Gelsenkirchen

Maskierter Fahrradfahrer lag mehr als eine Stunde lang angeschossen am Boden: Warum das SEK am Mittwoch zur A52 gerufen wurde

Erst ein Spezialeinsatzkommando (SEK) musste zum Einsatz an der A52 gerufen werden, damit der maskierte Mann festgenommen werden konnte.
Erst ein Spezialeinsatzkommando (SEK) musste zum Einsatz an der A52 gerufen werden, damit der maskierte Mann festgenommen werden konnte.
Foto: Christian K. / privat
  • Maskierter Essener (30) war am Mittwoch auf der A52 mit Fahrrad und Plüsch-Panther unterwegs
  • Als Polizisten sich ihm nähern, fährt er mit dem Rad gegen den Polizeiwagen
  • Dann springt er mit dem Panther über die Leitplanke und versteckt sich

Gelsenkirchen. Was ist wirklich am Mittwochabend auf der Autobahn abgelaufen als ein Essener (30) mit Plüsch-Panther und Fahrrad auf der A52 unterwegs war?

Die Polizei Bochum ist mit ihren Ermittlungen weitergekommen. Die neusten Erkenntnisse erklärt Polizeihauptkommissar Volker Schütte auf Nachfrage von DER WESTEN wie folgt.

Fahrradfahrer fährt gegen Polizeiwagen

Bei der Polizei geht am Mittwoch um kurz vor 17 Uhr ein Notruf ein. Zeugen melden einen Fahrradfahrer auf der A52.

Als eintreffende Polizisten sich dem Mann nähern, fährt er mit seinem Fahrrad gegen den Polizeiwagen und stürzt dabei zu Boden.

Flucht? Nicht ohne Panther. Panther? Nicht ohne Maske.

Ein Polizist steigt aus dem Auto, daraufhin schnappt sich der 30-Jährige Essener den Panther, lässt sein Fahrrad liegen und springt über die Leitplanke.

Er flüchtet vor den Polizisten und versteckt sich mit Guy-Fawkes-Maske (bekannt aus dem Film „V wie Vendetta“) und Panther (der auch eine Guy-Fawkes-Maske trägt) vor den Beamten.

Maskierter kann sich kurz verstecken, wird dann aber entdeckt

Nachdem der Mann für kurze Zeit verschwunden war, entdeckt ihn ein Polizist. Er verfolgt den Maskierten, ist kurz davor, ihn festzunehmen. Der Polizist fordert den Mann auf, stehen zu bleiben.

In dem Moment dreht sich der Mann um und greift in seine Tasche. Als er sich zu dem Polizisten umdreht, hat er einen Gegenstand in der Hand, der laut der ermittelnden Polizei Bochum einer Pistole ähnlich ist. Mehr will die Polizei zu dem Gegenstand nicht sagen, da die Ermittlungen laufen und der Gegenstand zum Täterwissen zählt.

Schießender Polizist ist über 50 und erfahren

Der Mann richtet den Gegenstand auf den Polizisten, der ihm nun unmittelbar gegenüber steht. Der Beamte ist laut Polizei Bochum ein erfahrener Polizist der Autobahnpolizei Münster und über 50 Jahre alt.

Er sieht sich in diesem Moment plötzlich einer ernsthaften Bedrohung ausgesetzt.

Schuss auf Bein des Mannes

Deshalb gibt er einen Schuss auf das Bein des Mannes ab, der daraufhin zu Boden fällt.

Der Gegenstand befindet sich nun unter dem Körper des Mannes, die Bedrohung für die Polizisten vor Ort ist nicht vorüber.

Mehr als eine Stunde lang liegt er am Boden

Immer wieder fordern die Beamten den Mann auf, die Hände zu heben, damit sie ihn festnehmen können. Doch er weigert sich.

Die Beamten bleiben deshalb in Deckung. Mehr als eine Stunde lang liegt der Mann auf dem Boden. Deshalb wird ein Spezialeinsatzkommando angefordert, um ihn festnehmen zu lassen.

Auch im Krankenhaus noch aggressiv

Er wehrt sich und ist auch im Krankenhaus noch sehr aggressiv. Schließlich kann er operiert werden, will aber bis zum heutigen Tage nicht mit der Polizei über den Vorfall reden.

Nun laufen Ermittlungen gegen den Radfahrer wegen Bedrohung, Widerstand und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Auch gegen den schießenden Polizisten laufen Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung. Das ist üblich. Der Beamte bleibt deshalb weiterhin im Dienst.

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