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125 Jahre Gelsenwasser

Landmarke im Wasser

08.08.2012 | 06:00 Uhr
Landmarke im Wasser
Drei Brückengänge verbinden die alte und die neue Zentrale. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Die Gelsenwasser-Zentrale an der Willy-Brandt-Allee ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.

Eine Landmarke hatte das neue Hauptverwaltungsgebäude von Gelsenwasser werden sollen. Und eine Landmarke ist es zweifellos auch geworden. An der Willy-Brandt-Allee/ Ecke Kurt-Schumacher-Straße ist die gläserne Immobilie ein absoluter Blickfänger für Zehntausende Verkehrsteilnehmer, die dort täglich vorbeikommen. Der transparente Zwilling des daneben gelagerten Vorgängergebäudes wurde am 1. Januar 2004 von damals rund 130 Gelsenwasser -Mitarbeitern neu bezogen. Heute arbeiten dort schon 174 Angestellte.

Spatenstich für die 16 Mio Euro teure Hauptverwaltung war am 13. September 2002. Die Bauzeit betrug also lediglich 15 Monate. 30 Meter hoch ist der Glaskubus, 55 Meter tief und 15 Meter breit. 56 Fenstermodule pro Etage gewähren Einblicke. Auf acht Etagen wird gearbeitet, im sechsten Stockwerk ist der Vorstand angesiedelt. Ansonsten wird in der Gelsenwasser-Zentrale „gemischt“ gearbeitet, soll heißen, dass die Etagen keinen bestimmten Abteilungen zugeordnet sind.

Fassadenkiemen für Frischluft

Farben sucht man vergebens. Silber- und Grautöne bestimmen vom Boden der Büros und Besprechungszimmer bis zur Decke das Bild. Alles wirkt nüchtern-sachlich, aufgeräumt, minimalistisch und klar, ohne dabei ein Gefühl von Kälte zu vermitteln. Das gewährleistet nicht zuletzt das viele Grün, das die Zentrale weithin umgibt. Apropos Kälte: Geschossweise sind erstmals für ein Gebäude im Bereich der Fußböden öffenbare „Fassadenkiemen“ entwickelt worden. Über ein ebenfalls neu entwickeltes Bedieninstrument, das sämtliche individuellen Einstellungen steuert, hat der Nutzer die Möglichkeit, diese Kiemen aufzufahren und so unabhängig von der Gebäudeautomatik den Raum natürlich zu belüften.

Einen leicht industriell angehauchten Look verleiht dem Inneren der Gelsenwasser -Zentrale der Sichtbeton im Treppenhaus und in den Fluren vor den Aufzügen. Einen eigenen Eingang hat die gläserne Verwaltung nicht. Das Gebäude ist nur über das „weiße Original“ zu erreichen, dessen Eingangsbereich im Zuge des Neubaus neu gestaltet wurde. Verbindungsbrücken zwischen den Einheiten befinden sich im Erdgeschoss und in der vierten und fünften Etage.

Auf drei Seiten ist der Glaskubus von einem 40 Zentimeter tiefen Wasserbecken umgeben. Auf drei kleinen Inseln stehen Bäume, einem davon liegt eine Seehund-Skulptur zu Füßen. „Das Wasser soll einen Eindruck von Schweben vermitteln“, sagt Martin Nolte von Gelsenwasser . Der gläserne Charakter der Immobilie habe anfangs für eine gewaltige Skepsis unter den Mitarbeitern gesorgt. Das habe sich gelegt, sobald ein Musterbüro fertiggestellt war.

Auf der Terrasse sind weithin sichtbar vier Bambuspflanzen symmetrisch angeordnet. In den zwei großen Besprechungszimmern stehen schwarze Oliven-Bäume, die sich über zwei Stockwerke erstrecken. Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach misst 200 Quadratmeter. Geheizt und gekühlt wird über die Decken – mit Geothermie. Der regenerative Anteil am Gesamtenergieverbrauch liegt bei 65 Prozent.
„Die Zentrale gehört zu den modernsten Gebäuden in Sachen Technik und Transparenz“, sagt Gebäudemanager Reinhold Koring über den Entwurf der Düsseldorfer Architekten Anin, Jeromin, Fitilidis & Partner. Nolte: „Der Entwurf war genial einfach.“

Tobias Mühlenschulte



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