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Schnullerbaum

Mimmi hängt jetzt im Ahornbaum

22.10.2007 | 20:59 Uhr

Frank Baranowski weiß, wie man Kinder tröstet. Also hatte das Stadtoberhaupt eine Kiste voller kleiner Teddys dabei. Die Knirpse dankten schüchtern, aber mit leuchtenden Augen. Hatten sie doch gerade den „Nucki”, ihren heißgeliebten Tröster in e

Joel, vier Jahre alt, kam gleich mit vier Schnullern zum Spielplatz im buerschen Wald. „Ich gebe sie alle ab”, sagte der Dreikäsehoch ganz tapfer. Er will künftig auch nicht am Daumen nuckeln, wie er versprach und dabei seinem Papa ganz fest in die Augen guckte. Der war dagegen etwas skeptischer, was das Zubettgehen in den nächsten Tagen betrifft. „Aber es war seine Entscheidung”, sagt der Vater, „wir haben ihm da nicht 'reingeredet.” Bei der dreijährigen Lea war das genau so. „Wir haben ihr von dem Schnullerbaum erzählt, und sie war sofort einverstanden”, sagte die Mutter. Ihr Bruder dagegen, der acht Jahre alte Marc, hat seinen Schnuller damals weit weniger romantisch entsorgt. „Ich hab' ihn vergraben”, erzählt der Schüler - und ist in dem Moment ganz cool. Aber dass die kleine Schwester und der Papa mit dem Hubsteiger hoch gefahren sind, und Lea ihre „Mimmi”, wie sie den Schnuller nannte, in einen Ast hängte, beeindruckte den jungen Herrn freilich auch. Ziemlich beeindruckt war auch der zweijährige Phil. Mutter Sandra Steimann-Niesch übrigens auch. Sie war auch ein kleines bisschen stolz: Die 36 Jahre alte Kinderbuchberaterin und Mutter von zwei Kindern nämlich hatte die Idee zu dem „Schnullerbaum”. Sie wandte sich mit ihrer Idee an Oberbürgermeister Frank Baranowski und - lief sozusagen offene Türen ein. Der „Stadtvater” schaltete Gelsendienste ein, das Referat Kinder, Jugend und Familie und siehe da: Ein Ahornbaum im buerschen Grüngürtel oberhalb der großen Wiese wurde zum Schnullerbaum umfunktioniert. Und damit der Abschied vom Schnuller kein Abschied für immer sein sollte, will die Stadt, so sagte Jugendamtsleiter Alfons Wissmann, die Kids mindestens einmal im Jahr mit dem Hubsteiger aufsteigen und nach dem Schnuller gucken lassen. Der OB sagte es nicht laut, aber er sagte es auch nicht unterm Siegel der Verschwiegenheit: „Mein Schnuller endete im Küchenofen, ich stand davor und sagte nur: 'weg'.”

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