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Schulentwicklungsplan

Kritik an der Informationspolitik der Verwaltung

19.02.2010 | 20:24 Uhr
Kritik an der Informationspolitik der Verwaltung

Gelsenkirchen. Die von Bildungsdezernent Beck beim Schulentwicklungsplan erwarteten „Wellen“ schwappten bereits einen Tag nach Vorstellung des Entwurfs hoch: Vor allem das Vorgehen der Stadt – einige Schulleiter erfuhren zuerst aus der Presse von den Plänen – stieß auf Kritik.

„Die Informationspolitik ist unverantwortlich“, sagt Angelika Philipp, Leiterin des zur Disposition stehenden Schalker Gymnasiums, auf Anfrage. Die Aufregung sei groß. „Das Telefon steht nicht still. Wir mussten die Eltern beruhigen“, so Philipp. Es wäre unabdingbar gewesen, die Schule vorab zu informieren: „So geht man nicht miteinander um.“

Den Vorschlag des Entwurfs, ein neues Modell - neun Jahre bis zum Abitur - mit der Hauptschule Emmastraße zu entwickeln, finde sie zunächst mal „interessant“. Nach der Einarbeitung in den Entwurf werde sich das Schalker Gymnasium aktiv in die Debatte einbringen - und kämpfen: „Wir werden schon seit vier Jahren tot geredet.“

Zustimmung für das empfohlene Aus der Hauptschulen gibt es - von Hauptschulen. „Dieses auf Selektion ausgerichtete Schulsystem kann nicht funktionieren“, sagt Gernot Samsel, Leiter der Hauptschule Am Dahlbusch in Rott-hausen. Dieser Meinung sei er aber schon seit 20 Jahren. Es wäre richtig, jetzt einen harten Schnitt zu machen. Eine auslaufende Schließung seiner Schule täte ihm aber persönlich weh: „Ich arbeite gerne hier und mit diesen Schülern.“

Auch Jörg Kuhlmann, Leiter der Hauptschule Eppmannsweg in Hassel, sieht Handlungsbedarf. Der Vorschlag des Gutachters für seine Hauptschule (Fusion mit St. Michael-Realschule zu einer Sekundarschule I) biete sich an. Aber: Es dürfe sich dabei nicht um eine Verbundschule (Real- und Hauptschulzweig nebeneinander) handeln.

„Die Empfehlung hat uns überrascht“, sagt Ulrike Rupieper, Leiterin der Hauptschule Emmastraße in Bulmke. Ihre Schule habe längst ein neues Profil entwickelt und bereits mehrere Modelle eingeführt: „Wir wären als Hauptschule überlebensfähig“, erklärt Rupieper - und untermauert dies mit 70 Anmeldungen fürs kommende Schuljahr.

„Sehr begrüßt“ wird der Entwurf von der Gesamtschule Ückendorf: „Wir freuen uns, dass unsere Bemühungen um die Entwicklung zu einer Stadtteilschule offenbar unterstützt werden“, so die stellvertretende Schulleiterin Alrun ten Have. Und auch Michael Krause freut sich. „Es ist schön, dass die Realschulen Bestand haben sollen“, sagt der Leiter der Gertrud-Bäumer-Realschule und Sprecher aller Realschulen. Der Bedarf sei da: 148 Anmeldungen habe die Bäumer-Realschule für 2010/2011 erhalten.

Als „unglücklich gelaufen“ bezeichnet die CDU-Ratsfraktion den Start der Verwaltung in die Beratungen über den Schulentwicklungsplan für die Sekundarstufen I und II. Es sei bemerkenswert, wie sich Bildungsdezernent Manfred Beck zum wiederholten Male „mit Vollgas vorschnell mit Wertungen in die Öffentlichkeit wagt“, so CDU-Stadtverordneter und Schulausschuss-Vorsitzender Markus Karl.

Lars-Oliver Christoph

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Kommentare
24.02.2010
09:14
Kritik an der Informationspolitik der Verwaltung
von Schalkermädel | #17

wenn schon Hauptschulen geschlossen werden, dann bitte auch das Grillo-Gymnasium.
Dort herrscht eh Hauptschulniveu.

Anmeldezahlen?????
Klar, jedes Jahr nehmen sie immer wieder Schüler ohne Gymnasialempfehlung, drängen die sogar in die billinguale Klasse (um die voll zu bekommen) und nach und nach sortieren sie die wieder aus.
Hauptsache die Zahlen stimmen erst mal.

Schade das die anderen Gymnasien keine Schulleiter im Bildungsausschuss haben.

21.02.2010
22:22
Kritik an der Informationspolitik der Verwaltung
von Wanner Jung | #16

ja Falke04, zum Glück hat sich die SPD selbst niedergestreckt und auch bald völlig zerteilt.

In Gelsenkirchen wird sich die Erkenntnis auch bald durchsetzen.

Wer WILL denn überhaupt noch in GE wohnen, sich weiterbilden oder seine Kinder gross werden sehen?

21.02.2010
21:05
Kritik an der Informationspolitik der Verwaltung
von Falke04 | #15

es ist so traurig, die kommentare hier erreichen schon wieder nicht realschulniveau. wenn man keine ahnung hat einfach mal die fresse halten. wenn der weltuntergang in ge droht wegen irgendwelcher bösen verschwörungen - zieht weg! alle! und lest ne andere zeitung (die bild?) und hört auf die denkende gelsenkirchener bevölkerung mit dummen kommentaren zu nerven danke.

