Loxx in Gelsenkirchen weitet Kapazität erneut aus

Gabelstapler schnurren durch Bestände mit Fässern, Tanks voller Spezial-Chemikalien und Weißware, Gefahrgut darf Loxx transportbedingt zwischenlagern.Bestückt werden die Hallen über mittlerweile 93 Verladetore.
Gabelstapler schnurren durch Bestände mit Fässern, Tanks voller Spezial-Chemikalien und Weißware, Gefahrgut darf Loxx transportbedingt zwischenlagern.Bestückt werden die Hallen über mittlerweile 93 Verladetore.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Loxx Logistics ist am Standort Gelsenkirchen- Erle noch ein Stück gewachsen. Eine neue Lagerhalle ging nun in Betrieb. Das Unternehmen beschäftigt jetzt über 480 Mtarbeiter

Gelsenkirchen.. Manche Erfolgsgeschichte ist weithin sichtbar, und deutlich wird sie am Tempo baulicher Veränderungen. Hier hat Loxx Logistics in Erle ein weiteres Zeichen gesetzt und die nächste Firmenerweiterung beendet.

Im September 2014 wurde an der Emscherstraße Richtfest gefeiert. Mal wieder. Die vierte Ausbaustufe des Standorts galt es zu würdigen. Errichtet wurde eine weitere, rund 7000 Quadratmeter große Halle, Investitionsvolumen: 7,5 Mio. Euro. Die Lagerfläche sollte damit auf 17 000 Quadratmeter steigen. Mit dem Platz wuchs der Umschlag. „Die Zahl hat sich in den Jahren etwas mehr als verdreifacht“, sagt Loxx-Geschäftsführer Alexander Brockt

Zeitsprung: Februar 2015, der Betrieb im neuen Komplex ist längst angelaufen. Im Dezember war die Halle bezugsbereit, letzte Restarbeiten werden aktuell abgeschlossen. Doch tausende Tonnen Güter füllen bereits die Regale, Gabelstapler schnurren durch die Gänge, vorbei an ungezählten Riesenrollen mit Zigarrettenpapier-Hülsen, an Batterien von blauen Fässern und Tanks mit Spezial-Chemikalien, an Boxen voller Schrauben und Schläuche, Kartons voller Blockware.

Lagerplatz ist komplett verkauft

Loxx lagert für einen nationalen Möbelmarkt alles von der Dunstabzugshaube über Mikrowellen bis zum Kühlschrank. Eine Wegbrücke an der Hallenwand ermöglicht den Überblick übers Geschehen. Loxx hat sie für die Lkw-Fahrer errichten lassen, damit sie auf ihren Fußwegen durch den Betrieb nicht die Lager-Plätze kreuzen müssen. Noch klaffen einige Lücken. Aber eigentlich, sagt Geschäftsführer Alexander Brockt, ist der Lagerplatz in der Halle schon komplett verkauft. Er muss nur noch gefüllt werden.“

Halle 2, 2008 gebaut, dient jetzt allein dem Warenumschlag für den internationalen Stückgutverkehr, die neue Halle 4 ist vor allem Lagerplatz. Angefahren und bestückt werden die Hallen über nunmehr 93 Verladetore. Ein einziges Kommen und Gehen rund um die Uhr. Für jedes Stück, das verräumt, gestapelt und umgeschlagen wird, gibt es einen Barcode, der es seinem Stellplatz zuordnet, mit dem es „verheiratet“ wird. Auf Zeit, wohlgemerkt. „Das System ist so ausgelegt, dass der Computer vorgibt, wo gelagert wird“, erklärt Brockt diese „chaotische Lagerhaltung“, die festen Vorgaben folgt. Wie der Transport. „Europaweit haben wir eine Sendungsnachverfolgung. Es ist wichtig für unsere Kunden, dass wir neben den Waren auch die Informationen transportieren. Da wird jede Schnittstelle lückenlos dokumentiert.“

Mehr Büropersonal

Ziemlich exakt ein Jahr nach dem Baustart und 15 Jahre, nachdem Loxx von Essen nach Gelsenkirchen zog, sind am Standort in Erle die Ausbaumöglichkeiten weitgehend erschöpft. Allein bei der Bürofläche ist noch Platz zu belegen. Brockt: „Da haben wir jetzt 4800 Quadratmeter, damit haben wir so viel Kapazitäten, dass wir noch unser Büropersonal erweitern können.“.

Mit der neuen Halle, rechnet Brockt, werden bei Loxx 40 bis 50 weitere Arbeitsplätze entstehen. Der Wachstumskurs setzt sich auch bei den Azubis fort: 15 weitere werden dieses Jahr eingestellt. Geradezu grenzenlos sind in der Warenwelt auch weitere Zielgebiete. „Wir überlegen, bis nach Westchina zu fahren“, sagt Brockt. Darüber hinaus seien die Märkte Iran und Kasachstan „ein Thema“ für Loxx. Die Risiken des Fernhandels spürt er allerdings gerade auch. „Die Sanktionen gegen Russland wirken sich spürbar aus. Bestimmte Konsumgüter laufen weniger. Das trifft uns genauso wie die Russen.“

Platz für rote Kunstrosen und Monsterschweie aus China

„Je mehr wir machen können, desto besser ist es für einen Spediteur beziehungsweise Logistiker“ – dieser Grundüberzeugung von Geschäftsführer Alexander Brockt folgten bei Loxx Taten. In der neuen Halle entstand ein Bereich für „wirkliche Logistik-Tätigkeit“, mit dem „wir Mehrwertleistungen schaffen“, so Brockt. An langen Arbeitstischen wird umgepackt, kommissioniert und mit Preisen versehen, was als Handelsware bald Deko-Shops oder Baumärkte der Region flutet: Seidenblumen, Motiv-Untersetzer oder, ein besonderer Hingucker, Monster-Sparschweine Made in China.

In die Halle fällt Sonnenlicht, was die Arbeitsbedingungen angenehmer macht. Ventilatoren wirbeln an der Decke – sie sollen aufsteigende warme Luft wieder nach unten drücken und so die Heizung unterstützen. Für Fahrer, die den Hof ansteuern, hat Loxx einen Aufenthaltsraum mit Dusche, Toiletten und TV geschaffen, um Wartezeiten zu überbrücken.