Medizin im Urlaub: Gelsenkirchener Apotheken warnen vor Fallen

Medikante gehören ins Handgepäck. Im Frachtraum eines Flugzeuges ist es sehr kalt, Kälte oder gar Frost verändern die Wirkung.
Medikante gehören ins Handgepäck. Im Frachtraum eines Flugzeuges ist es sehr kalt, Kälte oder gar Frost verändern die Wirkung.
Foto: IMAGO
Was wir bereits wissen
Gelsenkirchener Apotheken geben Tipps, was auf Reisen zu beachten ist. Vorsicht bei Betäubungsmitteln, da ist eine ärztliche Bescheinigung notwendig.

Gelsenkirchen.. Viele gehen nicht ohne Arzneimittel auf Reisen. Dabei sollten sie einiges wie die richtige Lagerung beachten. „Etliche Medikamente reagieren empfindlich auf Hitze, direkte Sonneneinstrahlung und Luftfeuchtigkeit und können dadurch ihre Wirksamkeit verlieren“, sagt Markus Sommerfeld, Vorsitzender der Bezirksgruppe Stadt Gelsenkirchen des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe.

Damit das nicht passiert, sollten die Arzneimittel bei Reisen mit dem Auto am besten unter einem der Vordersitze oder im Boden des Kofferraums gelagert werden. Auf dem Armaturenbrett, der Hutablage oder im Handschuhfach kann es dagegen im Sommer so heiß werden, dass man die Medikamente dort besser nicht ablegt. Bei längeren Autofahrten empfiehlt es sich, eine Kühltasche zu verwenden.

Arzneimittel im Flugzeug transportieren

Wichtig ist jedoch, dass die Arzneimittel keinen direkten Kontakt zu den Kühlelementen haben, denn auch ein Einfrieren kann die Wirkung von Medikamenten verändern. Genau aus diesem Grund dürfen Medikamente bei Flugreisen auch nicht im Frachtraum des Flugzeugs transportiert werden. Sie gehören ins Handgepäck.

Darf man seine Medikamente eigentlich mit ins Ausland nehmen? Für den privaten Gebrauch ist die Mitnahme grundsätzlich unproblematisch, solange keine Betäubungsmittel mitgeführt werden. „Patienten, die auf die Einnahme eines Betäubungsmittels angewiesen sind, brauchen eine ärztliche Bescheinigung, die vom Gesundheitsamt beglaubigt werden muss“, sagt Markus Sommerfeld. Das gilt selbst für einen Tagesbesuch in den Niederlanden oder Österreich.

Licht und Feuchtigkeit ausgesetzt

Aus Platzgründen entnehmen manche Patienten vor dem Urlaub die Arzneimittel aus ihren Verpackungen und füllen sie in andere Behälter um. Gut gemeint, aber gefährlich. Denn dadurch sind die Medikamente Licht und Luftfeuchtigkeit ungehindert ausgesetzt. Eine Zersetzung der Wirkstoffe wird so begünstigt und kann feuchtigkeitsempfindliche Formen der Darreichung wie Brausetabletten in ihrer Stabilität beeinträchtigen. Daher sollten die Medikamente am besten in ihren Blistern gelassen werden, was auch vor Verwechslungsgefahr schützt.

Nicht alle Arzneiformen sind für eine Reise geeignet. Zäpfchen schmelzen zum Beispiel schon bei Temperaturen um die 30 Grad, „wodurch es zu einer Umverteilung des Wirkstoffes kommen kann“, so Sommerfeld. Daher dürfen Zäpfchen, die diese Temperaturen einmal erreicht haben, auch nach dem Abkühlen nicht mehr verwendet werden.

Unpraktisch können unterwegs ebenso Tabletten oder Kapseln sein, die mit einem großen Glas Wasser eingenommen werden müssen. Einfache Alternative wären Schmelztabletten oder Direktgranulate, die unmittelbar auf der Zunge zergehen.

Bei Fragen rund um Reise und Arzneimittel bieten die örtlichen Apotheken selbstverständlich gern ihre Beratung und Hilfe an.