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Lieder erklingen "in stiller Nacht"

20.05.2012 | 17:03 Uhr

Gelsenkirchen. Nach diesem musikalischen Abend dürften alle Zuhörer eine geruhsame Nacht verlebt haben: Das Vocalensemble Gelsenkirchen stellte die dunkelste Tageszeit in den Mittelpunkt seines ungewöhnlichen Chorkonzertes „In stiller Nacht“.

So wurden in der Heilig Kreuz-Kirche an der Bochumer Straße zahlreiche Abend- und Nachtgesänge präsentiert, die das Thema in all seinen Facetten behandeln. Sowohl heitere als auch melancholische oder religiöse Gesänge standen auf dem Programm. Die Mehrzahl der Lieder entstand übrigens in der Epoche der Romantik, in der Nacht und Dunkelheit wichtige Motive waren.

Ganz eindeutig traf das Vocalensemble den Geschmack der Ückendorfer. Da mehr Zuschauer kamen als erwartet, mussten noch viele weitere Stühle aufgestellt werden, bevor es losgehen konnte. Das Konzert begann mit dem ersten Satz der Orgelsonate Nr. 2 in D-Dur von Alexandre Guilmant, der seinerzeit wesentlich zur Ausbildung eines eigenständigen französisch-romantisch-sinfonischen Orgelstils beitrug. Gespielt wurde die Orgel von Claudius Stevens.

Danach trat der Chor unter der Leitung von Walter Ignatowsky auf und interpretierte mit harmonischem und ausdrucksvollem Gesang Lieder aus dem Bereich der Lyrik. Dazu gehörten u.a. Lieder von Cesar Bresgen, Josef Gabriel Rheinberger, Johannes Brahms oder Camille Saint-Saëns. Auch Willy Giesens „Wanderers Nachtlied“ mit dem Text von Johann Wolfgang von Goethe war dabei.

Dann stand die Liebes-Lyrik im Vordergrund. Hier präsentierten die Sänger und Sängerinnen Werke bekannter Komponisten wie Franz Schuberts „Die Nacht“, Felix Mendelssohn Bartholdys „Abendlied“ (mit dem Text von Heinrich Heine) oder Robert Schumanns „Zigeunerleben“.

Unter dem Obertitel „Volkslied“ folgte Musik von Max Reger und Franz Abt, bevor geistliche Lieder wie „Magnificat“ und „Nunc Dimittis“ von Charles V. Stanford oder „Bleibe bei uns, denn es will Abend werden“ von Josef Gabriel Rheinberger erklangen.

Zwischenzeitlich sorgte der Tenor Sang Myung Shim immer wieder mit seinen Soli für Highlights. Er interpretierte Franz Schuberts „Im Abendrot“, Francesco Paolo Tostis „Sogno“ sowie „Morgen“ von Richard Strauss und begeisterte mit seiner kraftvollen und klangschönen Stimme. Das Klavier spielte Sun Jo Kim.

Die Besucher lauschten eineinhalb Stunden fasziniert dem homogenen Chorklang, der die Zuhörer in der kühlen Kirche innerlich wärmte.

„Nun sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles was sich abgemat’ und was zuvor geweint“, hieß es in einem Lied von Max Reger.

Und so neigte sich auch der konzertante Tag in Ückendorf dem Ende zu. Bevor die Konzertbesucher nach Hause gehen und Nachtruhe finden konnten, bekundeten sie aber eifrig Beifall für dieses klanggewaltige Chorkonzert.

Von Jessica Hellmann


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