„Man muss sich intern durchsetzen“

Als Mitarbeiter in Berlin hat sich Irene Mihalic für ihr Abgeordnetenbüro altgediente Kräfte gesucht, die vorher bereits für andere Parlamentarier tätig waren. Das habe den Einstieg erleichtert, sagt sie. Ebenso gebe es natürlich viele Kleinigkeiten, „wo ich von erfahrenen Kollegen lerne. Da kann man sich viel ersparen, wenn man auch mal einen Rat annimmt.“

Dass die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD sich 2013 lang zogen, spielte der Grünen in die Hände. „Ich hatte Zeit, mein Büro einzurichten, wir konnten die Arbeit verteilen. Aber man muss natürlich auch in der Fraktion werben, damit man die Themen bekommt, die man gerne hätte. Dafür muss man sich schließlich auch intern durchsetzen.“

Zwischen Gelsenkirchen und Berlin pendelt Mihalic seither. Am Prenzlauer Berg hat sie mittlerweile eine Ein-Zimmer-Wohnung. Sie hat sie von einer ausgeschiedenen Abgeordneten übernommen. „Voll möbliert. Ich konnte mit einer Zahnbürste einziehen“, lacht die 38-Jährige. Schnell startklar zu sein im Politbetrieb, das war ihr auch hier wichtig. Anfangs, sagt Mihalic, war die Arbeitsbelastung so groß, „dass ich Berlin eigentlich nur im Dunklen kannte.“ Ihr Mann Dennis Melerski besucht sie ab und zu an der Spree. Die Stadt findet die 38-Jährige „riesengroß und total beeindruckend. Aber freitags bin ich auch froh, wenn ich im Zug nach Hause sitze.“