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Ruhr.2010

Literatur und Musik verbinden sich im Krankenhaus

01.02.2010 | 05:20 Uhr
Literatur und Musik verbinden sich im Krankenhaus

Gelsenkirchen. Ein Projekt für Ruhr.2010: In der "Kulturtankstelle Krankenhauskapelle" gingen in Gelsenkirchen-Ückendorf Literatur und Musik eine besondere Verbindung ein. Das Ergebnis ist auch täglich per Hausfunk zu hören.

Kunst und Krankenhaus - das kann sehr gut zusammenpassen: Unter dem Titel „Verwandlungen" erlebte das Publikum in der Kapelle des Marienhospitals Ückendorf eine höchst eindringliche Kombination aus Musik (Pianistin Erdmute Eicker interpretierte Klavierstücke von Stefan Heucke) und Literatur (Heinz-Albert Heindrichs trug eigene Gedichte vor).

Von Schmerz und Tod, Hoffnung und Heilung

Zum Marienhospital hat Heindrichs eine enge Beziehung: Seine drei Söhne sind hier geboren, seine Frau und er haben hier Krankheiten und Operationen glücklich überstanden. Für dieses Projekt stellte der Autor einen Zyklus von acht mal sechs Gedichten zusammen, die in der Ückendorfer Klinik und nach Aufenthalten dort entstanden sind. Die Texte, in Heindrichs' ureigener Metaphorik und Sprachstilistik gehalten, thematisieren verschiedene Verwandlungsstufen, die ein Patient im Genesungsprozess erfährt: Von Schmerz und Operation über das Sinnieren über Krankheit und Tod bis zur Hoffnung und der Dankbarkeit für die Heilung. Dabei sind die einsamen Hilferufe des Kranken zwischen Wachen und Fieberwahn ebenso eindringlich wie die literarische Verarbeitung von Nahtoderfahrungen. Heinz-Albert Heindrichs bringt Erlebtes und gewonnene Einsichten sprachlich höchst gewandt auf den Punkt.

Stefan Heucke, dessen „Gilgamesch-Epos” vielen Besuchern des Musiktheaters noch in bester Erinnerung sein dürfte, wählte seinen Klavierzyklus „Verwandlungen” op. 46a als seinen Beitrag zu diesem Kultur-Projekt im Krankenhaus.

Vom Liedhaften bis zur Meditation

Im Gestus hochromantisch, harmonisch größtenteils noch klassischen tonalen Bezügen verhaftet, entwickelt der Komponist einzelne Motive, beleuchtet sie von allen Seiten und spielt mit dem Spannungsfeld zwischen Wiedererkennbarkeit und völliger Verwandlung. Vom Liedhaften bis zur Fuge, von der verinnerlichten Meditation bis zum furiosen Perpetuum Mobile reicht das Ausdrucksspektrum dieser von Erdmute Eicker kompetent gespielten Klavierstücke, die sich optimal mit den Texten von Heinz-Albert Heindrichs ergänzen.

Eine weitere Live-Aufführung von „Verwandlungen" in der Kapelle des Marienhospitals ist für den 12. Juni geplant, bis dahin werden Gedichte und Kompositionen täglich um 15 Uhr per CD im Hausradio gespielt.

Mario Stork

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2010-02-01 05:20
Gelsenkirchen