Mandel macht aus Schrott Rohstoff

Die Firma Schrott Mandel in Gelsenkirchen öffnete ihre Pforten für die Leser der WAZ.
Die Firma Schrott Mandel in Gelsenkirchen öffnete ihre Pforten für die Leser der WAZ.
Foto: Michael Korte
WAZ-Leser blickten hinter die Kulissen des fast 100 Jahre alten Unternehmens am Hafen.

Gelsenkirchen.. Riesige Berge aus Eisenschrott türmen sich am Gelsenkirchener Hafen nebeneinander. Alter Metallmüll gehört für den Schrott- und Recyclinghandel Alfred Mandel, der seit 1916, also fast seit 100 Jahren besteht, zum Alltagsgeschäft. Fährt man an der Uferstraße mit dem Auto entlang, nimmt man den Schrottplatz zwar wahr, aber was genau hinter den riesigen Mauern passiert, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Zwölf WAZ-Leserinnen und -Leser hatten die Möglichkeit, am Samstagmorgen hinter die Kulissen des Unternehmens zu schauen und einen Einblick in die spannende Arbeit zu erhalten.

Die Besucher, alle ausgestattet mit festem Schuhwerk, überquerten das 36.000 Quadratmeter große Gelände, bestiegen Container und betrachteten Großscheren, die Metallwände zerteilten, aus nächster Nähe. Neues Wissen über das Altmaterialgewerbe wurde vom Geschäftsführer Klaus Waschkowitz und Betriebsleiter Harald Winter bei der Führung vermittelt.

Schrott- und Recyclinghandel mit 25 Mitarbeitern

25 Mitarbeiter sind täglich für das mittelständige Unternehmen tätig. Rohstoffe werden angenommen, sortiert, zerkleinert, gelagert und dann vermarktet. Durchschnittlich zwölf bis 15 Millionen Tonnen an Zäunen, Autoblechen, Ersatzteilen und Restmetall erreichen monatlich das Gelände. „Zwei 60-Tonnenwaagen ermitteln das Gewicht der eingehenden Metalle und geben die Basis für die Preisberechnung“, erklärte Waschkowitz. „Die Preise in der Schrottbranche variieren allerdings oft“, verriet er den interessierten WAZ-Lesern. Was für die meisten Menschen Schrott ist, ist für die Mandel GmbH ein wichtiger Rohstoff, der das tägliche Leben finanziert.

Der Standpunkt ist optimal für das Unternehmen. Rohstoffe können per Lkw, Schiff oder Zugverkehr verladen werden. Waschkowitz, seit 21 Jahren im Betrieb: „Die Transportwege sind dadurch besonders effizient und wirtschaftlich.“ 40 bis 80 Lkw liefern am Tag Altmetalle von Zulieferern von Duisburg bis Werl und von Wuppertal bis Münster. 80 Prozent verlassen den Gelsenkirchener Hafen wieder auf dem Schiffsweg nach Duisburg, aber auch nach Holland, in die Türkei oder nach Ägypten.

Arbeitssicherheit ist wichtig

Wasser aus dem Kanal ist für das Unternehmen essenziell. 15 Sprenkler auf dem Gelände vermeiden Staub und minimieren damit das gesundheitliche Risiko. „Arbeitssicherheit ist uns sehr wichtig“, betont Winter. Das Abwasser fließt dann unter Einhaltung der Umweltauflagen und Kontrolle der Gewerbeaufsicht zurück in den Kanal. Schon mehrere Auszeichnungen in puncto Umwelt und Sicherheit hat das Unternehmen erhalten. Für die Zerkleinerung der Metalle sorgen zwei Großscheren, deren Messer etwa alle zwei Wochen gewechselt werden müssen, eine verarbeitet bis zu 30 Tonnen pro Stunde. Die Metalle auf dem Gelände werden von Baggern nach Wertigkeit – auch für verschiedene Kunden – sortiert.

Der Jüngste der Lesertruppe, Maximilian (9), der mit dem Opa angereist war, durfte gar selbst einen 45-Tonnen-Bagger besteigen. WAZ-Leserin Lisa Seidel testete zwar nicht den Bagger, war aber ähnlich fasziniert: „Ich hätte nicht gedacht, dass das Gelände solche Dimensionen hat. Auch vor der Schrottschere, die große Metallplatten zerkleinert, stand ich mit offenem Mund.“