Lotsen für Kriminalitätsopfer und Angehörige

„Um die Täter kümmern sich viele, doch die Opfer bleiben meist alleine zurück“ – der Weiße Ring tritt bundesweit an, diese Feststellung zu revidieren. Auch die Außenstelle Gelsenkirchen hilft Kriminalitätsopfern durch menschlichen Beistand, Begleitung bei Behördengängen und durch finanzielle Zuwendungen unbürokratisch und schnell. Acht ehrenamtlichen Mitarbeitern widmen sich diesen Aufgaben (Kontakt: oder Fax 0209 - 8 23 24).

Insgesamt sucht der Weiße Ring aktuell Ehrenamtler für das bundesweite Opfer-Telefon. Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität betreibt den Telefon-Service im Auftrag der Bundesnetzagentur. Unter der kostenfreien Telefonnummer 116 006 finden Menschen Unterstützung, die Opfer einer Straftat geworden sind.

„Aufgabe der ehrenamtlichen Mitarbeiter ist, für Hilfesuchende da zu sein, ihre Anliegen zu besprechen und nächste Schritte zu klären. Für Kriminalitätsopfer nehmen die Helfer eine Lotsenfunktion wahr, um die bestmögliche Hilfe für Opfer und ihre Angehörigen in die Wege zu leiten“, erklärt Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin des Weißen Rings. Bei Bedarf vermitteln die Mitarbeiter dann an die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Hilfsorganisation in der Nähe des Anrufers. Handys und Headsets werden dafür gestellt.

Voraussetzung für die ehrenamtliche Tätigkeit am Opfer-Telefon ist, dass die Mitarbeiter von Montag bis Sonntag zwischen 7 und 22 Uhr insgesamt mindestens drei Stunden Zeit haben sowie Grundkenntnisse der englischen Sprache und einen Internetanschluss besitzen. Da die Betreuung der Anrufer von zuhause ausgeübt wird, muss die Möglichkeit gegeben sein, ungestört zu telefonieren. Nötig sei eine hohe soziale Kompetenz, von Vorteil ist auch Vorerfahrung in der Beratung. „Interessenten durchlaufen ein Auswahlverfahren und erhalten eine umfangreiche, kostenlose Ausbildung über die Opferhilfe sowie die Gesprächsführung am Telefon“, so Biwer.