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Laubüberfall

29.09.2008 | 19:21 Uhr

Von Tina Bucek Herbstlied, das alte Lied: Des einen Freud, des anderen Leid ist der Blättersegen, der jetzt wieder in Vorgärten und auf Bürgersteige regnet.

Wie man der Laubflut am besten Herr wird? „Fegen”, sagt Stefanie Genthe von den Gelsendiensten. Und zwar unbedingt auf dem eigenen Grundstück, etwa im Vorgarten (denn da kommt keiner, der das Laub wegschafft), und „gerne auch freiwillig auf Bürgersteigen und Wegen”. Wobei das nicht sein muss. Denn die städtische Laubkolonne fährt ab dieser Woche wieder Doppelschichten. „Wir kümmern uns um die Sauberkeit der Wege ”, betont Genthe. Nicht immer könne man sofort da sein, aber nach und nach überall. „Mit Kehrmaschinen und Laubsaugern.” Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah! Die Luft ist still, als atmete man kaum,Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah, Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.Und wie war das mit dem freiwillig, Frau Genthe? „Sammeln”, sagt die Fachfrau, „ist auf öffentlichen Wegen und Plätzen zwar nicht nötig, aber prima für uns. Alles, was in Behältern von bis zu 90 Zentimeter Höhe am Straßenrand aufbewahrt wird, können wir mit unseren Laubsaugern abholen.” Und dann sei da noch die Sache mit dem „Entsorgen”. Das geht in den beiden Recyclinghöfen an der Adenauerallee und am Junkerweg. „Zwei Kubikmeter Laub pro Tag und Person sind kostenlos”, erklärt Genthe. Ab Mitte Oktober (14.10. bis 15.11.) finden auch wieder die Grünabfallsammlungen statt (genaue Termine finden Interessierte unter www.gelsendienste.de). Und was ist sonst noch zu wissen und zu tun beim Thema Laub? „Sich schlau machen”, sagt Genthe. Über die unterschiedlichen Laubfarben und -formen der immerhin 26 000 Bäume, die in Gelsenkirchen allein an über 900 Straßen stehen (von den Parks und Wäldern ganz zu schweigen) und pro Tag 50 bis 60 Tonne welkes Blattwerk abwerfen. Etwa Buchen (ovales Blatt), Kastanien (handförmiges Blatt), Ahorn (sternförmiges Blatt) oder Eichen (ovales Blatt mit wellenförmigen Einbuchtungen.) Mit diesen unterschiedlichen Blattformen lässt sich übrigens wunderbar „Basteln”, sagt Agnes Miegel, Mutter von Hannah (6) und Ben (8). Die Erzieherin weiß ziemlich genau, wie man hübsche, bunte Herbstbilder selbst macht, etwa mit Wasserfarbe und Spritztechnik. „Die gesammelten Blätter mit gerollten Tesastreifen auf Papier aufkleben, Pinsel in Wasserfarbe und Wasser tauchen und dann mit dem Damen die Borsten über dem Papier zurückbiegen und loslassen.” Trocknen lassen, die Blätter abziehen, fertig. Aber Vorsicht: „Den Kindern immer alte Kleidung anziehen. Hoher Schmutzfaktor.” O stört sie nicht, die Feier der Natur! Dies ist die Lese, die sie selber hält,Denn heute löst sich von den Zweigen nur, Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.  Friedrich Hebbel (1813-63)

red

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