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Macher mit Ecken und Esprit

05.12.2007 | 20:47 Uhr

"Wirtschaft im Gespräch" mit Tectum-Chef Hubertus Küpper und Zeche Holland-Sanierer Wolfgang Werner.Arbeitgeber-Treff im Industrieclub stellt erfolgreiche Unternehmer vor

Tectum-Chef Hubertus Küpper und "Baron Spiegel"-Geschäftsführer Wolfgang Werner: Zwei Macher mit Ecken und Esprit, die auch für Strukturwandel in der Region stehen - "erfolgreich in Gelsenkirchen" eben. Ebenso lautete daher das Themenmotto der mittlerweile siebten Runde "Wirtschaft im Gespräch" der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe im Industrieclub am Dienstagabend.

Drei Sessel, ein Tisch, drei Wassergläser: In munterer Plauderrunde kam der Wirtschaftstreff daher - ohne Bundes- oder Landesprominenz der vergangenen Jahre, sondern mit lokalen Wirtschaftsmatadoren. Und mit einem Moderator und "Talkmaster" als Dritten im Bunde: Christopher Schmitt, Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände.

Wohl gewählt waren die Gesprächsgäste: Binnen weniger Jahre hat Küpper die Tectum-Gruppe mit ihren Call-Centern und ihrer Ückendorfer Zentrale mit 1200 Arbeitsplätzen in die "Top Five" der Arbeitgeber vor Ort gebracht. Und Wolfgang Werner, der Spiegel-Unternehmer und Ex-Radfahrprofi, hat bekanntlich die Ärmel hochgekrempelt ("ich arbeite hemdsärmelig") und die Zeche Holland zum luxuriösen Wohnsitz umgebaut und damit ein Stück Bergbau-Geschichte erhalten.

Küpper gab Einblicke in den Alltag der neuen Dienstleister-generation: 500 000 Anrufe im Monat allein über den Kunden T-Mobile, rasantes Umlernen der Mitarbeiter für das "i-phone" von apple, das akzentfreie Deutsch der Mitarbeiter als Standortvorteil hier im Revier.

Und Küpper erklärte, dass mit der neuen 50-Prozent-Beteiligung des Kapitalgebers Quadriga die Tectum-Zukunft gesichert ist. Hoffnungen auf viel mehr Arbeitsplätze in der Stadt, nachdem das geplante Tectum-Call-Center in Oberhausen geplatzt ist, machte Küpper dagegen nicht: Auch weil der Arbeitsmarkt nicht mehr her gebe.

Werner orientiert sich unterdessen als Bergbau-Sanierer, nachdem "das Kind Zeche Holland groß geworden ist" und die Gastronomie "Unverwechselbar" in Pächterhände gelegt wurde, nach Herten, reaktiviert für 10 Mio E die Zeche Ewald. Und würde zu gerne auch auf Consol in Bismarck Großes wagen: einen gläsernen Veranstaltungskubus und Wohnungen in der alten Hängebank. Doch der sich als "sturer Bock" bezeichnende 59-Jährige liegt mit vertraglich gesicherter Kultur-Nutzung überquer, die ihn (noch) nicht zum Zuge kommen ließe - eine Talkrunde als öffentliche Botschaftsbörse: Denn zu den Gästen gehörte die zuständige Rathausspitze: Wirtschaftsförderer Joachim Hampe und Kulturdezernent Manfred Beck.

Von Oliver Schmeer

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