die Stadtwerke haben das Wirtschaftsjahr 2014 mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Das ist keine gute Nachricht, denn die rund 7000 Euro, die in den Haushalt fließen, sind angesichts der kommunalen Finanzmisere nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Ursache für den Ergebniseinbruch ist bekannt. Es sind die seit dem 1. Juli 2013 geltenden Verpachtungsverträge für die städtischen Energienetze. Sie waren die Basis, um defizitäre Töchter auszugleichen und einen ordentlich Überschuss in die Stadtkasse abzuführen. Zwar sind die Ergebnisse der Verlustbringer vor Steuern allesamt besser als im Jahr zuvor, doch an dem dicken Minus hat sich nichts geändert. Beim Sportparadies/Bäder liegt es bei 7,278 Millionen Euro (minus 7,846 Millionen Euro in 2013), beim Zoom erreicht es 6,123 Millionen Euro (Vorjahr minus 9,208) und bei emschertainment 975 000 Euro (minus 1,085).

Zoom Erlebniswelt scheint unantastbar

Was also kann man tun? Im Herbst wird das externe Bäderkonzept vorliegen. Einschnitte sind zu erwarten, denn so weiterzumachen wäre – Stand heute – fahrlässig. Einige Eventorte in der Stadt werden auf den Prüfstand kommen. Emscher-Lippe-Halle und Kaue zuerst. Da kann der alte Zechenbau an der Wilhelminenstraße noch so charmant sein. Zu emschertainment wiederum gehört die Gastronomiesparte. Auch hier darf es ein bisschen mehr sein. Nicht auf den Tellern, aber in der Kasse. Die Zoom Erlebniswelt scheint unantastbar, weil sie als Marke weit über die Stadtgrenzen hinaus ein Publikum findet.

Aber reicht das aus, um die Situation entscheidend zu verändern? Nein. Verwaltung und Politik müssen grundsätzlich über Strukturveränderungen diskutieren. Ein Ansatz etwa wäre es, die städtischen Eigengesellschaften und Eigenbetriebe unter dem Dach einer Holding zusammenzufassen. Andere Kommunen, Essen beispielsweise, sind diesen organisatorischen Schritt längst gegangen, weil er durchaus unternehmerische Vorteile bietet.

Dienstleistungs- und Managementfunktionen können übernommen werden, ohne den Beteiligungen die operativen Geschäftsbereiche, insbesondere branchenspezifische Aufgaben, wegzunehmen. Eine Personalverschlankung gehört dazu. Und die Möglichkeit, neue Geschäftsfelder zu erschließen, die im besten Fall lukrativ sind.