Mit Bildern den Kontakt zu den kleinen Kindern halten

Auch Svenja Bauer (32, Name von der Redaktion geändert) mag nicht sagen, warum sie in Haft ist. Seit 2012 sitzt sie in der Feldmark ein, bis Februar 2017 soll sie entsprechend ihrem Urteil bleiben. Ihre beiden großen Kinder – 10 und 11 Jahre – leben bei ihrem Ex-Mann. Die Zehnjährige besucht sie, die Älteste mag nicht ins Gefängnis kommen. Die beiden kleinen Kinder leben in einer Pflegefamilie. Ob sie die Kleinen nach der Haft zurückbekommt: Svenja Bauer weiß es nicht.

Feiern mit Thunfischsalat und Torte

Aber sie bleibt in Kontakt mit ihnen, mit Briefen und Bildern, die hin und her gehen. Sie und Carola Müller helfen und stützen einander, kochen regelmäßig gemeinsam, teilen viele Interessen und arbeiten beide in der Gefangenenbücherei.

Svenja Bauer ist gelernte Einzelhandelskauffrau, einen Beruf hat sie also, wenn sie rauskommt. Hoffnungen, Wünsche für 2015: „Dass der nächste Vollzugsplan mir mehr Lockerungen bringt und ich dann noch mehr Familienzeit bekomme.“ Drei Stunden hat sie kürzlich ihre zehnjährige Tochter im Familienzimmer der JVA gesehen. Das ist schon richtig lange für Häftlinge. Aber natürlich nicht annähernd lange genug, um eine gute Beziehung zu pflegen.

Der Jahreswechsel wird in der Justizvollzugsanstalt übrigens wie ein ganz normales Wochenende begangen. Zu Weihnachten gibt es Gottesdienste und besonderes Essen, zum Jahreswechsel aber nicht. Sekt ist ebenso wie jeder andere Alkohol in der Justizvollzugsanstalt verboten. In den letzten Jahren war es eher ruhig zum Jahreswechsel, erinnert sich Anstaltsleiter Carsten Heim.

Carsten Deuß wird um Mitternacht aus dem Fenster den Raketen zuschauen, eine Cola und eine Zigarette genießen und dann schlafen gehen, sagt er. Carola Müller und Svenja Bauer wollen gemeinsam feiern. Da sie ohnehin in einer Wohngemeinschaft leben – wobei jede eine eigene Zelle hat, es aber gemeinsame Kochgelegenheiten gibt – wollen sie in einer Zelle nächtigen. Thunfischsalat und Torte soll es geben, ein bisschen Musik hören wollen sie, das neue Jahr begrüßen eben, von dem sie sich Manches erhoffen.