21.02.2010
17:47
Kritik an der Informationspolitik der Verwaltung
von kritischer Gelsenkirchener | #14

Hat sich eigentlich einer mal Gedanken gemacht, was die deutsche Presse aus der Schließung eines Gymnasiums in Gelsenkirchen, einer Stadt mit niedirgen sozialen Niveau, macht. Das Gelsenkirchener ABI hat dann nur noch das Niveau eines Hauptschulabschlusses.Man kann dann der Stadt nur noch den Rücken zudrehen und die anderen Gymnasien können auch schließen.

21.02.2010
17:41
Kritik an der Informationspolitik der Verwaltung
von Henni Rot | #13

Gelsenkirchen und jede andere von der SPD im Ruhrgebiet heruntergewirtschaftete Kommune verläßt merkwürdigerweise gerne jeder, wenn er kann.

Wurzeln wie Heimat, Kindheit oder Immobilien und Familie zählen da kaum.

Herne, Gelsenkirchen, Dortmund oder Duisburg sind die Hochburgen der Misswirtschaft: ob Arbeitsplätze oder Integration.

21.02.2010
17:32
Kritik an der Informationspolitik der Verwaltung
von niewiederGE | #12

Oh ich war in den 70ern auf dem SG und die haben sich genau gar nicht um alle gekümmert und auch nicht unterstützt. Im Gegenteil, es wurde gesiebt bis zum geht nicht mehr, wahrscheinlich um möglichst viele ungeliebte Schüler loszuwerden?! Die Klassen waren ja damals mit mehr als 35 geradezu riesig.
Ich erinnere mich nur noch mit Gruseln an diese Zeit, zum Glück sind wir weggezogen in eine Stadt, wo es dann wirklich angenehme Schulen gab.

21.02.2010
13:55
Kritik an der Informationspolitik der Verwaltung
von ermes67 | #11

PS: Mit Vokabeln a la Stallgeruch zeigen Sie eigentlich auch, welches Standbewusstsein und Geistes Kind Sie sind...

Mit solchen Leuten ist keine vernünftige Bildungspolitik mehr zu veranstalten. Nach oben buckeln, nach vermeintlich unten treten... Das können die Leistungsträger der 1980er/90er Jahre, die die Gelsenkirchner Gymnasium hervorgebracht haben, immer noch am besten - Managementqualitäten und Integration in die Gesellschaft, das haben sie ja schließlich gelernt, nicht wahr?

Es gibt genug, Gesamtschüler mit Abitur, die erfolgreich durchs Leben gehen. Aber lassen wir, das ist wirklich eine sehr anstrengende Diskussion sonst...

21.02.2010
13:52
Kritik an der Informationspolitik der Verwaltung
von ermes67 | #10

@ Hotte Schuhschreck: Die sogenannten Oberschichtschulen haben in meiner Jugend- und Schulzeit (1975-1990) noch eine Menge Leistungsträger hervorgebracht und war offen für alle Schichten, Gastarbeiterkinder und Zuwanderer eingeschlossen.

Ja, stimmt genau diejenigen Leistungsträger, die heute in Banken, Versicherungen und sonstigen Großkonzernen ihre Managementqualitäten unter Beweis stellen...

Ich hab noch nie so köstlich gelacht.

Ich denke, auf solche Leistungsträger können alle verzichten.

Aber ich vermute, es wird uns wie in Hamburg ergehen - die Mittelschicht und Oberschicht wird dank finanzstarker Leistungsträger ein Volksbegehren anzetteln...

Ein sehr erhellender Bericht kam dazu letztens bei ARD-Panorama, wie die sogenannte Mittelschichts-Leistungsträger die Bildungspolitik diktieren...
http://www.youtube.com/watch?v=PzhMbBUjbRk

21.02.2010
12:51
Kritik an der Informationspolitik der Verwaltung
von Hotte Schuhschreck | #9

Die sogenannten Oberschichtschulen haben in meiner Jugend- und Schulzeit (1975-1990) noch eine Menge Leistungsträger hervorgebracht und war offen für alle Schichten, Gastarbeiterkinder und Zuwanderer eingeschlossen.

Wer von Bergerfeld kam musste sich seinerzeit als solcher nicht einmal outen, denn heute wie früher nimmt man den Stallgeruch hinsichtlich Allgemeinbildung, Fremdsprachenkenntnisse, Führungsqualitäten und Integration in die Gesellschaft und das Verständnis für komplexe Zusammenhänge in Writschaft und Politik wahr.

Die Gesamtschule war und ist eine bequeme Einrichtung auch für all jene gewesen, welche die Kinder gerne erst spät am Nachmittag wiedersehen konnten (Arbeit) oder wollten (Erziehung).

Aber #7, liberales Gequatsche ohne Weitsicht hat uns dank SPD so weit gebracht.

Die Probleme der SPD-dominierten Kommunen im Ruhrgebiet wie Duisburg, Gelsenkirchen, Dortmund und Herne sind unübersehbar und mittlerweile auch nicht mehr tolerierbar.

21.02.2010
09:50
Kritik an der Informationspolitik der Verwaltung
von ermes67 | #8

Korrektur zu Nr. 7: Es wird Zeit, dass die Oberschicht NICHT MEHR in der Bildungspolitik über die Gesamtheit bestimmten darf - gott sei Dank sind die Oberschichtsmittelständler in Gelsenkirchen nicht so finanzkräftig wie in Hamburg , um mit Propagandamaßnahmen a la Volksentscheid endlich eine so dringend notwendige und sinnvolle Bildungspolitik zu verhindern..

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