Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 12°C
Mordprozess

Maik D. aus Gelsenkirchen muss für Mord an Vermieterin (84) lebenslang in Haft

22.06.2011 | 15:10 Uhr
Maik D. aus Gelsenkirchen muss für Mord an Vermieterin (84) lebenslang in Haft
Der Angeklagte Maik D. und sein Anwalt Andreas Wieser im Gerichtssaal in Essen. Foto: Torsten Leukert / WAZ FotoPool

Essen/Gelsenkirchen.Lebenslange Haft. So lautet das Urteil gegen Maik D. aus Gelsenkirchen. Der Drogensüchtige hatte seine 84 Jahre alte Vermieterin ermordet, um ihre Wohnung nach Geld zu durchsuchen. Das Schwurgericht stufte den 38-Jährigen als voll schuldfähig ein.

Zur Milde sah das Essener Schwurgericht keinen Anlass. Am Mittwoch verurteilte es den Gelsenkirchener Maik D. (38) wegen Raubmordes zu lebenslanger Haft . Er hatte seine 84 Jahre alte Vermieterin ermordet, um ihre Wohnung nach Geld zu durchsuchen. 40 Euro fand der Drogensüchtige.

Richter Andreas Labentz sprach im Urteil von einer „extrem schlimmen Tat“. Eineinhalb Jahre lang hatte Maik D. in Heßler Tür an Tür mit seiner Vermieterin gelebt. Miete zahlte er nie, dafür bettelte er die Frau fast täglich an. Sie gab reichlich, nach Ansicht der Kammer aus „Unsicherheit, falsch verstandener Hilfsbereitschaft und Verkennung der Person des Angeklagten“. Insgesamt rund 22 000 Euro, für die sie ihn Schuldscheine unterzeichnen ließ.

Anfang Januar drehte sie ihm auf Veranlassung ihrer Nichte den Geldhahn zu, informierte die Polizei und plante, die Schlösser austauschen zu lassen. Da kam Maik D. am 8. Januar zu seinem letzten Besuch in die Kanzlerstraße. Pleite war er schon seit dem 3. Januar, da hatte er den Rest seiner finanziellen Unterstützung durch das Job Center vom Konto abgehoben. Labentz zum Angeklagten: „Sie mussten noch 28 Tage überbrücken.“ Wieder bettelte er die Vermieterin an. 140 Euro gab sie ihm, dieser letzte Schuldschein ist auf den 6. Januar datiert.

Kammer wirft ihm ein kaltblütiges Verhalten vor

Als sie ihm am 8. Januar sagt, dass nun Schluss sei, versucht er noch, sie zu überreden. Doch die 84-Jährige lässt sich auf nichts ein. Labentz: „Als er merkt, dass er sie nicht umstimmen kann, trifft er eine schlimme Entscheidung und schlägt zu .“ Der Richter erinnert an das Ungleichverhältnis, spricht den kräftigen Angeklagten direkt an und beschreibt dessen Opfer: „84 Jahre alt, 1,51 Meter groß, 35 Kilo schwer.“ Im Rollstuhl sitzt die Frau, weil ihr ein Bein amputiert wurde.

Dass diese Frau den Angeklagten angegriffen und an der Kampfjacke gepackt hätte, schließt das Gericht aus. Er war der Angreifer. Fesselte und knebelte die Frau derart, dass sie erstickte. Annähernd gleichzeitig stach er mit einem Schraubenzieher auf ihren Oberkörper ein. Fünfmal. Immer dort, wo das Herz sitzt.

Das kaltblütige Verhalten nach der Tat wirft die Kammer ihm ebenfalls vor: „Und danach sucht er in der Wohnung zielgerichtet nach Geld.“ Mindestens 40 Euro habe er gefunden, stellt das Gericht fest.

Als voll schuldfähig hatte Psychiaterin Maren Losch den Angeklagten eingestuft. Das Gericht folgte ihr. Maik D. sei zwar drogensüchtig und leide an einer Persönlichkeitsstörung. Aber zum Tatzeitpunkt hätte dies keinen Einfluss auf die Schuldfähigkeit gehabt, sagte Labentz.

