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Mehr als „altes Eisen“

14.04.2010 | 08:00 Uhr
Mehr als „altes Eisen“

Gelsenkirchen. Pflegenotstand, hohe Kosten, wenig Heimplätze: Oft werden ältere Menschen in der Gesellschaft als Belastung wahrgenommen. Dass aber auch in den Älteren durchaus ein großes Potenzial steckt, möchte der Caritas-Verband mit seiner Jahreskampagne „Experten fürs Leben“ zeigen.

„Experten fürs Leben“, das sind alte Menschen vor allem durch die Erfahrungen, die sie im Laufe ihres Lebens gemacht haben. Diese Lebenserfahrung weiterzugeben an jüngere Generationen und dadurch ältere Menschen wieder etwas mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen ist das Ziel der Kampagne. Die Kampagne spricht ältere Menschen in Pflegeheimen, Nachbarschaftszentren, Kirchengemeinden und auch durch die ambulanten Pflegedienste in ganz Gelsenkirchen an, die dort anhand eines Fragebogens ihre „Expertentipps“ mitteilen können.

So finden sich bisher bereits Experten für Ehekrisen und Gemüse, aber auch für Kochen oder handwerkliche Tätigkeiten. „Darüber hinaus können ältere Menschen über diese Fragebögen auch ihre Wünsche an die Stadt richten“, so Dieter Merten, Fachbereichsleiter Altenhilfe. Die Ergebnisse der Fragebögen können in Kürze über das Internet abgerufen werden (www.caritas-gelsenkirchen.de) oder in den Einrichtungen selbst, wo auch die Begegnung mit den „Experten fürs Leben“ stattfindet. Somit bekommen die Teilnehmer der Aktion im Austausch für ihr Wissen ein Stück Lebensqualität zurück, etwa durch die sozialen Kontakte die sich daraus entwickeln. So zum Beispiel bei Reiner Kurowski, der als Experte für die südländische Küche eine Begleitung für Kino-, Opern- und Museumsbesuche sucht.

Die Aktion zeigt nicht nur, dass Interesse an den Erfahrungen von Senioren besteht, sondern auch, dass Senioren sich am öffentlichen Leben beteiligen wollen, auch wenn dies nur mit Hilfe möglich ist.

Dadurch wird, so Peter Spannenkrebs, Leiter der Caritas, „Langfristig ein öffentlicher Bewusstseinswechsel angestrebt, der Senioren nicht nur als Belastung, sondern vielmehr als Bereicherung der Gesellschaft herausstellt“.

Max Niklas Gille

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