Langfristig Immobilien vom Markt nehmen

Eigentümer-Interessen vertritt Haus und Grund seit 1895 in Gelsenkirchen. Seit acht Jahren ist Rolf Kerckhoff Vorsitzender des Vereins. Angedockt an der Gabelsberger Straße 1-3 ist die Gesellschaft für Haus- und Grundbesitz mit dem Schwerpunkt Hausverwaltung.

Von Kompetenz „aus Tradition“, so der Slogan, kann man wohl ausgehen. Und von tiefen Markteinblicken. Rund 12 000 Wohnungen stehen aktuell in Gelsenkirchen leer. Langfristig, glaubt Kerckhoff, „müssen wir Immobilien vom Markt nehmen. Aber das kann nicht allein die Stadt schultern“, dazu seien Instrumente wie zum Beispiel kürzere Abschreibungszeiten erforderlich.

Der Vorsitzende stellt fest, „dass wir in Teilen von Feldmark oder Buer Zuzug und Nachfrage haben, in anderen Stadtteilen aber ganz ander Mieterstrukturen bekommen. Insgesamt müssen wir aufpassen, dass wir keine Zweiklassengesellschaft bekommen.“ Zunehmend von „einem Mietermarkt“ geht Haus und Grund lokal aus. „Da müssen die Hausbesitzer zunehmend mehr tun, um das Objekt an die Frau oder den Mann zu bringen“, so Kerckhoff. Gleichzeitig gebe es immer mehr betagte Hausbesitzer. „Wer über 70 ist überlegt sich ja, ob er noch investiert. Für den stellt sich die Grundsatzfrage, ob er das je wieder rein kriegt.“ Schwarzmalen ist für Kerckhoff jedoch nicht angesagt: „Ich sage, hier sind die Kaufpreise so niedrig, hier sollte man zuschlagen.“