Läufer strömen zur Marathon-Messe in Gelsenkirchen

Die Auswahl ist groß: Im Messezelt schauten sich Läufer und Besucher um.
Die Auswahl ist groß: Im Messezelt schauten sich Läufer und Besucher um.
Foto: Thomas Schmidtke
Was wir bereits wissen
Reges Treiben herrscht bei der Marathon-Messe in Gelsenkirchen. Dabei können Messebesucher von Sportbekleidung bis hin zu Elektrolyten viel erkunden.

Gelsenkirchen.. Die Marathon-Dame von Welt neigt augenscheinlich zu Dry-Fit-Leibchen mit integrierten Taschen – frühlingshaft bunt, aber farblich so dezent bis zur Flachnaht angepasst, dass die Verstecke für Performance-Smoothies und Elektrolyte die körperbetonte Optik kaum verzerren. Der Marathon-Herr mag es da wohl martialischer, im Hüftgürtel wird nicht das (vielfach kaum vorhandene) Körperfett rhythmisch durch die Ruhrpott-Lande getragen, sondern ein kerniger Energieriegel, Gel und Isogetränke – die „Daltons“ lassen grüßen. Gemein ist beiden Laufspezies offenbar, dass ein Phone-Pocket einen Oberarm zieren muss, um Musik und Schrittfolge rhythmisch in Einklang zu bringen.

Höhenluftgenerator und Energierückgewinnung

Auf der Läufermesse neben dem Musiktheater herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Hier im weißen Pavillon gibt es vieles, was Läuferherzen höher schlagen lässt. Funktionsbekleidung, Laufschuhe in Hülle und Fülle, klar, bis hin zu einem Höhenluftgenerator mit Beatmungsmaske, der Sauerstoffarmut erzeugt. Das soll die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit steigern, wie Nicolas Erlemann am Stand erklärt, „und auch die Regenerationszeit nach physischen Belastungen verbessern.“

Ob die „Berge“ im Pott eine frühzeitige Höhenakklimatisation nötig machen, sei dahingestellt, aber spätestens nebenan beim Anbieter von Marathonreisen in alle Welt könnte so mancher vielleicht doch ins Nachdenken kommen – selbst wenn das Reiseziel nicht zum Dach der Welt in den Himalaya, sondern lediglich nach Rom oder Tokyo führt. Frischluft ist da ja eher Mangelware, also beizeiten daran gewöhnen.

Die Renner sind extrem leichte Laufschuhe, deren Dämpfung so ausgelegt ist, „dass Energie zurückgewonnen wird“, sagt Frederik Wählen, Physiotherapeut und Personal-Trainer. Auch Kompressionslaufstrümpfe, kniehoch, seien derzeit stark gefragt, so der Hüne. „Die sorgen dafür, dass die Arterien blutdurchlässiger werden und mehr Sauerstoff und Nährstoffe transportieren können. So werden auch die Muskeln besser mit Sauerstoff versorgt, was zu einer Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit führt.“ Man oder Frau machen also weniger schnell schlapp – im Prinzip.

Auch wer befürchtet, dass seine Sehkraft (plötzlich) schwindet, findet am Stand für Augenlaserkorrekturen eine Anlaufstelle. Dichtes Gedränge herrscht da nicht. Aber die Info-Gespräche laufen. Wobei nicht überliefert ist, dass sich bei einem Vivawest-Marathon jemals Teilnehmer verlaufen hätten.

Die Strecke ist ja klar gekennzeichnet – aber man kann ja nie wissen . . .

Schalker laufen für Anke, Duo singt für Zuschauer

Ein Unterhaltungs- und Verpflegungsprogramm hält Ulrich Serowy vom „Kiosk am Starenkasten“ an der Arnoldstraße 8, Ecke Hans-Böckler-Allee, für die Marathon-Zuschauer von 9 bis 20 Uhr bereit. Das Spektrum reicht dabei von Schlagersängern über Feuerschlucker bis hin zu einem Zauberer, der insbesondere junge Besucher in seinen Bann ziehen will.

Auftreten werden die Schlagersänger „Domenico de Angel und Andrea Ti Amo“ sowie der Feuer- und Tanzkünstler André Salitz. Durch das Programm führt Moderator Jochen Heringhaus. Natürlich gibt es auch Herzhaftes frisch zubereitet auf dem Grill.

Etliche Schalke-Fans schnüren beim Vivawest-Marathon über verschiedene Distanzen ihre Laufschuhe. Mit ihrer Teilnahme wollen der Supporters Club e.V. und der Fanclub 654 Kilometer in erster Linie ein moralisches Zeichen setzen und zugleich für die an Krebs erkrankte Schalkerin Anke Spenden sammeln. Anke hat sich als Begünstigte den Verein „FULAC“, der sie auch im Klinikum Hannover betreut, ausgesucht. Wer die Charity-Aktion unterstützen möchte und sich eingehender informieren will, kann sich an Mitorganisator Olivier Kruschinski wenden. Kontakt per Mail an oli4@supportersclub.de

Das sagen die Besucher der Messe

„Mein Vater läuft den Halbmarathon, ich feuer ihn an. In meiner Freizeit laufe ich und fahre Rad. Mitzumachen habe ich mich nicht getraut. Vielleicht nächstes Jahr. Zuletzt bin ich in Venlo zehn Kilometer gelaufen. Auf der Messe schau ich nach Kleidung und Schuhen.“ Anna Steinmetz (18) aus Witten

„2001 habe ich mit dem Laufen begonnen. Es lässt mich nicht mehr los. Ich laufe den Marathon. Ich schaue hier nach Schuhen mit guter Dämpfung und Stützfunktion, weil ich eine Pronation habe. Mit Energieriegeln hab ich nicht so – lieber sind mir Naturprodukte.“ Jürgen Klose (55) aus Dortmund

„Vergangenes Jahr habe ich mit dem Laufen angefangen. Ein paar Fünfkilometerläufe habe ich schon mitgemacht, jetzt sollen es zehn werden. Hier auf der Messe will ich vorab ein bisschen Atmosphäre erleben. Und morgen ist mein Motto: dabei sein und ankommen.“ Isabell Klata (35) aus Voerde

„Ich mache den Firmenlauf. Mein Arzt hat mich ermahnt. Seit einem halben Jahr trainiere ich nun regelmäßig. Es tut mir gut. Die beste Motivation ist meine Frau, sie läuft Marathon. Schuhe und Strümpfe interessieren mich, weil ich Wadenprobleme habe und schwer bin.“ Knuth Bergforth (43) aus Dorsten