Kulturdezernent kritisiert das Land

Der Kulturempfang der Stadt Gelsenkirchen in der Flora ist Treffpunkt für die Kulturszene der Stadt.
Der Kulturempfang der Stadt Gelsenkirchen in der Flora ist Treffpunkt für die Kulturszene der Stadt.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Mit Kunstverkauf sollten nach Meinung von Kulturdezernent Dr. Manfred Beck keine Löcher im Haushalt gestopft werden, sagt er beim Kulturempfang.

Gelsenkirchen.. Die Kulturszene Gelsenkirchens ist bunt und vielfältig. Einmal im Jahr aber bilden all diese so unterschiedlich kreativen Menschen zusammen eine große Familie, die miteinander feiert, plaudert, Gedanken austauscht. Dann nämlich, wenn das städtische Kulturreferat zum Neujahrsempfang in die „flora“ einlädt. Auch diesmal war der frisch renovierte Saal gut besucht von Kunstschaffenden und Veranstaltern, Kulturpolitikern, Wirtschafts- und Kirchenvertretern und Sponsoren.

Für den richtigen Rhythmus sorgte klanggewaltig das Jazztrio Christian Hammer (Gitarre), Martin Furmann (Bass) und Daniel Sanleandro (Schlagzeug). Nicht ohne Grund. „Gelsenkirchen hat sich inzwischen zu einer beachtlichen Jazzstadt entwickelt“, konstatierte Kulturdezernent Dr. Manfred Beck. Der zog traditionell Bilanz des Kulturjahres 2014 und gab einen Ausblick auf die Highlights des neuen Jahres. Mit auf der Bühne: ein großer Papp-Buntstift, den Schüler der Kunstschule als Erinnerung an Charlie Hebdo gestaltet hatten.

Kölner Kunsthistoriker wird stellvertretender Museumsleiter

Die Gelsenkirchener Kulturwelt gedachte des im letzten Jahr verstorbenen Künstlers Jürgen Schimanek, den Beck ein wichtiges Original nannte, das nun fehle.

Der Dezernent benannte viele Erfolge des vergangenen Jahres, darunter die Sanierung der „flora“, die 100-Jahr-Feier Kanal („Hier haben viele Städte gemeinsam Kultur auf die Beine gestellt.“), das wieder erstrahlende Consol-Gelb, den erfolgreichen Start des neuen Generalmusikdirektors bei der Neuen Philharmonie Westfalen. Die bisherige Entwicklung auf dem Halfmannshof nannte Beck erfolgreich (kein Beifall); Kritik übte er am Kunstausverkauf durch das Land (Beifall): „Es gibt die Sorge, dass das Vorgehen des Landes eines Tages von den Kommunen übernommen werden könnte, um mit dem Verkauf von Kunst Haushaltslöcher zu stopfen.“ Aber: „Solange ich Kulturdezernent bin, werde ich das ebenso verhindern wie sicherlich auch der OB.“ Neues zum Kunstmuseum: Die Stelle der stellvertretenden Leitung wird am 1. April mit der Kölner Kunsthistorikerin Wanken neu besetzt.