Malerei aus dem Reich der Mitte

Die Arbeit von Sun Xun ist eine von vielen Tuschemalereein aus China, die ab 15. Mai im Kunstmuseum Gelsenkirchen zu sehen sein werden.
Die Arbeit von Sun Xun ist eine von vielen Tuschemalereein aus China, die ab 15. Mai im Kunstmuseum Gelsenkirchen zu sehen sein werden.
Foto: Stiftung Kunst und Kultur
Was wir bereits wissen
Das Kunstmuseum Gelsenkirchen ist am Projekt „China 8“ beteiligt und zeigt ab 15. Mai zeitgenössische Tuschearbeiten und Kalligrafie.

Gelsenkirchen.. Es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten, um schon heute behaupten zu können: Das wird die Ausstellung des Jahres! Wenn sich das Projekt „China 8“ ab 15. Mai an Rhein und Ruhr der Kunst aus dem Reich der Mitte widmen wird, dann gehört auch das Kunstmuseum Gelsenkirchen zu den attraktiven Ausstellungsstätten. Hier werden unter dem Motto „Tradition heute“ Tuschemalerei und Kalligrafie zu sehen sein.

„China 8 – Zeitgenössische Kunst“ ist ein Ausstellungsprojekt der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn. Es wird bis zum 13. September Werke von 120 chinesischen Künstlerinnen und Künstlern ins Ruhrgebiet bringen, 500 Arbeiten, die erstmals in Deutschland zu sehen sein werden und das in neun Museen in acht Städten.

Einfangen der geistigen Welt

„Die junge Kunst aus China hat die internationale Kunstszene stark bereichert und bunter gemacht. Das Ausstellungskonzept spiegelt die Vielfalt der zeitgenössischen Kunst wider und bietet den unterschiedlichen Disziplinen, ob Malerei, Fotografie oder Skulptur, einen angemessenen Raum“, sagt Bundesminister und Schirmherr Sigmar Gabriel. Jedes Museum zeigt unterschiedliche Kunstsparten: Dem Kunstmuseum fiel Tuschemalerei und Kalligrafie zu.

Tusche und Pinsel bilden den Ursprung der chinesischen Kunst, die nicht die detailgetreue Nachahmung der sichtbaren Welt, sondern das Einfangen der geistigen Welt zum obersten Ziel hat. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Tusche-Kunst durch das Aufkommen von neuen Techniken, Theorien und Medien westlichen Ursprungs zunehmend in Frage gestellt

Videoanimationen und Live-Performance

Heute aber, in einer digitalisierten, globalisierten Welt, trägt die Auseinandersetzung der Künstler mit der Tradition und ihrer Bedeutung für das eigene Leben zur Identitätsfindung bei. Seit gut 15 Jahren beobachten Kenner eine zunehmende Rückbesinnung auf die ureigene Kunsttradition.

Diese Entwicklung greift nun die Ausstellung in der Alten Villa des Kunstmuseums Gelsenkirchen auf und bietet mit zwölf Positionen einen Einblick in die multimediale Auseinandersetzung chinesischer Künstler mit der traditionellen Tuschemalerei und Kalligrafie.

Zu sehen sein werden unter anderem Arbeiten von Sun Xu, Wu Yiming oder Yang Yongliang, der zum Beispiel durch Videoanimationen Visionen moderner Landschaften zeichnet.

Der Künstler Wang Dongling wird mit einer Live-Performance anlässlich der lokalen Eröffnung Kalligrafie und Literatur miteinander verbinden.