Manege frei für Hunde und Pferde beim Weihnachtscircus

Immer mit Spaß bei der Arbeit: Hengst Cabanero und seine Besitzerin Beatrix Spindler strahlen gemeinsam um die Wette.
Immer mit Spaß bei der Arbeit: Hengst Cabanero und seine Besitzerin Beatrix Spindler strahlen gemeinsam um die Wette.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beatrix Spindler gastiert mit dem Weihnachtscircus in Gelsenkirchen. Mit im Anhänger hat sie ihre liebsten Vierbeiner: Hunde und Pferde.

Gelsenkirchen.. Sie öffnen Koffer, reiten Ponys und springen Seilchen: Die Hunde von Beatrix Spindler sind echte Multitalente in und außerhalb der Manege. Zurzeit gastieren sie mit ihrem Frauchen und deren Pferden beim Weihnachtscircus Probst in Gelsenkirchen.

„Wir haben insgesamt acht Hunde“, erzählt Artistin Beatrix Spindler. Und wer ist da der Boss? „Das ist auf jeden Fall Ozzie!“ Gemeint ist damit ein sympathischer, struppiger Mischling mit dunklem Fell, der auch beim Auslauf die größeren Hunde in die Schranken zu weisen weiß. Ozzie mag zwar der Boss sein, doch Hutch, ein schwarzer Labrador, ist der Star der Show: „Labradore sind unglaublich intelligente Tiere, die gerne gefordert werden. Mit ihm hat sich das Training nie wie Training angefühlt, er macht so viel automatisch und hat solchen Spaß an seinen Nummern“, schwärmt Spindler, während Hutch sich an ihre Beine schmiegt und kraulen lässt.

Tierische Talente erkennen

Ihre Show stellt die Artistin nach den Talenten der Hunde zusammen: „Ich verlange keine unmöglichen Dinge von meinen Tieren. Jeder Hund und jedes Pferd kann und mag andere Dinge und wird dementsprechend eingesetzt. Nicht jeder Hund reitet gerne ein Pony und nicht jedes Pony wird gerne von einem Hund geritten. Das muss man akzeptieren und damit arbeiten“, erklärt die Tierliebhaberin.

Die meisten ihrer Hunde hat Spindler aus dem Tierheim oder geschenkt bekommen. „Bei Ozzie war das eine ganz nette Geschichte: Er gehörte Freunden unserer Familie, die nach einer kurzen Weile merkten, dass er nicht der richtige Hund für sie war. Mein Bekannter rief mich ganz verzweifelt an und meinte, sein Hund hüpfe den ganzen Tag nur. Kurzerhand fragte er mich, ob ich Ozzie nicht aufnehmen könnte. Und ich dachte mir: Ein Hund, der gerne springt? Das ist doch ideal für den Zirkus,“ erinnert sich Spindler zurück. Und so hüpft Ozzie nun an Vorstellungstagen zweimal täglich in der Manege herum.

„Wir respektieren unsere Tiere“

„Bei mir kommen Hobby und Beruf zusammen: Ich bin schon von klein auf an geritten und mag Pferde sowie Hunde. Da war es naheliegend, eine Show mit meinen liebsten Vierbeinern zu machen“, erklärt „Miss Beatrix“ ihre Idee, Pferde und Hunde gemeinsam auftreten zu lassen.

„Man hört immer viel Negatives von Zirkussen mit Tieren, was mich sehr traurig macht. Wir halten uns hier an alle Auflagen, der Veterinär schaut regelmäßig vorbei um sich vom Wohlergehen der tierischen Kollegen zu vergewissern. Wir respektieren unsere Tiere hier und kümmern uns gut um sie; von der Unterkunft über das Futter bis hin zum Auslauf“, betont die überzeugte Artistin. Keines ihrer Tiere wird zu irgendetwas gezwungen, vielmehr orientiert sie sich mit viel Feingefühl daran, was den einzelnen Hunden und Pferden Spaß macht, was für sie natürlich ist, und bringt ihnen bei, dies auf Kommando zu machen. So zum Beispiel auch im Fall von Cabanero, dem grinsenden Pferd.

Spindler kommt selbst aus einer Artistenfamilie und könnte sich ein anderes Leben gar nicht vorstellen: „Es ist ein tolles Gefühl, Menschen jeden Tag aufs Neue Freude zu bereiten und mit den Tieren zu arbeiten. Die moderne Technik ermöglicht es meinen Kindern, alle Schulkurse online zu absolvieren. Das ging früher nicht.“