Lebenslange Haft für Mord im Sex-Rausch
29.08.2009 | 10:59 Uhr 2009-08-29T10:59:00+0200Gelsenkirchen/Essen. Für einen Mord im sexuellen Rausch muss ein Gelsenkirchener lebenslang in Haft. So urteilte am Freitag das Essener Schwurgericht. Der 37-Jährige hatte seinem 22-jährigen Gespielen beim Sex ein Messer ins Herz gerammt. Grund: Er wollte einen Menschen sterben sehen.
In der Nacht zum 9. März war der 37-Jährige in seiner Dachgeschoss-Wohnung an der Christinenstraße in Bismarck mit einem 22-jährigen Bekannten verabredet. Beide wünschten besonderen Sex, wollten Liebesspiele mit Fesseln und mit einem Messer. Eigentlich sollte der Gelsenkirchener seinen Partner damit nur streicheln. Aber plötzlich stach er dem 22-Jährigen die 18 Zentimeter lange Klinge des Fleischermessers in die Brust. Weil er einen Menschen sterben sehen wollte, erzählte er der Polizei. Der Arnsberger verblutete.
„Was ich getan habe ist unverzeihlich. Zu sagen es tut mir Leid, reicht bei weitem, bei weitem, nicht aus", zeigt der Angeklagte vor der Urteilsberatung Gefühle. Auch wenn ihm das, wie er selber sagt „unsagbar schwer fällt." Er könne nicht verstehen, was und warum er das gemacht habe. Eine Therapie soll ihm helfen, das herauszufinden.
Keine Milderungsgründe
„Er hat getötet zur Luststeigerung", fasst Staatsanwältin Elke Hinterberg zusammen, die Kammer folgt im Urteil ihrem Antrag. Verteidiger Heiner Lindemann will für seinen Mandanten eine zeitliche Freiheitsstrafe wegen Totschlags. Das Gericht findet keine Milderungsgründe. Die Sachverständige Dr. Maren Losch sah weder ein Krankheitsbild, noch führten die angeblich genossenen Alkoholmengen zu einer verminderten Steuerungsfähigkeit. Zu durchdacht und logisch war das Nachtatverhalten des Angeklagten.
Hat er doch sofort versucht Spuren zu beseitigen, das Messer gewaschen, das Bett frisch bezogen . Am nächsten Morgen war er „ganz normal" pünktlich um acht bei der Arbeit. Zu Hause lag die Leiche. Nach Besorgungen ging er nach Hause und zog den Toten, in ein Laken gewickelt, durchs Treppenhaus. Ein Nachbar rief die Polizei. Jetzt wird der 37-Jährige offenbar von Erinnerungen an den Toten gequält: „Ich kann seinen Blick nicht vergessen."
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