Mehr Grün, weniger Schwerlastverkehr

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Was wir bereits wissen
Die Kurt-Schumacher-Straße, ein Hauptverkehrsweg in Gelsenkirchen, braucht mehr Natur und alternative Strecken. Donnerstag entscheidet der Ausschuss.

Gelsenkirchen.. Die Kurt-Schumacher-Straße, einer der Hauptverkehrswege in Gelsenkirchen, braucht mehr Natur und alternative Streckenführungen für die größten Schadstoffschleudern. Das Votum des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz schuf dafür am Dienstag die Voraussetzungen. Die eigentliche Entscheidung fällt am Donnerstag der Ausschuss für Verkehr, Bauen und Liegenschaften.

35.000 Fahrzeuge bewegen sich täglich über die Kurt-Schumacher-Straße. Das führt – Umweltzone hin oder her – zu einer Überschreitung der Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide in der Luft. Die dort vorhandenen Belastungen müssen mit Blick auf die Gesundheitsgefährdung für die Anwohner verringert werden. Sonst drohen der Stadt beträchtliche Bußgelder.

Umwege für Lkw über 3,5 Tonnen

Die Strategie der Verwaltung lautet, das Ziel in vielen kleinen Schritten zu erreichen. 1. Eine stärkere Begrünung verringert Feinstaubbelastung und Luftverschmutzung. „In Straßen ohne Baumbestand kann die Feinstaubbelastung bis zu sechs Mal höher sein als in Straßen mit Bäumen“, erläuterte der von der Stadt beauftragte Gutachter. Fassaden- und Gleisbegrünung sowie Bäume könnten gerade in der besonders belasteten Häuserschlucht zwischen Berliner Brücke und A 42 (nördlicher Teil der KSS) für verbesserte Luft sorgen.

An der KSS stehen Flächen für Begrünungsmaßnahmen zur Verfügung. Der einfachste Weg, so der Gutachter, sei Bogestra und Stadt für die Umsetzung der Gleisbegrünung und Baumpflanzungen ins Boot zu holen, da Maßnahmen im öffentlichen Raum weniger Abstimmungsaufwand bedeuteten und schneller umzusetzen seien.

In Teilabschnitten gesperrt

2. Um den Schwerlastverkehr zu reduzieren, wird die KSS in Teilabschnitten für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrt. Die städtischen Verkehrsplaner haben in Nord-Süd- bzw. Süd-Nord-Richtung Alternativrouten aufgezeigt. In Fahrtrichtung Süden (Gelsenkirchen-Zentrum) wird die KSS ab Caubstraße gesperrt und der Lastverkehr über die westliche Caubstraße und die Straße Am Schalker Bahnhof (900 Meter lang) geführt. Circa 440 Lkw pro Tag werden auf die Caubstraße verlagert. Im Stadtgebiet werden dadurch rund 100.000 Lkw-Kilometer im Jahr zusätzlich gefahren.

In Fahrtrichtung Norden (Buer) wird die KSS ab der Rampe zur Berliner Brücke gesperrt. Die Umleitung (2 km lang) erfolgt über die Gewerken-, Grohus- und Uferstraße. Die Anzahl der sich verlagernden Lkw und der zusätzlich gefahrenene Kilometer ist offen. Beide Verkehrsführungen sind auf ein Jahr befristet. Es gibt Verkehrszählungen.

Nach EU-Richtlinie sind ab dem 1. Januar 2005 nur maximal 35 Überschreitungen für Feinstaub pro Jahr zulässig.

Seit dem 1. Januar 2015 wurden laut Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz an der Messstelle Kurt-Schumacher-Straße bis heute 24 Überschreitungstage festgestellt. An der Grothusstraße sind es 16, in Bismarck 12 (bis Ende April).