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LWL-Bilanz

Millionen-Umschlag

03.08.2010 | 17:29 Uhr
Millionen-Umschlag
Für die Integration behinderter Mitarbeiter – wie im Supermarkt Carekauf im Tossehof – gibt der LWL Mittel. Foto: Martin Möller

Behindertenarbeit, Betreutes Wohnen, Integration: das ist der Dreiklang, den sich der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) Millionen kosten lässt. 2009 wurden wie berichtet rund 100 Mio Euro (2008: 93 Mio) in Gelsenkirchen ausgegeben. Behinderten und pflegebedürftigen Menschen kam der Großteil des Geldes zugute. Etwa 65,2 Millionen Euro flossen in diese sozialen Aufgaben, beispielsweise an die Einrichtungen des Sozialwerks St. Georg oder der Gelsenkirchener Werkstätten für angepasste Arbeit gGmbH.

„Mit dem Geld finanziert der LWL zum Beispiel das selbstständige Wohnen von Menschen mit Behinderung“, so die Gelsenkirchener LWL-Abgeordneten. Das Ambulant Betreute Wohnen soll noch stärker als Alternative neben den Wohnheimen gefördert werden. Der LWL unterstützte im vergangenen Jahr 515 (2008: 469) Menschen in Gelsenkirchen, die in den eigenen vier Wänden leben.

Betreutes Wohnen könne die erwarteten Kostensteigerungen zumindest dämpfen, weil dort der Betreuungsaufwand geringer sei als in einem Wohnheim, betonen die Abgeordneten. Entsprechend wurden die Plätze kontinuierlich ausgebaut. Ein Platz im Betreuten Wohnen ist pro Tag bis zu 60 Euro günstiger als einer in einer stationären Einrichtung (ca. 100 Euro täglich). 2009 bezahlte der LWL in Gelsenkirchen insgesamt 808 (2008: 809) Heimplätze.

Außerdem finanzierte der Kommunalverband 1034 (2008: 990) Plätze in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Das LWL-Integrationsamt gab zudem etwa 1,4 Mio Euro aus Mitteln der Ausgleichsabgabe aus, um Menschen mit Handicap ins Arbeitsleben zu integrieren, ihren Arbeitsplatz umzugestalten oder auch zu erhalten. Den Ausgleich zahlen Betriebe, die gemessen an ihrer Mitarbeiterzahl zu wenige Schwerbehinderte beschäftigen. Rund 4,4 Mio Euro zahlte das LWL-Versorgungsamt an Entschädigungsleistungen, darunter an 789 Kriegsopfer und Hinterbliebene.

Aus Gelsenkirchen gingen 2009 111 Mädchen und 157 Jungen mit Behinderungen in einen Förderschulkindergarten oder eine Förderschule des LWL. Knapp 844 000 Euro zahlte der Landschaftsverband dafür, dass 140 Kinder mit ihren nichtbehinderten Altersgenossen einen von 50 Kindergärten besuchen konnten. 2008 besuchten 92 Mädchen und 167 Jungen eine der LWL-Förderschulen.

Der Landschaftsverband beschäftigt in Gelsenkirchen 28 Mitarbeiter. Sie arbeiten in den LWL-Förderschulen mit den Förderschwerpunkten körperliche und motorische Entwicklung, Hören und Kommunikation sowie Se-hen. Gelsenkirchen zahlte 2009 einen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 57,5 Millionen Euro an den Kommunalverband.

In Gelsenkirchen flossen Mittel auch jenseits der Behinderten- und Integrationsarbeit: Zum Beispiel an Familienbildungsstätten (348 000 Euro), die Schwangerschaftskonfliktberatung (381 000 Euro), das Frauenhaus (87 600 Euro) oder die Denkmalpflege (11 900 Euro).

Jörn Stender

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