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
25.06.2011
10:37
Maik D. aus Gelsenkirchen muss für Mord an Vermieterin (84) lebenslang in Haft
von alphaknight | #7

Seit ihr doch alle selbst schuld! Ihr habt Jahrelang immer nur CDU gewählt und das kommt dabei raus !

Jeder das was er verdient!

23.06.2011
20:41
Maik D. aus Gelsenkirchen muss für Mord an Vermieterin (84) lebenslang in Haft
von xdiexgedankenxsinnfreix | #6

So traurig es ist, leider werden derart gerechte Urteile augenscheinlich nicht immer ausgesprochen. Ob dieses Urteil gegen ein unberechenbares Drogenwrack, unabhängig von seiner Rechtgertigkeit, Signalwirkung hat, sei dahingestellt, ist auch unwesentlich. Wenn er künftig mal wieder die Kontrolle verliert , wird sein Gegenüber wohl ein wenig mehr physische Präsenz bieten als das Opfer. Recht so!

23.06.2011
09:15
Maik D. aus Gelsenkirchen muss für Mord an Vermieterin (84) lebenslang in Haft
von Dittsche | #5

Und am Schluss darf der Steuerzahler solche Typen noch
Lebenssläbglich durchfütter.
Aber halt. Nach 5 Jahren wegen guter Führung entlassen und dann Übergang in HarzIV bis zum Lebensende!
Da spart der Steuerzahler dann doch.

22.06.2011
18:40
Maik D. aus Gelsenkirchen muss für Mord an Vermieterin (84) lebenslang in Haft
von EinKnaeuel | #4

Richtig, und freigesprochener, wie Herr Kachelmann, wurde sofort nach der Festnahme beim Namen genannt, und nie unkenntlich gemacht.

22.06.2011
18:19
Blockierter Kommentar.
von Bohrhammer | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.06.2011
16:33
Maik D. aus Gelsenkirchen muss für Mord an Vermieterin (84) lebenslang in Haft
von EinKnaeuel | #2

Mord aus Habgier wird immer hart bestraft, Mord aus purer Lust einen platt zu machen geht einher mit schwerer Körperverletzung mit Todesfolge, dafür kassiert mancher sogar nur Bewährung..
Übung von Gerechtigkeit, ein Richter hat ausreichend geübt, ein anderer übt noch fleissig.

22.06.2011
15:20
Maik D. aus Gelsenkirchen muss für Mord an Vermieterin (84) lebenslang in Haft
von foolproof | #1

Wer einen Menschen wegen des Geldes umbringt erhält lebenslänglich. Wenn Menschen einfach nur aus Spaß auf einem Bahnsteig tot getreten werden, dann gibt es ein paar Arbeitsstunden.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4794880/create

Aktuelle Fotos und Videos
40 Jahre Maritim
Bildgalerie
Hotel
Eine echte Gaudi
Bildgalerie
Schützenfest
Drachenwetter auf Consol
Bildgalerie
Himmelsstürmer
Rock Hard in Gelsenkirchen
Bildgalerie
Festival
Aus dem Ressort
Vor 2021 wird Gelsenkirchen den Haushalt nicht ausgleichen
Stärkungspakt
Von 2014 bis 2018 wird die Stadt Gelsenkirchen jährlich gut 25 Millionen Euro zusätzlich aus Düsseldorf erhalten, dem Stärkungspakt Stadtfinanzen sein Dank. Aber die Summe der Kassenkredite wird steigen, bis die Stadt es schafft, den Haushalt aus eigener Kraft auszugleichen – also nicht vor 2021.
Farfan im Visier - Einbrecherbande muss lange ins Gefängnis
Prozesse
Fleischgroßhändler und Weinlager hatten sie jahrelang leer geräumt, nun müssen sie mit karger Gefängniskost vorlieb nehmen. Das Landgericht Essen verurteilte vier Angeklagte aus Bottrop und Gelsenkirchen wegen schweren Bandendiebstahls in mehreren Fällen zu bis zu fünf Jahren und drei Monaten Haft.