Längere Frist für die Traditions-Siedlung Flöz Dickebank

Die historische Arbeitersiedlung Flöz Dickebank soll von der Besitzerin Deutsche Annington verkauft werden. Die Mieter der insgesamt 317 Wohnungen fürchten,  dass darauf eine weitergehenden Einzelprivatisierung folgt.  Foto: Martin Möller
Die historische Arbeitersiedlung Flöz Dickebank soll von der Besitzerin Deutsche Annington verkauft werden. Die Mieter der insgesamt 317 Wohnungen fürchten, dass darauf eine weitergehenden Einzelprivatisierung folgt. Foto: Martin Möller
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Was wir bereits wissen
Anwohner der Gelsenkirchener Traditionssiedlung Flöz Dickebank gehen seit Wochen gegen den Verkauf an die Bochumer Häusser Bau auf die Barrikaden. Nun hat die Deutsche Annington die Verhandlungszeit bis zum 20. Juni ausgeweitet. In dieser Zeit kann die Stadt Gelsenkirchen weiter an einem möglichen Übernahmeangebot arbeiten.

Gelsenkirchen.. Eigentlich sollte Mittwoch der „Hammer“ fallen. Doch die Verhandlungszeit für die Siedlung Flöz Dickebank wird noch einmal verlängert. „Die Frist wird in Abstimmung mit allen Beteiligten bis zum 20. Juni ausgeweitet“, kündigte Unternehmenssprecher Dr. Jürgen Frech Dienstag für die Deutsche Annington an. Die Beteiligten – das sind die DA als bisherige Besitzerin der Bergbau-Immobilie, die Stadt Gelsenkirchen, die an einem möglichen Übernahmeangebot durch die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft ggw arbeitet und die Bochumer Häusser Bau, die als potenzieller Käufer der Traditions-Siedlung gilt.

Gegen den Verkauf an die Bochumer laufen die Mieter wie berichtet Sturm. Sie fürchten die schnelle Teilprivatisierung und den Zerfall ihrer Siedlung – auch wenn eine vereinbarte Sozialcharta Bergbaumietern, Bewohnern über 65 und Härtefällen lebenslanges Wohnrecht einräumt. Die letzten Monate hatte die Verwaltung genutzt, um auf Landesebene Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten auszuloten und gutachterlich den Investitionsstau für Flöz Dickebank berechnen zu lassen. Die Experten gehen offenbar von einer Sanierungssumme im zweistelligen Millionenbereich aus.

Donnerstag steht ein Gespräch mit dem zuständigen Landesminister an. Mit der Fristverlängerung, so ein Stadtsprecher, „steigt noch kein weißer Rauch auf. Sie bietet nur die Chance, Dinge zu überprüfen.“