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Mihalic zeigt sich selbstkritisch

Gefragte Gelsenkirchenerin im Berliner Politik-Betrieb
Irene Mihalic (38) aus Gelsenkirchen ist seit Beginn der Legislaturperiode Mitglied des deutschen Bundestages. Im Gelsenkirchener Parteibüro berichtete sie über ihre Erfahrungen als Abgeordnete in Berlin. Mihalic ist Sprecherin ihrer Partei für den Bereich Innere Sicherheit.Foto: Martin Möller

Und dann wäre da noch die Königsdisziplin: Rede im Bundestag. Zur Beamtenbesoldung, zu den NSU-Verbrechen, zur Änderung des Antiterrordateigesetzes hat Mihalic in den letzten Wochen für ihre Fraktion gesprochen. Oft allerdings vor fast leerem Plenum. Bedauerlich findet Mihalic, wenn sich besonders das Kabinett rar mache, Minister selbst bei Fragestunden oder ihren ureigensten Themen fehlten. Andererseits ist sie nach gut einem Jahr in Berlin auch selbstkritisch: „Wir müssen daran arbeiten, dass die Debatten interessanter werden, auch das Prinzip Rede und Gegenrede ermöglichen. Das würde beleben.“

Ebenso weiß sie: Die Fraktionen sorgen selbst für Präsenz im Plenum, die Entscheidungen werden in den Ausschüssen vorbereitet. „Die Plenarsitzung ist ja auch nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was man arbeitet als Abgeordneter. Und wenn man dort sitzt, denkt man eben auch an den Riesenstapel Arbeit, der noch auf dem Schreibtisch liegt.“

„Dafür muss man sich schließlich auch intern durchsetzen“

Als Mitarbeiter in Berlin hat sich Irene Mihalic für ihr Abgeordnetenbüro altgediente Kräfte gesucht, die vorher bereits für andere Parlamentarier tätig waren. Das habe den Einstieg erleichtert, sagt sie. Ebenso gebe es natürlich viele Kleinigkeiten, „wo ich von erfahrenen Kollegen lerne. Da kann man sich viel ersparen, wenn man auch mal einen Rat annimmt.“

Bei der Generaldebatte zur Innenpolitik am 30. Januar 2014 hielt Irene Mihalic ihre erste Rede im Deutschen Bundestag. Foto: Hagen Fricke

Dass die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD sich 2013 lang zogen, spielte der Grünen in die Hände. „Ich hatte Zeit, mein Büro einzurichten, wir konnten die Arbeit verteilen. Aber man muss natürlich auch in der Fraktion werben, damit man die Themen bekommt, die man gerne hätte. Dafür muss man sich schließlich auch intern durchsetzen.“

Zwischen Gelsenkirchen und Berlin pendelt Mihalic seither. Am Prenzlauer Berg hat sie mittlerweile eine Ein-Zimmer-Wohnung. Sie hat sie von einer ausgeschiedenen Abgeordneten übernommen. „Voll möbliert. Ich konnte mit einer Zahnbürste einziehen“, lacht die 38-Jährige. Schnell startklar zu sein im Politbetrieb, das war ihr auch hier wichtig. Anfangs, sagt Mihalic, war die Arbeitsbelastung so groß, „dass ich Berlin eigentlich nur im Dunklen kannte.“ Ihr Mann Dennis Melerski besucht sie ab und zu an der Spree. Die Stadt findet die 38-Jährige „riesengroß und total beeindruckend. Aber freitags bin ich auch froh, wenn ich im Zug nach Hause sitze.“

Jörn Stender

Kommentare
22.01.2015
13:00
Realsatire...
von informiert | #2

U.a. haben die Grünen ein Fahrradamt für Gelsenkirchen gefordert... (kein Scherz!)
Da können sie dann ihre nicht sehr zahlreichen Parteigänger...
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Gefragte Gelsenkirchenerin im Berliner Politik-Betrieb
Gefragte Gelsenkirchenerin im Berliner Politik-Betrieb
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http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/gefragte-gelsenkirchenerin-im-berliner-politik-betrieb-id10260840.html
2015-01-22 07:05
Gelsenkirchen, Irene Mihalic, Politik, Abgeordnete, Berlin,
Gelsenkirchen