Minister Groschek: Gelsenkirchen-Ückendorf soll ein Modellprojekt werden

Neujahrsempfang der SPD Gelsenkirchen in der Emscher-Werkstatt des Sozialwerk St. Georg an der Emscherstraße.
Neujahrsempfang der SPD Gelsenkirchen in der Emscher-Werkstatt des Sozialwerk St. Georg an der Emscherstraße.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
NRW-Minister Michael Groschek war der Gastredner beim Neujahrsempfang der Gelsenkirchener SPD. Dort kündigte er an, dass die Stadtentwicklungsprojekte Bochumer Straße und Ückendorf zum Modellprojekt des Landes erklärt werden sollen.

Gelsenkirchen..  An der Emscherstraße, gegenüber der Einfahrt zum Sozialwerk St. Georg, hatte sich am Samstagmorgen eine Abordnung der Gelsenkirchener Jägerschaft formiert, um zu protestieren. Sie zeigte dem SPD-Stadtverband, dem Oberbürgermeister, den Abgeordneten aus Bund und Land sowie NRW-Bauminister Michael Groschek, dass sie mit dem neuen Landesjagdgesetz nicht einverstanden sind.

In den Räumen des Sozialwerks, hier veranstalteten die Gelsenkirchener Genossen traditionell ihren Neujahrsempfang, war das gar kein Thema. Dominierender Gesprächsinhalt waren die schrecklichen Ereignisse in Paris, in Frankreich in der vergangenen Woche.

„Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie) und „Nous sommes Charlie“ (Wir sind Charlie) formulierte die SPD-Vorsitzende Heike Gebhard unter großem Applaus der über 200 Gäste und verurteilte die terroristischen Taten von Paris als „barbarischen Akt“ und als „einen Anschlag auf das Wertesystem unserer Gesellschaft, auf die Meinungs- und Pressefreiheit“, die es zu bewahren gelte. „Verteidigen wir unsere Grundrechte. Bleiben wir frei“, rief sie den Gästen zu.

Friedliches Zusammenleben der Kulturen

Für die Absichtserklärung des Tages sorgte der Gastredner, Minister Michael Groschek (SPD). Stadtteilentwicklung und Quartiersentwicklung bezeichnete der 58-Jährige als sehr wichtige Inhalte für den „Riesen Ruhrgebiet“, der aufgeweckt werden müsse. Sie stünden für ein Recht auf Heimat, „wo man sich sicher und geborgen fühlen soll“. Dazu zähle das Gelsenkirchener Projekt Bochumer Straße und Ückendorf. Groschek bezeichnete es als „grandios“ und sagte als Vertreter der Landesregierung: „Wir wollen Ückendorf zum Modellprojekt erklären.“ Dort solle das friedliche Zusammenleben für alle Kulturen umgesetzt werden, „für alt und jung, für arm und reich“. Das wolle die Landesregierung, wie an anderen Orten auch, unterstützen.

Außerdem blickte der Minister auf wichtige Vorhaben für das Ruhrgebiet. Er formulierte unmissverständlich, dass der Ausbau der A52 bei Gladbeck zwischen A2 und A42 umgesetzt werden solle und wie wichtig der Bau des Radschnellweges RS1 von Hamm nach Duisburg sei.

Bessere Anbindung im Nahverkehr

„Elektroautos verkaufen sich nicht wie gedacht. Aber der Markt für Pedelecs und E-Bikes wächst stark. Das wollen wir nutzen.“ Auch eine bessere ÖPNV-Anbindung im Ruhrgebiet auf den Fernverkehrstrassen solle es geben durch den Bau des Zuges RRX. Die Auftragserteilung stellte er für Ende März in Aussicht.

Dem Projekt „Umbau 21“, das Groschek mehrfach als „Umbruch 21“ bezeichnete und mit dem Versprecher gar nicht mal falsch lag, wies er eine hohe Bedeutung zu, um die wirtschaftliche Situation für die Bereiche Energie, Chemie und Logistik in der Emscher-Lippe-Region und damit auch in Gelsenkirchen zu stärken.