Liebe, Leid und Leidenschaft
30.05.2008 | 18:50 Uhr 2008-05-30T18:50:00+0200
Am Montag läuft auf Pro 7 der Katastrophenfilm „Abgrund – Eine Stadt stürzt ein”. Ein Großteil der Szenen wurde in Gelsenkirchen gedreht. Weil die Unterstützung der Stadt so groß war, lud der Privatsender als Dankeschön zur Preview in die Schauburg.
Wenn Premieren rauschend sein müssen, dann darf man diese schnell abhaken. Doch ganz so eng muss man's ja nicht sehen: Denn schließlich wurde er mal wieder ausgerollt, der rote Teppich vor der Schauburg, und die geladenen Gäste ließen sich den Spaß nicht verderben. Nicht beim Einzug ins buersche Traditionskino, nicht beim Griff zu Schmalz-Schnittchen und Pils, und auch nicht von dem bescheidenen Inhalt des Katastrophen-Streifens. „Abgrund – Eine Stadt stürzt ein” heißt dieser und wurde zum großen Teil in Gelsenkirchen gedreht. Im Gegenteil: Da feixten die Gäste, wenn sie sich oder ihren Sitznachbarn auf der Leinwand wiedererkannten, klatschten, ja johlten auch mal, wenn bekannte Straßenzüge oder Gebäude im Bild auftauchten. Und nicht zuletzt: Die Stadt wurde von der Filmcrew mit so viel Lob für die Hilfe überschüttet, dass die Verantwortlichen am Ende nur noch selig lächelten. Da konnte diese Premiere doch gar nichts anderes sein als ein Erfolg.
Stadt im Klammergriff Drei Tage lang hatten die Filmleute im August 2007 die Stadt im Klammergriff. In der Schüngelbergsiedlung drehten sie, im Revierpark, vor dem Verwaltungsgericht, in der Fußgängerzone. Und gerade sie waren (fast) überall dabei: Dutzende Feuerwehr-Leute und Katastrophenschützer. Mit Blaulicht rasen sie unermüdlich durchs Bild, am Musiktheater vorbei und vor den Bahnhof. Was dabei herausgekommen ist, zeigt Pro 7 am kommenden Montag, 2. Juni, um 20.15 Uhr. Schon mal so viel: Es geht um verlassene Bergwerksstollen in einer (nicht namentlich genannten) Ruhrgebietsstadt, die nicht verfüllt wurden, um Krater, die sich deshalb auftun, um Gebäude, die einzustürzen drohen. Kurz: um die Katastrophe, die es abzuwenden gilt. Und, natürlich, um ganz viel Liebe, Leid und Leidenschaft.
Review ist eine Ausnahme Dass ein Privatsender zur Premiere eines Fernsehfilms, genauer: zur Preview, einlädt, und dann noch in ein Kino, ist die absolute Ausnahme. Die machte der Sender, um sich in aller Form zu bedanken: bei den Einsatzkräften, die selbige im Film spielen, bei der Stadtmarketinggesellschaft, die Drehorte aufstöberte, auf dem kurzen Dienstweg Drehgenehmigungen besorgte und selbst „Feuerwehr” spielte, immer dann, wenn die Filmcrew kurzfristig umplante. Und last not least gab's ein Dankeschön an den OB, der, so hieß es, „seine” Stadt zur Verfügung gestellt habe.
Geschlossener Kreis So war es am Donnerstagabend ein geschlossener Kreis, der stramm über den roten Teppich marschierte, vorbei am vor der Tür geparkten Hummer-Geländewagen, beklebt mit dem „Abgrund”-Titel, und vorbei auch an den Germany's-Next-Topmodels Bianca und Sarah, die der Sender nach Buer beordert hatte. Auch wenn die meisten Verwaltungsleute, Feuerwehrmänner und Partei-Größen die längst ausgeschiedenen Heidi-Klum-Sternchen nicht kannten (und daher gar nicht beachteten), der Besuch des Duos hat sich doch gelohnt – für die jungen Zaungäste links und rechts des Teppichs.
„Wir machen alles mit” Die Teenies zückten ihr Fotohandy, luden zum gemeinsamen Foto oder privaten Video-Dreh, besorgten sich Autogramme oder krallten sich die beiden Blondinen kurzerhand für einen Plausch oder eine Zigarette am Rande. Kein Problem: „Wir machen alles mit”, gab sich Sarah, 21 und aus Bochum, draußen genauso frech-forsch wie später drinnen. Die Handvoll Schauspieler blieb da fast unbeachtet. Was sind sie schon gegen die Top-Models?
Hitze im Schacht Nach dem Film strömten die Gäste schnell auseinander. Durchgeschwitzt, nicht ob der Spannung, sondern ob der Schwüle im Kinosaal, dank der sie die Hitze im filmgerecht eingestürzten Schacht leichter nachempfinden konnten. Kurz vor Mitternacht schließlich stießen Film- und Stadtmarketing-Leute im Maritim auf das Projekt an. Wolfgang Lalakakis, Chef des Stadtmarketings, das Gelsenkirchen als Filmstadt Land auf, Land ab bekannt machen will, war rundum zufrieden. Auch wenn nicht alle Außenaufnahmen vor Ort entstanden sind, etwa nicht die Arena-Szenen, weil Schalke nicht mitspielen wollte: Wichtig sei es, Leute für Gelsenkirchen zu begeistern, resümierte Lalakakis. Da spiele der Film-Inhalt nur eine Nebenrolle.
Filmstadt GE?! Nun, zeigten sich die Filmleute. „Uns werdet ihr nicht mehr los”, kündigte Produzent Hermann Joha an. Und an die Gelsenkirchener gerichtet: „Wir vermerken Sie fest in unserem Terminkalender.” Gelsenkirchen eine Filmstadt? Vielleicht wird was draus. Trotz – oder gerade wegen „Abgrund”.
11:08
Wer ist Wolfgang Lalakakis?
20:27
Herr Lalakakis hat sowieso keine Ahnung von Gelsenkirchen.
Ich krieg ein ganz dicken Hals.
20:11
Ärgerlich empfinde ich das sich ein Herr Lalakakis nun hinstellt und vorgibt er wär der große Macher, dabei hatte er nicht viel damit zu tun. Herr Erhardt und die aGEnda Projektgruppe Filmstadt Gelsenkirchen haben die ganze Sache angestoßen. Das sollte nicht verdreht werden.